Alle Kategorien
Suche

Lärchenholz streichen: Wie Sie das Holz richtig pflegen

Zwei zusammengefügte Lärchenholzbretter
Zwei zusammengefügte Lärchenholzbretter © Rupert Kittinger-Sereinig / pixabay.com
Die neue Holzterrasse aus Lärchenholz ist verlegt und sieht super aus. Jetzt stellt sich die Frage, wie pflegt man das Holz richtig, damit es lange schön bleibt? Muss man das Holz sofort streichen und wenn, dann womit und wie oft?

Wann und womit kann man Lärchenholz streichen?

Eine einzige Leiste aus Lärche kann an manchen Stellen extrem harzig sein und in anderen Bereichen wieder besonders saugfähige Flächen aufweisen. Wenn Sie die Oberfläche harziger Holzarten direkt nach der Montage behandeln, ist das Ergebnis sehr ungleichmäßig. Durch das Harz hat das Lärchenholz  aber auch einen natürlichen Schutz und hält bis zu 15 Jahre.

Mein Profitipp: Lassen Sie das Holz erst einmal „Auswittern“. Setzen Sie die Oberflächen bis zu einem Jahr ungeschützt der Witterung aus, denn durch das Auswittern zieht sich das Harz in die tieferen Holzschichten zurück.  Danach können Sie je nach Schutz und Look das Holz behandeln.

  • Leinöl oder Leinölfirnis: Leinöl oder Leinölfirnis sind besonders gut für Lärchenholz geeignet. Leinölfirnis eignet sich dabei insbesondere für die ökologische Oberflächenbehandlung harziger Holzarten.
  • Halbtransparente Farbe: Durch die Zugabe von Farbpigmenten aus dem Fachhandel können Sie den Farbton Ihrer Gartenelemente später ganz einfach verändern. Dabei lassen halbtransparente Farben die Maserung des Holzes noch durchscheinen und wirken so natürlich.
  • Bootslack: Bootslack ist der Geheimtipp für die Holzbehandlung. Er ist witterungsbeständig, lässt das Holz glänzen und kann sehr farbig sein, wie beim Schwedenhaus. Eine Grundierung ist vorher nicht erforderlich, aber falls gewünscht, verdünnen Sie den Bootslack mit ca. 5 - 10 % Verdünnung. 
  • Bläueschutz: Sie brauchen aber auch einen Schutz vor Bläue. Bläue ist eine Verfärbung durch Schimmelpilze an der Oberfläche. Diese Pilze greifen zwar nicht die Substanz des Holzes an, führen aber zu unschönen Verfärbungen und Farbfehlern der Oberfläche. Gegen Bläuepilzbefall werden vorbeugend wirkende Holzschutzmittel aus dem Fachhandel eingesetzt.

Mein Profitipp: Ein absolutes No-Go bei der Oberflächenbehandlung von Lärche ist das Streichen mit Ölfarbe. Auch nach ausreichender Auswitterung entsteht durch Ölfarbe eine fleckige unschöne Oberfläche.

Schritt-für-Schritt Lärchenholz streichen

Ist das Holz lange genug ausgewittert und gegen Bläuepilz geschützt, können Sie Ihr Carport oder Ihre Terrasse (oder alles andere) aus Lärchenholz problemlos mit einem geeigneten Öl oder einer Farbe behandeln. Dabei gehen Sie folgendermaßen vor:

Schritt 1: Holz vorbereiten

  1. Ist nach dem Auswittern Harz ausgetreten, können Sie dieses mit einem scharfen Messer oder einem mit Terpentin getränktem Tuch entfernen.
  2. Reinigen Sie das Holz z. B. mit der biologischen Holzseife Polarsken.
  3. Schmirgeln Sie es leicht, wenn es sich um glattes Hobelholz handelt. Schmirgeln ist nicht notwendig bei Schnittholz, das von sich aus schon rau ist.

Schritt 2: Öl aufbringen

  1. Tragen Sie das Leinöl mit einem Schwamm satt auf die zu behandelnde Holzoberfläche auf.
  2. Ziehen Sie dabei Gummihandschuhe zum Schutz an. 
  3. Um ein gleichmäßiges Oberflächenbild zu erhalten, entfernen Sie nach etwa einer Stunde das überschüssige Öl mit einem Baumwolllappen.

Mein Tipp: Eine besondere Methode ist, das Leinöl erhitzt aufzutragen. Dies gewährleistet ein tiefes Eindringen in das Holz und einen sehr langfristigen Holzschutz.

Schritt 3: Direkt streichen

  1. Wollen Sie lieber direkt streichen, dann tragen Sie z. B. eine Schicht Öl, halbtransparente Farbe oder Bootslack mit einem Blockpinsel direkt auf das Holz auf.
  2. Die zweite Schicht wird am besten erst nach einem halben Jahr aufgetragen. 

Schritt 4: Trocknen

  1. Sie können aber auch eine Weile warten und dann direkt zwei Schichten hintereinander streichen.
  2. Lassen Sie den ersten Anstrich gut trocknen. Wie lange das dauert, hängt ab von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur, liegt aber oft zwischen ein paar Stunden und einem Tag.
  3. Streichen Sie die zweite Schicht erst, wenn die erste Schicht gut getrocknet ist. Nach zwei Schichten haben Sie ein deckendes Ergebnis.

Eigentlich braucht man Lärchenholz gar nicht behandeln. Möchten Sie aber einen bestimmten Look erzielen und Ihr Holz gleichzeitig pflegen, so wissen Sie jetzt welche Farben oder Öle Sie dafür nehmen können und wie man diese fachgerecht aufträgt, damit Ihr Lärchenholz lange schön bleibt.

helpster.de Autor:in
 Ines Kieselhorst
Ines KieselhorstInes hat als Ausgleich zu Ihrer Tätigkeit als Autorin und Texterin die Gartenarbeit entdeckt. Als Kind einer Handwerkerfamilie ist sie mit dem Heimwerken aufgewachsen und bastelt gerne im Allgemeinen aber auch mal praktische Konstruktionen für den Garten.
Teilen: