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Kind steht immer wieder auf nachts - das können Sie tun

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Kinder brauchen Einschlafrituale.
Kinder brauchen Einschlafrituale.
Auch Schlafen will gelernt sein. Steht ein Kind nachts immer wieder auf, könnte es z. B. an Schlafstörungen, Ängsten oder Unwohlsein leiden. Die Folge ist dann oft ein lang dauernder Nervenkrieg zwischen Eltern und Kindern. Gewöhnen Sie Kinder bereits im Babyalter an bestimmte Schlafrituale.

Was Sie benötigen

  • Kindergeschichten
  • Kinderkassetten
  • Kuschelstofftiere

Steht ein Kind nachts auf, hat das Gründe

Schlafstörungen kommen bei Kindern im Alter bis zu 3 Jahren sehr oft vor und bedingen sich in der Regel auf versäumte "Einschlafgewohnheiten". Bei Kindern, die älter als 3 bis 4 Jahre sind, können Schlafstörungen auf Albträume oder Ängste zurückzuführen sein. Machen Sie sich folgende Gedanken:

  • Kinder bis zu 3 Jahren müssen bestimmte "Schlafzeiten" lernen. Säuglinge unterscheiden nicht zwischen Tages- und Nachtzeiten und lernen mit dem relativ schnell wachsenden Gehirn, an der Flasche oder Mutters Brust einzuschlafen. Legt man den Säugling dann in sein Bett, wird er zunächst weiterschlafen.
  • Bereits bis zum 4., 5. Monat ist das Gehirn so weit entwickelt, bestimmte Signale zu senden, wenn die Schlafgewohnheit unterbrochen wird. D. h. schläft ein Baby im Alter von vier oder fünf Monaten an der Flasche bzw. Mutters Brust ein und legt man es dann in sein Bett, ist es in der Regel sofort wieder wach, um sich über die unangenehme Veränderung zu beschweren.
  • Ihr Kind muss lernen, ohne Flasche bzw. Mutters Brust, alleine in seinem Bett einzuschlafen. Der Schlaf wechselt zwischen Tief- und Traumschlaf als auch dem leichten Schlaf. D. h. jeder Mensch, auch ein Kind, wacht nachts immer wieder mal auf, um unterbewusst zu prüfen, ob die reale Welt noch in Ordnung ist.
  • Beugen Sie der Situation, dass Ihr Kind später nachts immer wieder aufstehen könnte, vor. Proben Sie mit Ihrem Baby immer wieder, während der Mahlzeiten als auch dem "Bäuerchen", wach zu sein, um dann in seinem Bettchen einzuschlafen. Ärzte empfehlen, das Baby auf den Rücken zu legen und zwischenzeitlich nach ihm zu schauen.
  • Bringen Sie, Ihrem Kind/Baby Einschlafrituale bei. Singen Sie ihm ein Lied vor, kuscheln Sie mit ihm, spielen Sie ein Handpuppenspiel vor usw. Löschen Sie dann das Licht und entfernen Sie sich. Beobachten Sie den Schlafrhythmus Ihres Kindes. Kleinkinder, die nachts weniger Schlaf benötigen, also nachts 1 bis 2 Stunden wach werden, sollten Sie evtl. eine Stunde später zu Bett bringen und dafür morgens eine Stunde früher aufstehen lassen.
  • Ein Kind kann nur schlafen, wenn es müde ist. Deshalb sind festgelegte, individuelle Schlafzeiten, Spielzeiten und Mahlzeiten sehr wichtig. Steht ihr Kind nach seinem "Mittagsschlaf" auf, nehmen Sie es aus dem Bett, damit es das Bett nur mit "Schlaf" verbindet. Einige Kinder benötigen einen langen oder kurzen Mittagsschlaf, bis sie fünf Jahre, andere nur, bis sie drei oder vier Jahre alt sind. Richten Sie sich nach Ihrem Kind, damit es lernt, das Bett als erholsamen "Schlafort" kennenzulernen.
  • Geben Sie Ihrem Kind nur solche "Einschlafhilfen", die es sich selber holen kann, wie z. B. einen Teddybären, der in seinem Bettchen liegt. Ein Schnuller kann dagegen eher hinderlich sein, denn hat das Kind den Schnuller verloren und findet es ihn nicht wieder, weil er durch die Gitterstäbe gefallen ist, benötigt es die elterliche Hilfe und wird weinen, bis die Eltern kommen. Das ältere Kind, dem eine Einschlafhilfe fehlt, steht notfalls immer wieder auf, um entsprechende Einschlafhilfen von den Eltern einzufordern.

Ein Kind, das nachts immer wieder aufsteht, leidet

Steht Ihr Kind nachts immer wieder auf, prüfen Sie, was ihm fehlt. Für Kleinkinder, die keine festen Schlafrituale kennen, kann es eine schwierige Umstellung sein, sich an das Bett und die Schlafenszeit zu gewöhnen. Beginnen Sie jetzt, Einschlafrituale einzuführen.

  • Geben Sie Ihrem Kind ein "Kuschelstofftier" mit ins Bett. Lesen Sie eine "Gutenachtgeschichte" vor, verabschieden Sie sich liebevoll und betonen Sie, am nächsten Morgen wieder gemeinsam aufzustehen.
  • Vereinbaren Sie, die Tür einen Spalt geöffnet zu lassen, das Licht zu löschen und lassen Sie evtl. noch eine Kinderkassette spielen. Akzeptieren Sie, wenn Ihr Kind einmal aufsteht, um vielleicht zu schauen, ob Sie noch da sind oder um zu trinken. Das schafft Vertrauen. Nehmen Sie ihm dann aber das Versprechen ab, einzuschlafen.
  • Steht Ihr Kind erneut immer wieder auf, taxieren Sie "Möglichkeiten" aus, die dem Wesen Ihres Kindes angepasst sein müssen, d.h.richten sich danach, wie ängstlich oder weniger ängstlich Ihr Kind ist: Z. B. könnten Sie vereinbaren, die Tür zu schließen, wenn es erneut aufsteht (kontrollieren Sie, ob Ihr Kind sich vor Dunkelheit ängstigt - in dem Fall wäre diese Taktik nicht geeignet).
  • Legen Sie eine Matratze auf den Boden Ihres Elternschlafzimmers und genehmigen Sie Ihrem Kind, in dieser Nacht dort zu schlafen (lassen Sie Ihr Kind nicht in Ihrem Ehebett schlafen, trennen Sie genau zwischen "deinem" und "unserem" Schlafplatz). Klären Sie mit Ihrem Kind am nächsten Tag, ob es "sein" Kinderzimmer noch braucht oder ob Sie es sich nun einrichten dürfen.
  • Steht Ihr Kind nachts immer wieder auf, weil es z. B. schlafwandelt, Albträume hat oder Ängste zeigt, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Kinder, die Schlafwandeln oder nächtliche "Schreckattacken" erleben, benötigen vorsichtiges, verständnisvolles, gleichzeitig aber auch phänomenbezogenes Handeln. Deshalb ist es wichtig, dass Sie in einem solchen Fall den Kinderarzt bzw. Kindertherapeuten zurate ziehen.
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