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Schenkung von Grundstücken - was wichtig ist

Luftbildaufnahme vieler einzelner bebauter und unbebauter Grundstücke.
Luftbildaufnahme vieler einzelner bebauter und unbebauter Grundstücke. © Patrick Federi / unsplash.com
Die Schenkung von Grundstücken ist ein komplexes Thema, das viele Regeln und Vorgaben mit sich bringt. Worauf müssen Sie achten, wenn Sie ein Grundstück verschenken möchten? Mit einigen Tipps und Tricks, um mögliche Fallstricke zu vermeiden, können Sie nur das Beste aus der Schenkung herauszuholen.

Schenkung von Grundstücken - Regeln und Vorgaben

Wenn Sie ein Grundstück verschenken möchten, ist es wichtig, sich über die geltenden Regeln und Vorgaben im Klaren zu sein. Schließlich handelt es sich bei einem Grundstück um eine wertvolle Vermögensanlage, die nicht einfach mal so verschenkt werden kann. In diesem Artikel geben wir Ihnen hilfreiche Informationen zu den Regeln und Voraussetzungen für die Schenkung von Grundstücken.

Bei der Schenkung von Grundstücken existieren bestimmte Regeln und Vorgaben, die beachtet werden müssen. Zunächst einmal sollte das Grundstück lastenfrei sein, das heißt, es dürfen keine bestehenden Schulden oder Belastungen auf dem Grundstück liegen. Außerdem muss die Schenkung notariell beurkundet werden. Dies dient der Rechtssicherheit und verhindert mögliche spätere Streitigkeiten über das verschenkte Grundstück.

Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass für die Schenkung von Grundstücken Schenkungssteuer anfällt. Die Höhe der Steuer ist von verschiedenen Faktoren wie dem Wert des Grundstücks und dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem abhängig. In einigen Fällen können jedoch Freibeträge und Steuervergünstigungen in Anspruch genommen werden, um die Schenkungssteuer zu reduzieren oder sogar ganz zu umgehen. 

Ehepartner haben beispielsweise einen Freibetrag von 500.000 Euro, der alle 10 Jahre genutzt werden kann. Auch Kinder haben einen Freibetrag von 400.000 Euro, der alle 10 Jahre genutzt werden kann. Durch geschickte Planung kann so die Schenkungssteuer minimiert werden.

Des Weiteren gibt es Steuervergünstigungen, die unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden können. Beispielsweise können Eltern ihren Kindern ein Grundstück steuerfrei schenken, wenn diese es innerhalb von 10 Jahren selbst nutzen. Auch beim Schenken an gemeinnützige Organisationen oder bei der Schenkung von selbst genutztem Wohneigentum gibt es Steuererleichterungen.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass Schenkungen von Grundstücken, die innerhalb von 10 Jahren vor dem Tod des Schenkers erfolgen, beim Erbfall mit dem Erbe zusammengerechnet werden. Dies kann unter Umständen zu einer höheren Steuerbelastung führen.

Um Steuern zu sparen, kann es daher ratsam sein, Schenkungen von Grundstücken frühzeitig zu planen und gegebenenfalls auf mehrere Jahre zu verteilen. 

Tipps & Tricks bei der Schenkung von Grundstücken

Damit die Schenkung reibungslos abläuft und mögliche Fallstricke vermieden werden, gibt es einige Tipps und Tricks, die Ihnen helfen können:

Ein wichtiger Tipp ist es, sich frühzeitig mit einem erfahrenen Notar und einem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Diese Fachleute können Sie über die rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Schenkung beraten und Ihnen wertvolle Tipps geben.

Ein weiterer Tipp ist es, die Schenkung gut zu planen. Überlegen Sie sich, ob Sie das Grundstück mit oder ohne Auflagen verschenken wollen. So können beispielsweise bestimmte Bauauflagen oder eine Wohnrechtsbeschränkung festgelegt werden. Auch hier ist eine Beratung durch einen Fachmann empfehlenswert, um die Wünsche und Vorstellungen des Schenkers bestmöglich umzusetzen.

  • Beispiel 1: Herr Schmidt möchte seiner Tochter ein Grundstück schenken, auf dem sie ihr eigenes Haus bauen kann. Er legt fest, dass das Grundstück nur bebaut werden darf und keine gewerbliche Nutzung gestattet ist. So kann er sicherstellen, dass die Schenkung im Sinne seiner Tochter genutzt wird.
  • Beispiel 2: Frau Müller möchte ihrem Enkel ein Grundstück schenken, auf dem sich bereits ein Einfamilienhaus befindet. Sie legt fest, dass sie ein lebenslanges Wohnrecht auf dem Grundstück behält. Dadurch erhält sie die Sicherheit, auch im hohen Alter weiterhin auf dem Grundstück wohnen zu können, während ihr Enkel das Haus nutzen darf.

Die Schenkung von Grundstücken ist ein komplexes Thema, bei dem verschiedene Regeln und Vorgaben beachtet werden müssen. Mit einer guten Planung und der Beratung durch Fachleute wie Notare und Steuerberater können mögliche Fallstricke vermieden werden. Nutzen Sie außerdem die Möglichkeit, Auflagen oder Beschränkungen in der Schenkung festzulegen, um Ihre Wünsche und Vorstellungen bestmöglich umzusetzen. 

Eine Schenkung kann eine wunderbare Möglichkeit sein, anderen eine Freude zu bereiten und Vermögen weiterzugeben, daher ist es wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren und die Schenkung sorgfältig durchzuführen.

helpster.de Autor:in
Stephanie Wall
Stephanie Wall Stephanie hat sich über mehrere berufliche Stufen bis zur Steuerfachwirtin hochgearbeitet. Sie hat sich selbst das Ziel gesteckt, anderen finanzielles Wissen zu vermitteln, um sinnvoll mit Geld umzugehen und den eigenen beruflichen Werdegang sowie Karriere anzukurbeln.
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