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„Knusperparty“: Was bedeutet das?

Eine Warnung vorweg! Wer vermutet, dass es sich um eine harmlose Party mit Knabberzeug wie Chips und Co handelt, sollte in dem angenehmen Glauben bleiben und nicht weiterlesen.

Eine Knusperparty ist eine besondere Vorliebe im Zusammenhang mit der weiblichen Periode
Eine Knusperparty ist eine besondere Vorliebe im Zusammenhang mit der weiblichen Periode

Wo kommt das her?

2013 konnte man auf der Facebookseite "Confessions. Beichte dein Geheimnis", die es jetzt nicht mehr gibt, anonym seine persönlichen Abgründe jeglicher Art einem Administrator per Direktnachrichten schicken. Diese Administratoren haben dann entschieden, was als peinlich genug veröffentlicht werden soll.

Hier wurde Folgendes gebeichtet: Ein Mann schildert, wie er mit seiner Freundin „Knusperpartys“ feiert. Die Frau lässt vor der Periode die Schamhaare im Intimbereich wachsen, sodass das Periodenblut dort eintrocknen kann (ohne Verwendung von Tampons oder Damenbinden). Dieses getrocknete Blut muss der Mann dann abknuspern und essen.

So eklig der Post sein mag, innerhalb kürzester Zeit waren die Beiträge auf Twitter, dem Kleiderkreisel und bei Google extrem hoch. YouTuber stürzen sich begierig auf das Thema und schon ist der Begriff in Erotik-Portalen oder in der Gaming-Szene zu finden.

Im November 2015 gab es dann eine neue Facebook Seite namens „Dein Beichtstuhl“, dort wurde die „Knusperparty“ erneut aufgewärmt. Es ist übrigens auch ein immer wieder aktueller Beitrag auf Gutefrage.net, bei dem die User sehr unterschiedliche Meinungen haben.

Was steckt dahinter?

Psychologen sind der Ansicht, dass es auf der einen Seite in der Menschheitsgeschichte immer wieder Rituale gab, bei denen Blut als „Saft des Lebens“ eine große Rolle spielte. Auf der anderen Seite spielt wohl ein gewisser Exhibitionismus des Schreibers der Ursprungsgeschichte eine Rolle. Menschen, die solche extremen Fetische posten, wollen auffallen und provozieren. Es gibt übrigens viele Fetische, die mit Körperflüssigkeiten zu tun haben.

Diejenigen, die solche Beichten über „Knusperpartys“ lesen, wiederum sind in gewisser Weise beruhigt zu lesen, dass es sehr viel „komischere“ Menschen gibt, als sie selbst es sind. Dadurch fühlen sie sich in ihrer Normalität bestärkt.

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