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Hindernisarten beim Vielseitigkeitsreiten

Die festen Hindernisse sind imposant.
Die festen Hindernisse sind imposant.
Haben Sie schon einmal beim Vielseitigkeitsreiten am Rande einer Geländestrecke das Geschehen verfolgt? Die imposanten Hindernisse sind beeindruckend, als Zuschauer erscheinen diese unüberwindbar. Jedoch sind diese Hindernisse deutlich niedriger und schmaler als bei den sogenannten Spezialistenprüfungen. Ihre Optik und Einbindung ins Gelände stellt den Schwierigkeitsgrad dar. Der Aufbau dieser Hindernisse erfolgt nach strengen Vorgaben.

Beim Vielseitigkeitsreiten gibt es drei Teilprüfungen

Das Vielseitigkeitsreiten wird auch als Königsdisziplin im Reitsport bezeichnet. Hierfür geeignete Pferde sind Allrounder. Sie verfügen über eine natürliche Begabung in der Dressur, haben ein enormes Springvermögen, sind nervenstark und mutig, ausdauernd und schnell. Eine komplette Vielseitigkeitsprüfung geht über drei Tage, jeder Tag stellt eine andere Herausforderung dar.

  • Am ersten Tag werden die Pferde in der Dressur vorgestellt. Im Unterschied zu einer reinen Dressurprüfung des Schweregrades S werden die Pferde nicht mit einer Kandare aufgezäumt, bei der Vielseitigkeit ist nur ein normaler Zaum mit einfachem Gebissstück erlaubt. Die Anforderungen sind nicht ganz so hoch, die Pferde müssen aber in der Lage sein, alle mittelschweren Lektionen im Ansatz auszuführen. Im Anschluss folgt die erste Verfassungsprüfung. Hier wird tierärztlich geprüft, ob das Pferd physisch in einer guten Verfassung ist. Besteht ein Pferd diese Prüfung nicht, wird es vom weiteren Turnierverlauf ausgeschlossen. Dies dient der Sicherheit von Pferd und Reiter.
  • Der zweite Tag umfasst die Geländestrecke, hier müssen die teilnehmenden Paare eine vorgegeben Strecke mit bis zu maximal 40 Hindernissen in einer vorgegebene Zeit absolvieren. Die Art der Hindernisse, deren Gestaltung und Ausmaße sind klar definiert, können aber rein optisch stark variieren. Im Anschluss folgt erneut eine Verfassungsprüfung. Zudem können die Turnierrichter auch während einer laufenden Geländeprüfung diese beenden, wenn das Pferd einen erschöpften Eindruck erweckt.
  • Die gesamte Prüfung endet am dritten Tag mit dem Springparcours, der sich ebenfalls von einem reinen Springparcours unterscheidet. Die einzelnen Hindernisse stehen weiter voneinander entfernt, da Vielseitigkeitspferde auf einen größeren Galoppsprung hin trainiert werden. Auch sind die Höhen und Weiten bei einem Vielseitigkeitsparcours deutlich geringer als bei einem reinen Springturnier.

Gewonnen hat nach den drei Tagen das Paar, welches die wenigsten Fehlerpunkte erzielt hat.

Die Hindernisarten sind vorgegeben

Zum Wohl von Pferd und Reiter gibt es klare Vorschriften, wie die Hindernisse im Gelände auszusehen haben. Im Laufe der Jahre wurden diese immer wieder nach neuesten Erkenntnissen angepasst. Die Abmessungen der Hindernisse in Höhe, Weite und Flugkurve, sind deutlich geringer als bei Spezialistenprüfungen. Die Schwierigkeit ergibt sich eher aus der Einbindung ins Gelände und der Optik der Hindernisse.

  • Die festen Hindernisse wirken auf den Reiter und Zuschauer sehr imposant, Pferde hingegen kommen mit diesem Typ Hindernis meist besser zurecht. Sie können diese festen Hindernisse mit klarer Ober- und Unterlinie sehr viel besser taxieren. Schwierig wird es, wenn ein massiger Baumstapel zu schweben scheint, also keinen direkten Kontakt zum Boden hat. Hier muss sich das Pferd zusätzlich auf die Hilfen seines Reiters verlassen, um das Hindernis fehlerfrei zu überwinden.
  • Der Wasseraus- und Einsprung gehören zum Standardprogramm. Die Schwierigkeit liegt darin, dass das Pferd die Tiefe des Einsprungs ins Wasser nicht einschätzen kann. Beim Aussprung muss es gegen die Trägheit des Wassers und die Schwerkraft nach oben springen. Hierfür ist ein enormer Kraftaufwand nötig.
  • Bei anderen Hindernissen befinden sich Absprung und Landung auf verschiedenen Höhen, die das Pferd auch nur schlecht einschätzen kann. Hier sind die Reiter mit einem guten Auge gefragt.
  • Sprünge in die Tiefe erfordern viel Mut, bis zu 2 Meter kann es hinunter gehen. Das Pferd muss dabei weit genug nach vorne springen und die Hinterbeine schnell unter den Körper bringen, um sich nicht zu überschlagen.
  • Häufig befindet sich in einer Senke am tiefsten Punkt ein Hindernis, das nicht sehr hoch ist, aber aufgrund der verschiedenen Winkel vor und nach dem Sprung nicht einfach fehlerfrei zu überwinden ist.
  • Immer finden Sie auch Hindernisse mit einer Reizüberflutung, wodurch die volle Aufmerksamkeit und Konzentration des Pferdes nötig ist. Diese können in Form von Marktständen auftreten, die mit vielen Blumen, Obst oder anderen Utensilien dekoriert sind. Ein breiter Picknicktisch mit Bänken stellt eine ähnliche Herausforderung dar.
  • Meist wird auch der absolute Gehorsam geprüft, wenn das Pferd ein sehr schmales Hindernis überwinden soll, obwohl es an beiden Seiten ausreichend Platz gibt, es zu umgehen.
  • Viele Hindernisse haben an der Oberlinie eine "Bürste", sind mit beweglichen Naturmaterialien versehen, die nachgeben, wenn sie berührt werden. Hier müssen die Pferde die Beine nicht ganz weit heben, eine minimale Flughöhe reicht aus, um das Hindernis zu überwinden. Die Schwierigkeit fürs Pferd liegt darin, diese Hindernisse zu erkennen. Es wäre fatal, würde es die Beine bei einem rein festen Sprung leicht schleifen lassen.
  • Wassergräben, die nur übersprungen werden dürfen, finden Sie auch bei fast jeder Vielseitigkeitsprüfung. Diese können bis zu 4 Meter breit ausfallen.

Wichtig ist, dass nur gut trainierte Pferde starten dürfen. Die Reiter sollten ihr Können und das Können ihrer Pferde gut kennen und diese niemals überfordern, um Unfälle zu vermeiden.

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