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Der Physiotherapeut und sein Verdienst - Wissenswertes zum Berufsbild

Physiotherapeuten bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
Physiotherapeuten bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. © Jetti_Kuhlemann / Pixelio
Wer im medizinischen Bereich, aber nicht in der Krankenpflege arbeiten möchte, hat die Möglichkeit, beispielsweise Physiotherapeut zu werden. Über dieses Berufsbild und die Verdienstmöglichkeiten gibt es einiges Interessantes zu wissen.

Physiotherapeut: Berufserlaubnis erforderlich

Zum Beruf des Physiotherapeuten führen mittlerweile unterschiedliche Wege.

  • Die Ausbildung für Physiotherapeuten – bis 1994 hießen sie Krankengymnasten − ist in Deutschland einheitlich geregelt, unterscheidet sich also nicht von Bundesland zu Bundesland. Wer Physiotherapeut werden möchte, braucht mindestens einen mittleren Bildungsabschluss oder einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die dreijährige Ausbildung erfolgt an Berufsfachschulen für Physiotherapie, hinzu kommen praktische Abschnitte in Krankenhäusern.
  • War der Zugang zum Beruf des Physiotherapeuten lange Zeit nur über eine Ausbildung an einer Berufsfachschule möglich, bieten seit einigen Jahren auch einige Hochschulen ein Bachelor- sowie ein darauf aufbauendes Masterstudium zum Physiotherapeuten an. Ein bedeutender Grund dafür ist, dass in den meisten anderen Ländern ein Studium notwendig ist, um dort als Physiotherapeut arbeiten zu können. Zu den Hochschulen, an denen das Studium möglich ist, gehören viele private Hochschulen, darunter die SRH Hochschule Heidelberg und die Hochschule für Gesundheit in Bamberg, jedoch auch ein paar staatliche Hochschulen wie die Hochschule für Gesundheit in Bochum und die Fachhochschule Aachen. Letztere bietet einen kombinierten Studiengang in Kooperation mit der medizinischen Fakultät der RWTH Aachen und dem Universitätsklinikum an, der es ermöglicht zugleich eine Ausbildung am Klinikum zu absolvieren, sodass auch die Praxis nicht zu kurz kommt. Ebenso ermöglicht es die FH ausgebildeten Physiotherapeuten, berufsbegleitend zu studieren, und sich so weiterzuqualifizieren.

Berufsbild und Verdienst

Der Beruf des Physiotherapeuten ist ein sogenannter reglementierter Beruf, das heißt, wer als Physiotherapeut arbeiten möchte, benötigt die entsprechende Ausbildung und eine Berufserlaubnis, außerdem sind regelmäßige Weiterbildungen verpflichtend.

  • Wer eine Ausbildung zum Physiotherapeuten oder zur Physiotherapeutin absolviert hat, hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Hauptsächliche Einsatzorte sind Kliniken, Facharztpraxen und physiotherapeutische Praxen. Arbeitsmöglichkeiten bieten sich aber auch in Rehaeinrichtungen, Behinderten- oder Altenheimen, in Fitnessstudios, Wellnesszentren und bei Sportvereinen. Physiotherapeuten mit Studium können auch als Dozenten oder in der Forschung arbeiten.
  • Physiotherapeuten behandeln Menschen, die krankheits-, verletzungs-, behinderungs- oder altersbedingte Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Genau genommen heißt das, dass sie ihnen helfen, durch bestimmte Übungen und Therapiemaßnahmen, die sie aufgrund der Diagnose des Arztes und in Absprache mit diesem zusammenstellen, ihre Beweglichkeit wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern. Das kann in Einzel- oder Gruppentherapien stattfinden. Zu den Behandlungen und Übungen, die sie durchführen, gehören Massagen, krankengymnastische Übungen, Inhalations-, Elektro-, Wärme- und Hydrotherapien, Gangschulungen, Rückenmuskeltraining, Konditionstraining und Gymnastik. Daneben beugen Physiotherapeuten auch durch geeignete Maßnahmen Bewegungsproblemen vor. Ebenfalls zu ihren Aufgaben gehört es, Patienten zu beraten.
  • Auskennen muss sich ein Physiotherapeut grundsätzlich in der Bewegungs- und Massagetherapie, in der Krankengymnastik und der Rehabilitation, auch der Umgang mit den Patienten gehört zu den unverzichtbaren Kompetenzen. Hinzu kommen weitere Kenntnisse und Fähigkeiten, je nachdem, in welchem Bereich ein Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin arbeitet.
  • Der Verdienst eines Physiotherapeuten hängt davon ab, bei welchem Arbeitgeber er beschäftigt ist oder, im Falle einer Selbstständigkeit, wie gut die eigene Praxis läuft. Ist ein Physiotherapeut im öffentlichen Dienst, also beispielsweise in einer Uniklinik oder in einem städtischen Krankenhaus beschäftigt, richtet sich sein  Gehalt nach den entsprechenden Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst. Beim Bund und den Kommunen ist das der TVöD, bei den Ländern, die einen eigenen Tarifvertrag haben, der TVL. Unterschieden werden 15 Entgeltgruppen, Physiotherapeuten gehören häufig der Entgeltgruppe 6 an, wobei für Leitende Physiotherapeuten oder Physiotherapeuten mit besonderen Funktionen andere Entgeltgruppen gelten können. Wer neu eingestellt wird, bekommt in der Entgeltgruppe 6 nach dem TVöD im Jahr 2012 2036 Euro, wer bereits 15 Jahre und länger dabei ist, 2621 Euro.
  • Arbeitgeber, die nicht dem öffentlichen Dienst angehören, lehnen die Entlohnung teilweise an jene des öffentlichen Dienstes an, teilweise gelten aber auch, je nach Branche, andere Tarifverträge oder der Verdienst wird frei vereinbart. Dabei spielen auch Faktoren wie Berufserfahrung, Verantwortung und Aufgaben oder besondere Qualifikationen eine Rolle, ebenso wie regionale Aspekte.

Sowohl die beruflichen Aufgaben als auch der Verdienst hängen also davon ab, in welchem Bereich ein Physiotherapeut arbeitet.

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