Alle Kategorien
Suche

Was heißt kommissarische Leitung?

Die kommissarische Leitung über ein Team übertragen zu bekommen ist schon eine Form der Anerkennung.
Die kommissarische Leitung über ein Team übertragen zu bekommen ist schon eine Form der Anerkennung.
Oftmals hört oder liest man in den Medien, dass jemandem die kommissarische Leitung über ein politisches Ressort übertragen wurde. Man nimmt diese Nachricht auf, ohne sich in vielen Fällen darüber im Klaren zu sein, was es heißt, die kommissarische Leitung innezuhaben. Nicht nur in der Politik sondern auch in der freien Wirtschaft ist es durchaus üblich, auf diese Weise führende Positionen zu besetzen.

Die kommissarische Leitung zu übernehmen, deutet auf zeitliche Begrenzungen hin

Es ist sicherlich immer als eine Ehrung zu verstehen, wenn jemandem die Leitung einer Abteilung übertragen wird. Zum Chef ernannt zu werden, ist schließlich das Ziel vieler, die es sich fest vorgenommen haben, die Karriereleiter emporzusteigen. Diese Ernennung heißt aber auch ein hohes Maß an Verantwortung zu übernehmen und insbesondere den Druck auszuhalten, der durch die Beförderung entstanden ist. Sie würden sicherlich alles daran setzen, unter Beweis zu stellen, dass Sie wirklich die richtige Wahl für diesen Posten waren.

  • Etwas schwieriger wird es, wenn eine kommissarische Leitung übertragen wurde. Was sich wie eine ganz besondere Art der Beförderung liest oder anhört, heißt im Klartext eigentlich nichts Anderes, als dass die leitende Position nur auf Zeit vergeben wurde.
  • Der neue leitende Angestellte bekommt diesen Posten quasi nur als Platzhalter zugewiesen, bis sich die eigentliche Führungskraft zurückmeldet oder bis für sie ein adäquater Ersatz gefunden wurde.
  • Als Vertreter für den eigentlichen Chef zu fungieren stellt sicherlich eine Ehre dar, da man Ihnen zutraut, die eigentliche Führungskraft ersetzen bzw. das zeitweise Fehlen des Leiters überbrücken zu können.
  • Wenn eine Führungsposition aufgrund eines plötzlichen und unerwarteten Vorfalls vakant werden sollte, erfolgt hier das kommissarische Einsetzen eines Nachfolgers, entweder aus Pietätsgründen oder aber weil niemandem in der Firma wirklich zugetraut wird, diesen Posten so auskleiden zu können, wie das Unternehmen dies vom letzten "Amtsinhaber" gewohnt war. Da diese Stelle aber unbedingt neu besetzt werden muss, wird hier eine vorläufige Erhebung in den gehobenen Stand als geeignete Lösung angesehen.

Manchmal heißt ein Unternehmen lieber Führungskräfte von außerhalb willkommen

Werden von einem Abteilungsleiter in Krisenzeiten unbequeme Entscheidungen gefordert, so kann hier ein Grund dafür vorliegen, eine frei gewordene Stelle lieber mit einer fremden Fachkraft zu besetzen, die keinerlei Beziehung zu dem Unternehmen hat. 

  • Jemand, der seit Jahren in der Firma tätig ist und von seinem Leistungsvermögen her der Rolle eines Chefs voll gerecht werden könnte, kann nur sehr schwer objektiv bleiben. Zu stark sind hier mitunter auch die kollegialen Bindungen, die beispielsweise bei einem durchzuführenden Personalabbau im Wege stehen dürften.
  • Somit würde es selbst dem verdientesten Mitarbeiter einer Firma sicher sehr entgegenkommen, in schwierigen Zeiten nur die kommissarische Leitung übertragen zu bekommen. Mit dem Wissen, die unabwendbaren Maßnahmen nicht selbst durchführen zu müssen, lässt es sich als Chef auf Zeit sicherlich leichter ertragen, dem Abbau von Stellen zusehen zu müssen.
Teilen: