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Unterschied zwischen freier und sozialer Marktwirtschaft - für Laien im Detail erklärt

Soziale Marktwirtschaft schafft Wohlstand.
Soziale Marktwirtschaft schafft Wohlstand.
Demokratie und Marktwirtschaft sind die Grundelemente unserer Gesellschaftsordnung. Um das kapitalistische System und seine Widersprüche zu verstehen, kommt es auf den Unterschied zwischen freier und sozialer Marktwirtschaft an.

Marktwirtschaft ist das Gegenteil von Planwirtschaft. In der Marktwirtschaft befinden sich die Produktionsmittel im Unterschied zur staatlich gelenkten Planwirtschaft in Privateigentum.

Aus freier Marktwirtschaft darf kein Monopolyspiel werden

  • In einer freien Marktwirtschaft werden alle wirtschaftlich relevanten Entscheidungen über Produktion, Investitionen, Verteilung und Konsum von den einzelnen Wirtschaftsteilnehmern, also von Unternehmern und Verbrauchern, getroffen. Das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt den Markt. Je freier die Marktwirtschaft, desto mehr beschränkt sich der Staat auf seine übergeordnete Rolle.
  • Ein Musterbeispiel freier Marktwirtschaft ist das Monopolyspiel. Dieses Spiel verdeutlicht auf einfache Art und Weise, was geschieht, wenn der Markt sich selbst überlassen bleibt und der Staat sich faktisch außen vor hält. Zwar haben anfangs alle in etwa gleiche Startbedingungen. Es zeigt sich aber schnell, dass einzelne Spielteilnehmer zwangsläufig ins Hintertreffen geraten und am Schluss von einem Spieler überrollt werden. Der Sieger dominiert alle und alles.
  • Eine freie Marktwirtschaft, die dem freien Spiel der Kräfte des Marktes überlassen bleibt, zerstört sich früher oder später selbst (liberales Paradoxon).
  • Ohne die ordnungspolitische Macht des Staates funktioniert ein solches System nicht.

Ludwig Erhard verdeutlichte den Unterschied und organisierte den Markt sozialer

Aus der ordnungspolitischen Macht des Staates ergibt sich der Unterschied zwischen freier und sozialer Marktwirtschaft.

  • 1957 veröffentlichte der spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard sein Buch "Wohlstand für alle". Darin beschrieb er die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und erklärte im Detail, dass nur ein ordnungspolitisch aktiver Staat den Bestand der Gesellschaft letztlich gewährleisten könne.
  • Anfang der fünfziger Jahre stand wirtschaftspolitisch die Herstellung eines befriedigenden Wettbewerbs im Vordergrund. In den Folgejahren wurde auf die Herstellung und Wahrung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts und vor allem die gleichmäßige Verteilung des Vermögens großes Gewicht gelegt.
  • Als Antwort auf die historisch erfahrenen und damals empfundenen Fehlentwicklungen erfordert eine sinnvolle Marktwirtschaft den Einbau einer Vielzahl sozialer Elemente durch den Staat.
  • Die soziale Marktwirtschaft ist demnach eine Kombination aus wirtschaftlicher Selbststeuerung und aus Kontrollen und Korrekturen mittels einer aktiven staatlichen Wirtschaftspolitik. Korrekturen sind nur dort von Nöten, wo die Selbststeuerung des Marktes versagt oder zu versagen droht.
  • Die soziale Marktwirtschaft gewährleistet die Teilhabe eines jeden einzelnen Bürgers am Wirtschaftsgeschehen, ermöglicht ihm den Konsum, der wiederum Motor der Marktwirtschaft ist, und sichert die gesellschaftliche Basis, die Grundlage unserer Existenz ist.
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