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Angst vor Geistern bei Kindern

Kinder fürchten sich vor unheimlichen Schatten.
Kinder fürchten sich vor unheimlichen Schatten.
Ungeheuer und Monster sind für Kinder keine Fantasiewesen, sondern real. Da ist das Ungeheuer mit zotteligem Fell und langen Krallen oder der Geist im Kleiderschrank. Im Kopf Ihres Kindes spielen sich Horrorszenen ab. Es stellt sich vor, wie Ungeheuer nachts aus dem Schrank kriechen und sich an das Bett schleichen. Diese Angst sollten Eltern nicht leichtfertig abtun. Kämpfen Sie mit kindlichen Mitteln gegen das Wirken von Geistern, damit Ihre Lieben ruhig schlafen können.

Wenn Kinder in ihrem Zimmer alleine sind, interpretieren sie Schatten oder Geräusche als Bedrohungen. Kinder können Fiktion und Realität nicht klar trennen. Eine Umarmung und "Zaubermittel" helfen oft mehr, als rational zu erklären, dass es keine Geister gibt.

Woher die Angst vor Monstern kommt

Die Furcht vor Geistern gehört zu den reifungsabhängigen Ängsten. Das heißt, es ist normal, dass Mädchen und Jungen solche Ängste erleben. Bereits im Bauch der Mutter entwickelt das Kind Ängste. Dies sind Reaktionen auf laute Geräusche oder andere intensive Reize.

  • Ähnliche Reaktionen zeigen Kleinkinder. Sie erschrecken vor Ungewohntem. Zwischen dem 6. und 9. Monat entwickeln die Kinder die Fähigkeit, Personen optisch besser zu unterscheiden. Vorher können sie nur verschwommen sehen, nun verbessert sich die Wahrnehmung über die Augen. Sie erkennen Fremde auf den ersten Blick und fremdeln.
  • Nach dem ersten Lebensjahr erleben Mädchen und Jungen Ängste vor dem Alleinsein. In der Dunkelheit fühlen sich die Kinder allein, sodass sie ebenfalls Angst vor der Nacht entwickeln. Später, ab dem vierten Lebensjahr, dominieren Ängste vor Geistern und Gewitter.
  • Die Kinder verstehen Zusammenhänge in der Natur und physikalische Gesetzmäßigkeiten in diesem Alter nicht. Sie wissen nicht, dass sich bewegende Schatten in der Nacht von den Bäumen vorm Fenster kommen, die sich im Wind wiegen. Kinder verstehen nicht, dass ein Dach nachts durch Temperaturveränderungen Geräusche macht.
  • Für Kinder sind diese Dinge magisch und sie vermuten dahinter das Wirken von Monstern und Geistern. Das Wissen darüber, dass es Geister geben könnte, stammt aus Märchen, Büchern oder dem Fernsehen. Viele Kinder zeigen beispielsweise Furcht vor Monstern, wenn sie etwas darüber im Fernsehen gesehen haben.

Weil Erwachsene logischer denken, fällt es Ihnen schwer, diese Angst nachzuvollziehen. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit zurück, als Sie beispielsweise einen Horrorfilm angesehen haben. Wie ging es Ihnen danach? So fühlt es sich für Kinder an, wenn sie nachts Geister und Monster um sich herum vermuten.

Wie Sie Kindern bei der Furcht vor Geistern helfen

Wichtig ist, dass Sie Ihren Kindern nicht sagen, sie dürfen keine Angst haben oder die Ängste für Unfug erklären. Das Kind fühlt sich durch eine solche Antwort herabgesetzt und unverstanden. Es wird sich Ihnen zukünftig nicht mehr anvertrauen.

  • Eine einfache Möglichkeit sind ein Nachtlicht, sowie ein beruhigendes Einschlafritual. Das Ritual gibt Ihrem Kind Sicherheit, es merkt, dass die Eltern da sind und es beschützen. Das Nachtlicht erhellt das Zimmer ein wenig. Das Kind fühlt sich nicht in der Dunkelheit allein gelassen. Ein Kuscheltier kann das Gefühl, nicht allein und einsam zu sein, verstärken.
  • Monster und das Wirken von Geistern vermuten Kinder aufgrund des magischen Denkens. Sie halten die Gestalten für real. Dies können Sie nutzen und eine "magische Waffe" gegen Geister an das Bett stellen. Eine solche Waffe kann ein Stein sein. Sie erzählen Ihrem Kind, dass dieser die Geister fernhält. Eine Alternative ist ein Monster-Spray, das zwar nur mit Wasser sprüht, aber für das Kind alles Böse und Unheimliche vertreibt.
  • Durch Geister-Steine und Monster-Sprays nutzen Sie das magische Denken des Kindes gegen die Angst. Sie geben ihm Sicherheit und vermitteln diese in kindgerechten Bildern. Fragen Sie Ihr Kind, was ihm helfen würde und setzen Sie diesen Vorschlag um.
  • Vor dem Schlafengehen können Sie mit der Taschenlampe unter das Bett oder in den Schrank leuchten. Sie versichern Ihrem Kind danach, dass Sie dort keine unheimlichen Wesen angetroffen haben. Fragen Sie Ihr Kind, wo es Spuk gesehen hat und "kontrollieren" Sie diesen Ort abends gemeinsam.
  • Sie können mit Ihrem Kind kreative Möglichkeiten finden, wie Sie gegen das Wirken von Geistern vorgehen. Erzählen Sie Ihrem Kind beispielsweise, dass Geister selbst Angst haben, etwa vor Krokodilen. Ein Plüsch-Krokodil vor der Zimmertür vertreibt die Fantasiegestalten in der Nacht.
  • Bleiben die Ängste weiter bestehen, hilft es, das Kind tagsüber darauf anzusprechen. Lassen Sie Ihr Kind das Monster oder den Geist malen. Dann finden Sie an dem Bild positive Aspekte (z.B. dass der Geist schöne Augen hat oder schicke Schuhe trägt). Das relativiert die Sicht Ihres Kindes.
  • Hat das Kind Sie gerufen, weil es sich fürchtet, sollten Sie auf Erklärungen (z.B. "Da ist nichts.") verzichten. Reden hilft hier wenig. Beruhigen Sie das Kind, indem Sie es in den Arm nehmen. Der körperliche Kontakt beruhigt die Kinder und reduziert den erlebten Stress.

Insgesamt ist es wichtig, die Ängste nicht wegzureden oder als Unfug abzutun. Nutzen Sie stattdessen die kindliche Fantasie, indem Sie Ihrem Kind „Helfer“ gegen die Monster geben. Bedenken Sie, dass die Ängste normal sind. Es ist für Kinder eine wichtige Entwicklungsaufgabe, diese Ängste zu überwinden. Erlebt Ihr Kind dauerhafte Angst und schaffen Sie es nicht, das Kind zu beruhigen, können Sie sich an einen Kinderpsychologen werden. Hilfsangebote bieten darüber hinaus Erziehungsberatungsstellen.

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