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Zecken: Lebensdauer - Informatives

Zecken durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien.
Zecken durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien.
Zecken sind Überlebenskünstler. Schützen Sie sich gut vor den robusten Parasiten, die in der freien Natur eine Lebensdauer von mehreren Jahren haben.

Entwicklungsstadien und Lebensdauer von Zecken

Zecken sind eine Milbenart, die weltweit in über 900 verschiedenen Arten vorkommt. Sie leben mit Ausnahme der Arktis und Antarktis in allen Regionen der Erde. In Deutschland finden Sie vor allem den Gemeinen Holzbock, der zur Unterart der Schildzecken gehört. Alle Zecken ernähren sich vom Blut ihrer Wirte und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien.

Das Weibchen der Zecke legt bis zu 3000 Eier ab. Daraus schlüpfen winzige, lediglich einen halben Millimeter große Larven, die Sie mit bloßem Auge nicht erkennen können. Mithilfe einer Lupe sehen Sie, dass die Larven sechs Beine haben. Erwachsene Tiere haben hingegen acht Beine.

Für jeden Schritt ihrer Entwicklung braucht die Zecke eine Blutmahlzeit. Die Larven setzen sich auf kleinere Tiere wie Igel oder Mäuse. Hier saugen sie sich drei bis vier Tage mit Blut voll und verlassen anschließend ihren Wirt.

Nach einigen Monaten häutet sich die Larve und wird zur sogenannten Nymphe. Sie ist doppelt so groß wie die Larve und hat acht Beine. Nymphen halten sich an Gräsern und Sträuchern bis zu einem Meter über dem Boden auf und warten dort auf ihre nächste Blutmahlzeit. Passen Sie gut auf – neben kleinen Säugetieren befällt die Nymphe auch Menschen. 

Nach der zweiten Blutmahlzeit häutet sich der Parasit erneut: Die Nymphe wird zur ausgewachsenen Zecke. Nun bilden sich Männchen und Weibchen aus, die in einer Höhe von bis zu zwei Metern auf die nächste Blutmahlzeit warten. Das kleinere Männchen braucht nur wenig Blut für seine Ernährung, das Weibchen benötigt viel Blut, um Eier zu bilden.

Die Paarung findet während des Blutsaugens statt. Das Zeckenmännchen stirbt danach, das Weibchen lässt sich nach der Blutmahlzeit vom Wirt abfallen. Nach einigen Wochen legt das Weibchen seine Eier im Laub ab und stirbt.

Die Lebensdauer einer Zecke lässt sich nicht exakt bestimmen. Sie hängt davon ab, wie schnell das Milbentier in seinen jeweiligen Entwicklungsstadien einen Wirt zum Blutsaugen findet und wann es sich paart. Günstigenfalls dauert der gesamte Lebenszyklus nur circa ein halbes Jahr, in der Regel sind es zwei bis drei Jahre. Laborversuche haben jedoch gezeigt, dass Zecken, die sich nicht paaren, nach einer einmaligen Blutmahlzeit bis zu zehn Jahre leben können.

Beachten Sie, dass Nymphen und erwachsene Zecken in strengen Wintern eine Ruhephase machen. Sie verfallen in eine Winterstarre und werden erst wieder im Frühjahr aktiv. Die Lebensdauer der Zecke verlängert sich dadurch. 

Zecken sind gefährliche und robuste Parasiten

Der Stich einer Zecke kann Ihre Gesundheit gefährden. Viele der Milbentiere tragen verschiedene Krankheitserreger in sich. Am bekanntesten ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt. Diese Viruserkrankung kann zu einer Entzündung von Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark führen und verursacht schlimmstenfalls bleibende Schäden.

Viele Zecken übertragen auch die Borreliose. Diese bakterielle Infektionskrankheit kann beim Menschen alle Organe, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen. Die Symptome umfassen starke Nervenschmerzen, Herzprobleme, Gelenkentzündungen und Lähmungen. Häufig bemerken Sie die Beschwerden erst Jahre oder Jahrzehnte nach einem Zeckenstich.

Beugen Sie einer gefährlichen Infektion durch einen Zeckenstich vor. Suchen Sie nach einem Aufenthalt in der Natur Ihren Körper sorgfältig ab. Achten Sie auf warme Körperstellen mit dünner Haut wie beispielsweise die Kniekehlen, die Leistenbeuge, hinter den Ohren und zwischen den Zehen. Entfernen Sie die Zecke mit einer Pinzette, einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte aus Plastik.

Nach der Entfernung müssen Sie die Zecke töten. Dabei dürfen Sie nicht mit den Körperflüssigkeiten des Tieres in Kontakt kommen. Zerquetschen Sie die Zecke nicht mit den Fingern – über eine kleine Wunde könnten Erreger übertragen werden. Ungeeignet ist das Herunterspülen in der Toilette, da Zecken im Wasser einige Zeit überleben.

Zerdrücken Sie die Zecke am besten mit großem Druck unter einem Glas. Wickeln Sie den Parasiten vorher in ein Stück Papier ein, um Kontakt mit der Körperflüssigkeit zu vermeiden. Auch in hochprozentigem Alkohol, in Chlorreiniger oder kochendem Wasser sterben erwachsene Tiere und Nymphen.

Wenn Sie sich sicher vor einem Zeckenbefall schützen wollen, müssen Sie Ihre Bekleidung nach einem Aufenthalt in der Natur sofort in der Maschine waschen. Achten Sie auf eine hohe Waschtemperatur. Einen Waschgang bei 40 Grad überleben die robusten Milbentiere ebenso wie das Trocknen im Wäschetrockner. Waschen Sie Ihre Kleidung mindestens bei 60 Grad und stellen Sie den Trockner auf die höchste Programmstufe ein.

Kleidungsstücke, die derart hohe Wasch- und Trockentemperaturen nicht vertragen, lassen Sie am besten chemisch reinigen. Legen Sie die Kleidung zuvor in einen dicht schließenden Plastikbeutel. So vermeiden Sie, dass sich Zecken in Ihrer Wohnung breitmachen.

Die Überlebensdauer der Parasiten in der Wohnung

Jahrelang wie im Laborversuch überleben die Zecken in Ihren vier Wänden nicht. Die Milben brauchen langfristig hohe Luftfeuchtigkeit, die hierzulande in den meisten geschlossenen Räumen nicht gegeben ist. Dennoch sterben eingeschleppte Zecken in Ihrer Wohnung nicht sofort ab. Selbst nicht vollgesaugte Zecken überstehen bis zu zehn Tage, wenn sie zuvor Blut gesaugt haben, dann auch länger.

Aufpassen müssen Sie an feuchten Orten wie beispielsweise dem Badezimmer oder Wäscheraum. Hier fühlen sich Zecken wohl und können zur Not ein bis zwei Jahre überleben. Irgendwann brauchen sie Blut und suchen sich ihren nächsten Wirt.

Zecken sind gefährliche und extrem überlebensfähige Parasiten. Suchen Sie Ihren Körper und die Kleidung nach einem Aufenthalt in der freien Natur sorgfältig ab und töten Sie die Milbentiere mit einer sicheren Methode.  

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