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Hinterlegung Patientenverfügung - mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Eine Patientenverfügung ist keine Frage des Alters.
Eine Patientenverfügung ist keine Frage des Alters.
Patientenverfügungen sind eine Reaktion darauf, dass die Menschen immer älter werden und die Medizin immer mehr Perspektiven bietet. Auch wenn es nicht zwingend notwendig ist, kann die Verfügung hinterlegt werden. Die Hinterlegung verursacht allerdings Kosten.

In einer Patientenverfügung äußern Sie Ihre Wünsche, falls Sie medizinisch behandelt werden und aufgrund Ihres physischen oder psychischen Zustandes außerstande sind, sich dazu zu äußern. Diese Situation ist auch keine Frage Ihres Alters. Als junger Mensch können Sie durch einen Unfall oder eine Erkrankung genauso in eine solche Situation kommen wie ein alter Mensch.

Ihre Patientenverfügung gehört in einen Notfallordner

  • Um eine Patientenverfügung zu erstellen, sollten Sie sich eines Musters bedienen. Eigene Formulierungen können die vielfältigen Gegebenheiten einer medizinischen Behandlung nicht erfassen. Lassen Sie sich unbedingt beraten. Vor allem Ihr Hausarzt kann dabei helfen.
  • Sie können Ihre Verfügung überall dort aufbewahren, wo Ihre Angehörigen sie im Notfall auffinden können. Im Idealfall legen Sie dazu einen Notfallordner an und informieren Ihre Angehörigen, wo sie im Notfall alle notwendigen Unterlagen auffinden.

Eine Hinterlegung vermeidet das Risiko der Unauffindbarkeit

  • Sie brauchen Ihre Patientenverfügung nicht irgendwo amtlich zu hinterlegen. Es ist auch nicht nötig, die Verfügung notariell zu beurkunden. Es genügt, wenn Sie die Verfügung privatschriftlich erstellen.
  • Wenn Sie die Verfügung zuhause oder bei einem Angehörigen hinterlegen, besteht natürlich theoretisch das Risiko, dass die Verfügung im Bedarfsfall nicht aufgefunden wird. Um dieses Risiko zu vermeiden, können Sie durchaus die Hinterlegung bei einer Institution ins Auge fassen, die sicherstellt, dass die Verfügung im Notfall aufgefunden wird.

Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

  • Der Hinterlegung kommt unter anderem beim Zentralarchiv des Deutschen Roten Kreuzes in Betracht. Es fallen einmalige Kosten von 60 Euro an. Sie erhalten eine Ausweiskarte im Scheckkartenformat für Ihre Brieftasche. Mit dieser Ausweiskarte kann der Arzt oder Ihr Angehöriger die Patientenverfügung sofort anfordern.
  • Eine weitere Möglichkeit bietet die Deutsche Stiftung Patientenschutz. An Kosten fällt ein Mitgliedsbeitrag von 42 Euro im Jahr an. Auch hier erhalten Sie einen Notfallausweis. Details finden Sie auf der Website hospize.de.
  • Bei der Bundesnotarkammer wird ein Zentrales Vorsorgeregister geführt. Dort erhalten Sie die ZVR-Card als Dokumentation Ihrer Registrierung. Es ist eine Plastikkarte, die Sie im Geldbeutel mit sich führen können. Die Kosten werden nach dem Gegenstandswert berechnet. Für eine Patientenverfügung liegt dieser regelmäßig bei 5.000 Euro. Dafür zahlen Sie eine Gebühr von ca. 35 Euro.

Beachten Sie, dass Sie eine Patientenverfügung idealerweise immer im Zusammenhang mit einer Vorsorgevollmacht erstellen sollten. In einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, für Sie tätig zu werden, wenn Sie selbst nicht mehr handeln können. Kommt es darauf an, Ihren in der Patientenverfügung geäußerten Willen gegenüber Ärzten und Angehörigen durchzusetzen, benötigen Sie unbedingt einen Bevollmächtigten.

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