Alle Kategorien
Suche

So ist künstliche Schwerkraft möglich

Astronauten käme künstliche Schwerkraft zugute, oder?
Astronauten käme künstliche Schwerkraft zugute, oder? © Dieter_Schütz / Pixelio
Dass ein Stift, den Sie in der Hand halten, nach unten fällt, wenn Sie ihn loslassen, wissen Sie aus eigener Erfahrung. Auch ist Ihnen theoretisch bekannt, dass die Schwerkraft dafür verantwortlich ist. Doch was, wo es die Schwerkraft nicht gibt? Ist es eigentlich möglich, künstliche Gravitation außerhalb der Erdatmosphäre zu erzeugen?

Wie künstliche Schwerkraft theoretisch möglich wäre

  • Obwohl Astronauten vor einem Weltraumaufenthalt durch Trainingseinheiten an die Schwerelosigkeit gewöhnt werden sollen, bringt ein Ausflug ins Weltall durch die Abwesenheit der Schwerelosigkeit gesundheitliche Risiken und körperlich kaum vorstellbare Anstrengungen mit sich. Längere Aufenthalte in Out of Space führen sogar dazu, dass die Muskeln sich stark zurückbilden.
  • Um das zu vermeiden, wäre es, wie Sie sich vorstellen können, ein durchaus erstrebenswertes Ziel, ein Raumschiff zu entwerfen, in dem Schwerkraft künstlich erzeugt werden kann. Theoretisch ist eine Schwerkraftssimulation sogar möglich.Wenn man über eine solche nachdenkt, dann scheint das vor allem nach Rotation zu verlangen.

  • Der Schwerkraft duch Rotation liegt wie der Schwerkraft durch Massenentziehung ein einfaches Prinzip zugrunde - eine Krümmung des Raumes. Wenn Sie sich nun fragen, warum das Konzept künstliche Schwerkraft in diesem Sinne noch nicht umgesetzt wurde, dann sei Ihnen verraten, dass man es schon mehr als einmal versucht hat. Doch wie sich herausstellte, ist es mit der Gravitation ganz so einfach nicht. 

Warum das theoretische Konzept praktisch bisher gescheitert ist

  • Ob nun künstliche Schwerkraft durch Massenentziehung oder Rotation: Da beiden Konzepten die Raumkrümmung zugrunde liegt, bringen beide Gezeiteneffekte mit sich. Auf der Erde werden diese für den Menschen schon durch das Größenverhältnis nicht spürbar. 
  • Versucht man sich aber an Rotogravitation in einem Raumschiff, so setzt das einen geringen Umdrehungsradius und eine ungleich höhere Drehgeschwindigkeit voraus. Nur bei einer Rotationszeit von circa 3 Minuten und einem Rotationsradius von mehreren Kilometern sind Gezeiteneffekte in einem solchen Falle noch tragbar. 
  • Da eine Realisierung eines kilometerlangen Radius mit 3-minütiger Rotationszeit für ein Raumschiff auch mit neuzeitlicher Technik noch nicht denkbar ist, wäre der Gezeiteneffekt für die Insassen des erwähnten Raumschiffes nicht nur spürbar, er würde sie wahrscheinlich umbringen.
  • Zum besseren Verständnis dessen sollten Sie vielleicht noch wissen, was der Gezeiteneffekt eigentlich ist. Durch die Rotation werden Materien gedehnt und zusammengedrückt. Ist der Gezeiteneffekt also hoch, so reißt es gegebene Materien überspitzt also auseinander.

Trotz alledem ist nicht auszuschließen, dass das theoretische Konzept künstliche Schwerkraft auch aufseiten der Praxis in gar nicht allzu langer Zeit möglich werden wird. Machen Sie sich aber keine zu großen Hoffnungen, dass Sie es noch erleben werden, denn gar nicht allzu lange Zeit kann vor dem Hintergrund des Alls schon ein paar Generationen meinen.

Teilen: