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Anatomie des Menschen - die Muskeln

Inhaltsverzeichnis

Die Muskulatur des Menschen besteht nicht nur aus sichtbaren Muskeln.
Die Muskulatur des Menschen besteht nicht nur aus sichtbaren Muskeln.
In der Anatomie des Menschen spielen Knochen, Organe und Muskeln eine große Rolle. Die Muskeln lassen sich in glatte, quergestreifte und Herzmuskulatur unterteilen. Sie kontrahieren durch Nervenimpulse und ermöglichen auf diese Weise Bewegung.

Dafür brauchen Menschen Muskeln

Sie finden im Körper des Menschen große und kleine, sichtbare und unsichtbare Muskeln. Doch wozu brauchen Sie diese?

  • Die Skelettmuskeln setzen an den Knochen an und ermöglichen Bewegung. Sie ziehen sich bei einem Nervenimpuls zusammen, verkürzen sich und bewegen auf diese Weise die Extremitäten, den Rumpf und den Kopf. Bekannte Muskeln aus diesem Bereich sind Bizeps (Armbeuger), der vierköpfige Oberschenkelmuskel, der gerade Bauchmuskel (das "Sixpack"), der große Gesäßmuskel oder der Kopfwender im Halsbereich.
  • Die Gesichtsmuskulatur dient zum Kauen und vor allem der Mimik. Mit ihrer Hilfe runzeln Sie die Stirn, lachen und weinen. Die Kaumuskulatur, allen voran der Musculus masseter, gehört zur stärksten Muskulatur des Körpers. Die mimische Gesichtsmuskulatur ist meist nach ihrer Funktion benannt. Sie finden den Augenbrauenheber, den Oberlidheber, den Mundwinkelherabzieher und den Schmollmuskel, um nur einige zu nennen.
  • Die inneren Hohlorgane wie die Blase, der Darm, der Magen oder die Gebärmutter sowie die Wände von Blutgefäßen, bestehen aus Muskulatur. Sie zieht sich zusammen, um Bewegungen innerhalb des Körpers zu ermöglichen.
  • Kleinste Muskeln ermöglichen vegetative Reaktionen. Ein Beispiel sind die winzigen Muskeln, die Sie an jedem einzelnen Körperhaar finden. Diese Muskeln ermöglichen bei der Gänsehaut das Aufrichten der Haare. Andere Muskeln ermöglichen im Auge die Eng- und Weitstellung der Pupille.

Einteilung der Muskulatur

Die Muskulatur in der Anatomie des Menschen teilen Sie in drei Gruppen auf:

  • Die Skelettmuskulatur ist die quergestreifte Muskulatur. Sie ist willentlich steuerbar (wenn nicht ein Reflex vorliegt) und für die aktiven Bewegungen zuständig. Sie arbeitet schnell. Die Skelettmuskulatur ist über Sehnen, Sehnenplatten und Bänder an den Knochen befestigt. Sie zeichnet sich durch lange Zellen mit vielen randständigen Zellkernen aus. Sie heißt quergestreifte Muskulatur, weil sie unter dem Mikroskop durch die regelmäßige Anordnung der Muskelfibrillen weiß-rot gestreift aussieht.
  • Die glatte Muskulatur ist die Muskulatur der inneren Hohlorgane. Sie ist nicht willentlich steuerbar, arbeitet unwillkürlich, autonom und langsam. Der Verdauungsschlauch, die Gebärmutter und die Wände der Blutgefäße bestehen aus ihr. Die glatte Muskulatur hat spindelförmige Muskelzellen mit einem einzelnen mittigen Zellkern.
  • Die Herzmuskulatur bildet eine eigene Gruppe. Obwohl das Herz ein Hohlorgan ist, besteht es nicht aus glatter Muskulatur. Der Herzmuskel hat Eigenschaften von Skelett- und glatter Muskulatur. Er ist quergestreift, hat aber einen Zellkern pro Muskelzelle, ist verzweigt und arbeitet unwillkürlich und langsam.

Anatomie und Feinaufbau

Sie können die Anatomie der Muskeln in kleinere Strukturen zerlegen:

  • Die Skelettmuskelfaser ist eine lange Zelle, die feine Fasern, die Myofibrillen, enthält. Die Myofibrillen bestehen aus den Proteinen Aktin und Myosin. Diese sind im Skelettmuskel regelmäßig angeordnet und sorgen für die quergestreifte Optik. Geben Nerven einen Impuls an die Muskelfaser, schieben sich die Aktin- und Myosinfilamente ineinander und verkürzen die Zelle - sie kontrahiert.
  • Mehrere Muskelfasern sind zu Muskelfaserbündeln zusammengefasst. Mehrere Muskelfaserbündel bilden einen Skelettmuskel. Dieser ist außen mit einer Bindegewebshülle, dem Epimysium und einer Faszie umgeben. Der Muskel läuft in Sehnen aus, die an verschiedenen Knochen ansetzen.

Wenn die Muskulatur sich verändert

Die Muskulatur kann sich verändern, wenn sie überbeansprucht wird oder Krankheiten unterliegt.

  • Bei der Atrophie (Gewebsschwund) verkleinert sich der Muskel durch Schrumpfung der Muskelzellen. Sie bleiben in ihrer Anzahl erhalten. Muskeln atrophieren, wenn sie nicht gebraucht werden, zum Beispiel, wenn Sie einen Gips getragen haben oder bei Erkrankungen.
  • Bei der Hypoplasie verringert sich die Anzahl der Muskelzellen. Hypoplastische Organe oder Organteile sind genetisch bedingt. Menschen können beispielsweise mit einer zu kleinen Niere auf die Welt kommen.
  • Bei der Hypertrophie vergrößert sich der Muskel durch Vergrößerung der einzelnen Zellen, ohne dass diese sich vermehren. Grund ist oft eine Überbeanspruchung, wie bei der Herzhypertrophie.
  • Bei der Hyperplasie vermehren sich die Muskelzellen. Sie kann gemeinsam mit einer Hypertrophie auftreten. Eine harmlose Hyperplasie ist die Warze. Wucherungen der Mandeln sind ebenfalls Hyperplasien.

Ihr Körper besteht aus verschiedenen Muskeln. Einige sind oberflächlich sichtbar, wie der Bizeps am Arm. Andere, wie die Muskeln des Auges oder die inneren Hohlorgane, können Sie nicht sehen. Die Muskulatur ist teils willkürlich und teils unwillkürlich steuerbar.

helpster.de Autor:in
Maria Ponkhoff
Maria PonkhoffAls ausgebildete Heilpraktikerin schreibt Maria zu vielen Themen rund um Gesundheit und Ernährung. Dabei stehen natürliche und selbstverantwortliche Gesundheitsvorsorge im Mittelpunkt. Neben ihrem Beruf ist ihr eine aktive und vielseitige Freizeitgestaltung wichtig - vom Kino- und Theaterbesuchen bis hin zu Basteln und Malen.
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