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Mir geht alles so nah - was soll ich tun?

Empfindsame Menschen haben es manchmal schwer.
Empfindsame Menschen haben es manchmal schwer.
Kenn Sie das Gefühl, auch wegen Kleinigkeiten gewissermaßen aus der Bahn geworfen zu werden, sich schnell aufzuregen oder vieles unbeabsichtigt zu sehr an sich heranzulassen? Wenn Sie feststellen: „Mir geht alles so nah“, dann kann es mehrere Ursachen geben, denen Sie entgegenwirken können.

Nicht immer ist im Leben alles so, wie es sein sollte und manchmal passieren Dinge, die eigene Pläne durchkreuzen oder die Sie für einen kurzen Moment betrüben. Das kann ein unfreundlicher Verkäufer sein, dessen Verhalten Sie erschreckt, das kann ein Kunde in Ihrem Job sein, der schnell verärgert reagiert, das kann aber auch manchmal auch nur ein trauriger Film sein, den Sie anschauen.

Ursachen, warum Ihnen vieles nah geht

  • Wenn Sie feststellen, dass Sie Dinge sehr treffen, dann können Sie einmal auf Ursachenforschung gehen. Häufig wird man gerade dann schnell verletzt, wenn man ohnehin angeschlagen ist, also sich nicht gut fühlt. Vielleicht gibt es in Ihrem Leben etwas, das Sie belastet. Ist das der Fall, dann geht Ihnen sicherlich nicht mehr alles so nah, wenn Sie dieses Problem überwunden oder gelöst haben, denn dann wird die ursächliche Anspannung geringer geworden sein.
  • Manchmal sind aber auch gerade die Dinge belastend, die Sie an etwas erinnern, was Sie schon einmal erlebt haben. Wenn es Sie etwa das immer sehr trifft, wenn jemand unfreundlich zu Ihnen ist, dann kann es vielleicht sein, dass Sie schon einmal in Ihrem Leben Kontakt mit jemandem hatten, der sehr streng zu Ihnen war, vielleicht sogar in der Kindheit. Dann ist eine negative Prägung entstanden: Menschen, die den damaligen Personen ähneln, erinnern Sie wieder an das Erlebte.
  • In diesem Fall sollten Sie sich dessen erst einmal bewusst werden und überlegen, ob Sie tatsächlich schon einmal Ähnliches erlebt haben. Wenn Sie sich dessen bewusst geworden sind, dann wird sich Ihre Empfindsamkeit zwar nicht gleich verbessern, aber Sie können Ihre eigenen Gefühle dann besser durchschauen und auch ein wenig steuern.
  • Letztlich gibt es noch andere Gründe dafür, dass Ihnen alles so nah geht. Viele Frauen sind etwa in der Schwangerschaft sehr emotional, auch Dingen gegenüber, die mit dem kommenden Baby gar nichts zu tun haben. Dies ist hormonell bedingt. Auch eine Depression kann zur Folge haben, dass man schnell empfindsam reagiert. Wesentliches Kriterium wäre hierfür aber, dass Sie mindestens 14 Tage lang die meiste Zeit neidergeschlagen und traurig sind.

Nicht mehr alles so an sich heranlassen

  • Was können Sie tun, damit Sie gewissermaßen ein etwas dickeres Fell bekommen und Ihnen nicht mehr alles so nah geht? Eine gute Möglichkeit ist es, sich ein soziales Netzwerk zu schaffen, denn Freunde helfen, Belastungen abzufedern und sich weniger schnell überlastet zu fühlen. Dabei haben Studien ergeben, dass insbesondere diejenigen gut mit Stress umgehen können, die mindestens fünf Freunde haben.
  • Das bedeutet nicht, dass Sie angestrengt nach Freunden suchen sollten, aber seien Sie offen für neue Bekanntschaften und geben Sie auch denjenigen, die Ihnen vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so aufgefallen sind, eine Chance. So können sich manchmal interessante Kontakte ergeben; gerade wenn jemand etwas anders ist als Sie, kann dies Ihr Leben bereichern.
  • Zudem lohnt es sich, wenn Sie etwa zu alten Schulfreunden oder Verwandten, die Sie schon lange nicht mehr gesehen haben, wieder Kontakt aufnehmen. Auch das kann dazu führen, dass Sie sich ein stabiles soziales Netzwerk aufbauen.
  • Letztlich ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung in Ihrem Leben wichtig. Dinge, die Sie fordern und vielleicht auch etwas stressen, gehören zum Alltag, aber Sie sollten sich auch Ruheinseln schaffen, beispielsweise mit einer kleinen Mittagsruhe oder einer gemütlichen Kaffeepause. Das kann dazu beitragen, dass Sie insgesamt weniger angespannt sind und Ihnen dann auch nicht mehr alles so nahe geht.
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