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Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik - Erklärung

Unternehmen werden bei angebotsorientierter Wirtschaftspolitik von ausgaben entlastet.
Unternehmen werden bei angebotsorientierter Wirtschaftspolitik von ausgaben entlastet.
Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik beruht auf der Grundüberlegung, dass für den wirtschaftlichen Erfolg das Angebot entscheidend ist. Doch schafft sich das Angebot seine Nachfrage tatsächlich?

Zu den zwei bekanntesten Arten wirtschaftlicher Politik gehören die angebotsorientierte und die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, wobei beide eng mit der Konjunktur zusammenhängen. Bekannt sind sie daher auch als prozyklische und antizyklische Haushaltspolitik.

Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik lediglich ein Modell

Sowohl die angebotsorientierte als auch die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik sind in den Zeiten der modernen Globalisierung nur als Theorien beziehungsweise Modelle zu betrachten, auch wenn sie früher funktioniert haben sollten.

  • Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik verfolgt mehrere Ziele: Es geht dabei um die Verbesserung der Markteffizienz und die Reduzierung der staatlichen Verzerrungen. Im Wesentlichen funktioniert sie auf der Grundlage, dass der Staat die Gesamtkosten für die im Land tätigen Unternehmen senkt.
  • Unternehmen sollen dann mehr Waren produzieren, weil die Produktionskosten geringer ausfallen. Indem sie mehr Güter verkaufen, erhöht sich ihr Gewinn. Das wird die Unternehmen ermuntern, mehr Arbeitskräfte einzustellen.
  • Insgesamt werde die Umsetzung dieses wirtschaftspolitische Modell zu einem höheren Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie Volkseinkommen führen. Außerdem werden gezahlte Steuern und Sozialabgaben dem Staat Einnahmen verschaffen.
  • Das nachfrageorientierte Modell sieht die Erhöhung des privaten Konsums, Investitionsnachfrage sowie der Nachfrage durch Unternehmen und Staat (staatlich erhöhte Gesamtnachfrage) vor.

Schwächen der Angebotsorientierung

Eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik ermöglicht es den Unternehmen, Ausgaben zu senken und so mehr Gewinn zu machen. Doch bedeutet dieser Fakt nicht zwangsläufig, dass mehr Arbeitskräfte eingestellt werden und sie beispielsweise Gewinne komplett selbst behalten.

  • Indem der Staat lediglich für eine Kostensenkung für die Unternehmen sorgt, löst das keine höhere Produktion aus. Damit jemand produziert, muss es eine Nachfrage für die Waren geben.
  • Diese auf die Vorteile von Unternehmen ausgerichtete Politik kann zu einer Erhöhung der sozialen Ungleichheit führen. Denn in der Hauptsache profitieren lediglich die Unternehmen davon.

Fazit: Die Gesamtkosten der Unternehmen bilden Produktionskosten, Steuern, Infrastruktur (Transportwege) sowie Subventionen. Im Rahmen einer prozyklischen Haushaltspolitik kann der Staat mehrfach Einfluss auf die Gestaltung von Unternehmenskosten nehmen.

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