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WIG und TIG - Unterschied

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Schweißer bei der Arbeit
Schweißer bei der Arbeit
Der Unterschied zwischen WIG- und TIG-Schweißen liegt lediglich in den unterschiedlichen Anfangsbuchstaben, denn die dahinterstehenden Verfahren sind völlig identisch. Schuld an den für Verwirrung sorgenden Bezeichnungen trägt einzig ein sprödes, weißglänzendes Schwermetall namens Wolfram. Da die englische Bezeichnung hierfür "Tungsten" lautet, erklärt dies die verschiedenen Anfangsbuchstaben.

Interessantes zu Wolfram (engl. Tungsten)

  • Wolfram besitzt einen hohen Schmelzpunkt und eine niedrige elektrische Leitfähigkeit. Diese Eigenschaften macht man sich in Glühlampen und Gasentladungslampen zunutze, wo es als Glühwendel oder Elektrode dient.
  • Seine Verwendung in Legierungen führt zu härteren Werkzeugstählen und wegen der hohen Dichte des Wolframs findet es auch bei panzerbrechender Munition Verwendung.

Erklärungen zum Unterschied WIG- bzw. TIG-Schweißen 

  • WIG ist die deutsche Abkürzung für Wolfram Inert Gas -Schweißen und TIG die englische Abkürzung für Tungsten Inert Gas - Welding für ein und dieselbe Schweiß-Art. Diesbezüglich gibt es vom Verfahren her keinen Unterschied. Die Norm DIN EN ISO 9692 untermauert dies in ihrer Klärung der Begriffe.
  • Beim WIG- oder auch TIG-Schweißen wird zwischen einer Wolfram-Elektrode und dem zu verbindenden Material ein Lichtbogen mittels elektrischer Gleich- oder Wechselspannung (hängt vom Werkstoff ab) erzeugt.
  • Hierbei kommt der Vorteil des Wolfram zum Tragen, da die Wolfram-Elektrode nicht abschmilzt.
  • Gleichstromschweißen mit negativ gepolter Elektrode kommt vorzugsweise bei Materialien wie Stahl, NE-Metallen und deren Legierungen zur Anwendung. Wechselstromschweißen hingegen wird vorzugsweise beim Schweißen von Aluminium und Magnesium verwendet.
  • Als Schutzgas dient ein Inertgas - inert steht für reaktionsträge - wobei beim WIG-Schweißen meist Argon als Inertgas dient und die flüssige Schweißnaht nebst Wolfram-Elektrode vor dem Sauerstoffanteil der Luft schützt. Weitere Beispiele für Inert-Gase sind Stickstoff, Helium, Neon, Krypton, Xenon und Radon.
  • Eine spezielle Form des WIG-Schweißens stellt die Verwendung eines pulsierenden Schweißstroms dar, wobei die Pulsfrequenz, die Impulsbreite und die Impulshöhe variabel nach Bedarf eingestellt werden können (Schweißinverter). Dies dient der besseren Spaltüberbrückung, einer guten Wurzelschweißung und eines guten Schweißens in Zwangslagen. Schweißnahtfehler, welche beispielsweise häufig beim Rohrschweißen am Nahtanfang und Nahtende auftreten, werden so vermieden.

Vorteile des WIG- bzw. TIG-Schweißens

  • Schweißspritzer - wie bei anderen Schweißverfahren üblich - entfallen beim WIG/TIG-Schweißen.
  • Entstehende Schweißdämpfe sind geringer gesundheitsschädigend als die anderer Verfahren. 
  • Die Handhabung des WIG-Schweißens ist relativ einfach und die jeweiligen Dosierungen von Strom und Schutzgas führen zu einer guten Beherrschbarkeit des Lichtbogens und damit des Schweißens an sich.
  • Des Weiteren sorgt das WIG-Schweißen für eine geringere Verzunderung des Werkstücks, was wiederum eine Grundlage für saubere und exakte Nähte ohne Schlackeneinschlüsse ist und die Nacharbeit erheblich reduziert.

Somit sollte die Frage nach einem Unterschied zwischen WIG und TIG geklärt sein: vom Verfahren her gibt es keinen.

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