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Kupfervitriol und seine Verwendung - so geht's

Inhaltsverzeichnis

So einen Kristall kann man aus Kupfervitriol herstellen.
So einen Kristall kann man aus Kupfervitriol herstellen.
Kupfervitriol ist meist als leuchtend blaue Flüssigkeit bekannt - und manchmal auch von der Schädlingsbekämpfung her. Was jedoch verbirgt sich aus Sicht des Chemikers dahinter? Und welche Verwendung bietet sich dem Nicht-Chemiker in Freizeit und Haushalt?

Kupfervitriol - wissenswerte Eigenschaften

Die leuchtend blaue Flüssigkeit ist heute nicht mehr unter dem Namen "Kupfervitriol" gebräuchlich, zumindest in der Chemie nicht. Es handelt sich bei Kupfervitriol nämlich um Kupfersulfat in wässriger Lösung.

Kupfersulfat ist stark wasseranziehend, d. h. hygroskopisch. Das Wasser wird dabei als Kristallwasser gebunden und das wasserhaltige Pulver wird blau.

Kupfersulfat (chemisch CuSO4) ist ein weißes Kupfersalz der Schwefelsäure (H2SO4), eine sehr starke Säure, die mit Metallen und (in heißer Form) auch mit Halbmetallen reagiert.

Es ist das bekannteste unter den Kupfersalzen. Es entsteht beim Auflösen von Kupfer in heißer, unverdünnter Schwefelsäure unter Sauerstoffeinwirkung (aerob, also bei Luftzutritt).

Die chemische Gleichung für diese Reaktion lautet: Cu + 1/2 O2 + H2SO4 → CuSO4 + H2O.

Kupfersulfat kristallisiert aus dieser Lösung als sogenanntes Pentahydrat CuSO4 * 5H2O aus, also als 5-fach hydrierte Kristalle. Tatsächlich setzen sich in der Lösung blaue, durchsichtige Kristalle ab, bei denen ein Kupfersulfatmolekül von einer Hydrathülle umgeben ist (Aquakomplex).

Kupfervitriol ist keinesfalls harmlos. Es führt zu Kupfervergiftungen, indem es durch orale Aufnahme zu Verätzungen im Magen-Darm-Kanal führt (Erbrechen, Durchfall).

Verwendung von Kupfersulfat

Kupfersulfat als Salz hat natürlich unzählige chemische Anwendungen. Eine der interessantesten ist der Nachweis selbst kleinster Mengen Wasser, zum Beispiel in (hochreinen) Alkoholen. Kommt das Salz nämlich mit Wasser in Kontakt, so nimmt es dieses auf und zeigt die bekannte Blaufärbung.

Kupferverbindungen, die zum Teil auch Kupfersulfat bzw. Kupfervitriol enthalten (oder chemisch aus diesen hervorgegangen sind) finden sich auch in vielen Pflanzenschutzmitteln, die man bereits fertig gemischt kaufen kann. Diese werden zur Bekämpfung einiger Pilzkrankheiten, Mehltau oder auch Krautfäule genutzt.

Auch die blaugrünen Flecke, die man häufig auf Weinrebenblättern entdecken kann, rühren von derartigen Kupferverbindungen (genauer Kupferkalkbrühe, die aus Kupfersulfat hergestellt wird) her. Im Rahmen des Bio-Anbaus ist man von der Verwendung heute jedoch weitgehend abgekommen.

Kupfervitriol wirkt gegen Algen, Moos, Wasserorganismen usw. und kann zum Beispiel in Swimmingpools eingesetzt werden.

Eine weitere Verwendung bietet die Galvanotechnik. Man kann hier bestimmte Materialien verkupfern.

Früher wurde Kupfervitriol zu medizinischen Zwecken als Wundbehandlung und als Brechmittel verwendet.

So gelingt ein Kupfersulfatkristall

  1. Erhitzen Sie etwa einen halben Liter Wasser in einem sauberen Topf oder Becherglas. Das Wasser soll nicht zum Kochen gebracht werden. Wer es ganz perfekt machen will, verwendet destilliertes Wasser.
  2. Geben Sie dabei immer wieder Kupfersulfatpulver hinzu.
  3. Wiederholen Sie die Kupfersulfatzugabe so lange, bis sich am Boden eine Schicht Pulver absetzt.
  4. Nehmen Sie den Topf vom Herd und geben Sie einen Faden hinein.
  5. Lassen Sie den Ansatz zugedeckt einige Tage stehen; am Faden bildet sich ein Kristall.

Sie wissen nun, dass Kupfervitriol Kupfersulfat ist. Im Umgang mit dem Kupfersalz sollten Sie vorsichtig sein, auch wenn sich damit blaue Kristalle züchten lassen.

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