Alle Kategorien
Suche

Jawa 20 - Informatives

Die größeren Brüder der Jawa 20 waren weitaus erfolgreicher.
Die größeren Brüder der Jawa 20 waren weitaus erfolgreicher. © Karl-Heinz_Laube / Pixelio
Was bei der Jawa 20 so anders war und warum sie dennoch die Straßen der damaligen DDR so zahlreich bevölkerte, werden die meisten ehemaligen Bürger der DDR auch heute noch zu beantworten wissen. Wenn Sie aus reiner Neugier oder purer Sammelleidenschaft heraus Interesse an diesem tschechischen Moped entwickelt haben, würden Sie die Antworten auf diese Fragen sicherlich gerne erfahren.

In der Not fuhr der DDR-Bürger eine Jawa 20

Die Jawa 20 war das wohl am häufigsten anzutreffende Moped in der damaligen DDR. Dass dieses Zweirad so hohen Zuspruch fand, lag allerdings nicht daran, dass es sonderlich beliebt gewesen wäre. Die beliebtesten Mopeds der damaligen Zeit, die Schwalbe, Habicht und Star, waren nur nach langer Wartezeit in Besitz zu nehmen.

  • Das tschechische Moped hingegen war in großen Mengen verfügbar. So wurde aus der Not heraus das Moped mit der korrekten Bezeichnung Jawa 50 Typ 20 als Notlösung gewählt. Die 50 steht hier für die Kubikzahl des Mopeds.
  • Der tschechische Fabrikant František hatte die Lizenz zum Bau von Motorrädern der 500-ccm-Klasse erworben und war mit diesen den Motorrädern der deutschen Wanderer Werke nachempfundenen Maschinen in der Tschechoslowakei und den angrenzenden Ostblockstaaten recht erfolgreich. Der Markenname Jawa setzt sich aus den jeweiligen zwei Anfangsbuchstaben der Kooperationspartner Janecek und Wanderer Werke zusammen.
  • Dieser Erfolg ließ sich aber, allen Erwartungen zum Trotz, nicht auf die Mopeds des Typs 20 übertragen. So konnte der sozialistische Bruderstaat seine Überproduktionen des Jawa Mopeds in die DDR exportieren.

Die Tatsache, dass dieses Moped nicht für die "Ewigkeit" gebaut wurde und eine nicht gerade hohe "Lebenserwartung" mit sich brachte, macht die Jawa 50 Typ 20 heutzutage zu einem gesuchten Sammlerobjekt.

Daten und Besonderheiten des tschechischen "Erfolgsmodells"

  • Das Moped wurde durch einen luftgekühlten 1-Zylinder-2-Takt-Motor mit einem Hubraum von 49,9 ccm, welcher über eine Leistung von 4 PS bei 6500 U/min verfügte, angetrieben. Die zu erreichende Höchstgeschwindigkeit betrug 65 km/h.
  • Der 5,5 l fassende Tank und der durchschnittliche Verbrauch von 2,3 l/100 km ließen allerdings nur Fahrten von bis zu 230 Kilometern ohne nachzutanken zu.
  • Warum bei der Jawa 20 die Fußschaltung entgegengesetzt zu betätigen war - der 1. Gang lag bei diesem Moped oben und die folgenden jeweils unten - oder aus welchem Grund der Kickstarter ebenfalls genau andersherum, also zum Vorderrad hin zu treten war, wusste niemand in Erfahrung zu bringen. 

Die letztgenannten Kriterien sollten Sie unbedingt berücksichtigen, falls Sie einmal in den Genuss kommen sollten, dieses Moped selbst zu fahren.

Teilen: