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Der Besuch der alten Dame - gelbe Schuhe richtig deuten

Gelbe Schuhe - im Besuch der alten Dame ein wichtiges Symbol
Gelbe Schuhe - im Besuch der alten Dame ein wichtiges Symbol
Gelbe Schuhe spielen in Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ eine wichtige Rolle als Symbol. Sie charakterisieren nicht nur die verschiedenen Personen, sondern sie markieren auch wichtige Etappen im Fortgang der Handlung.

Das Leben auf Pump ist der Anfang vom Ende in Friedrich Dürrenmatts 1956 uraufgeführter Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“. Das Angebot der „alten Dame“ Kläre Zachanassian, für den Tod Alfred Ills eine Milliarde zu bezahlen, lehnen die Einwohner der verarmten Kleinstadt Güllen zwar zunächst ab, aber die Verlockung des Geldes ist zu stark. Sie verschulden sich, bis sie gar nicht mehr anders können, als ihrem Mitbürger das Todesurteil auszusprechen.

Die Farbsymbolik der gelben Schuhe

Die gelben Schuhe werden im Verlauf der Handlung immer wieder erwähnt und geben wichtige Hinweise. Dabei ist nicht nur der Umstand bedeutend, dass es sich um ein extravagantes Kleidungsstück handelt, sondern auch, dass sie eine besondere Farbe besitzen.

  • Gelb ist die Farbe des Neids und die Eifersucht. Farben symbolisieren im Alltag seit dem Mittelalter verschiedene Charaktereigenschaften und Seelenzustände.
  • Heute oft weniger bekannt ist, dass Gelb auch als Farbe des Judas, des Verräters Jesu, galt und damit zur allgemeinen „Schandfarbe“ wurde. Man denke zum Beispiel an den gelben Stern, den die Juden im Dritten Reich tragen mussten.
  • Vor allem der Aspekt des Verrats spielt im „Besuch der alten Dame“ eine Rolle: Als Alfred Ill die neuen gelbe Schuhe an den Füßen der Einwohner von Güllen sieht, weiß er, dass diese ihm untreu geworden sind und ihn verraten werden. Sogar Polizei und Bürgermeister gehören zu den Illoyalen.

Luxusartikel im Besuch der alten Dame

Gelbe Schuhe sind in Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ ein Hinweis auf Korruption und den zunehmenden Konsum von Luxusartikeln.

  • Nicht nur die ausgefallenen Schuhe kaufen die Güllener nun, sondern auch „Vollmilch“ statt einfacher Milch, Seidenkrawatten und teure Zigarren.
  • Sogar der Pfarrer verfällt dem Konsumrausch: Er leistet sich neue Glocken für die Kirche.
  • Ills eigene Familie schließt sich an. Die Ehefrau kauft einen Pelzmantel, der Sohn ein schnelles Auto und die Tochter lernt Tennis.
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