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Windows 7: Computer startet nicht mehr - Ursachen & Lösungen

Inhaltsverzeichnis

Haben Sie keine Angst Hand anzulegen. Ein Blick ins Handbuch des Mainboards hilft Ihnen weiter!
Haben Sie keine Angst Hand anzulegen. Ein Blick ins Handbuch des Mainboards hilft Ihnen weiter!
Wenn Ihr Windows-7-Computer nicht mehr startet, können sowohl die Hardware als auch die Software schuld sein. Mit den richtigen Informationen und ein wenig Hintergrundwissen, können Sie das Problem jedoch meist schnell beseitigen und sich vor unnötigen Kosten schützen. Nach diesem Ratgeber, werden Sie in der Lage sein grundlegende Hard- und Softwaredefekte zu diagnostizieren und zu beheben..

Was Sie benötigen

  • Schraubendreher
  • Mainboard Handbuch
  • Ultimate Boot CD
  • Windows-7-Installationsdatenträger
  • Evtl. eine Live-DVD eines Betriebssystems (beispielsweise Ubuntu)
  • Evtl. einen externen Datenträger (USB-Stick oder USB-Festplatte)

Windows 7: Computer startet nicht mehr

Wenn Ihr Windows 7 Computer nicht mehr startet, stellt sich immer die Frage, ob es sich um einen Hard- oder einen Softwarefehler handelt. Bevor Sie sich jedoch auf die Diagnose des Problems und dessen Behebung stürzen, sollten Sie grundsätzlich alle nicht benötigten Geräte von Ihrem Rechner trennen. Dies hat zur Grundlage, dass defekte Kabel oder USB-Geräte häufig entsprechende Probleme verursachen. Erst hiernach sollten Sie den Computer wieder einschalten und den Startvorgang beobachten.

Fehlermeldung oder schwarzer Bildschirm?

Während des Startvorgangs können grundsätzlich zwei unterschiedliche Szenarien auftreten. Zum einen kann der Bildschirm komplett schwarz bleiben, zum anderen können Fehlermeldungen oder willkürliche Neustarts vorkommen. Ein schwarzer Bildschirm weist meist auf defekte Hardware hin, wohingegen Neustarts und Fehlermeldungen meist ein Softwareproblem darstellen. Jedoch sollte auch hier zumindest der Arbeitsspeicher und die Systemplatte auf Fehler überprüft werden, um versteckte Defekte auszuschließen. Die entsprechenden Informationen finden Sie im Abschnitt: Arbeitsspeicher und Festplatte prüfen.

Hardwarefehler finden und beseitigen

Es gibt viele verschiedene Symptome defekter Hardware. Das Häufigste ist der schwarze Bildschirm. Grund hierfür liegen meist in den Defekten von Netzteil, Arbeitsspeicher oder Grafikkarte, selten ist auch der Monitor schuld. Davon abgesehen können auch fehlerhafte Einstellungen des BIOS den Start verhindern. Um die entsprechenden Probleme auszuschließen, verfahren Sie wie folgt:

  • Resetten Sie das BIOS. Hierfür müssen Sie den PC komplett vom Strom trennen und die BIOS-Batterie entnehmen. Informationen hierzu finden Sie im Handbuch des Mainboards. Halten Sie danach die Taste zum Einschalten des Computers für 30 Sekunden gedrückt und schließen Sie den PC wieder an. Wenn Sie ein Bild bekommen, lag es an einer fehlerhaften BIOS-Einstellung.
  • Sofern Sie mehrere Riegel Arbeitsspeicher verbaut haben, entnehmen Sie dem vom Strom getrennten PC sämtliche Riegel bis auf einen und schalten Sie den PC wieder ein. Sollte dies nicht zum Erfolg geführt haben, trennen Sie den PC wieder vom Strom und tauschen den Riegel gegen einen anderen aus und versuchen Sie es erneut. Informationen hierzu finden Sie ebenfalls im Handbuch des Mainboards.
  • Falls Sie eine Ersatzgrafikkarte vorrätig haben oder das Mainboard einen Monitorausgang hat, entnehmen Sie dem ausgeschalteten Computer die Grafikkarte bzw. tauschen Sie sie aus. Wenn Sie hierdurch ein Bild erhalten, ist die Grafikkarte defekt. Auch hierzu finden Sie Informationen im Handbuch des Mainboards.
  • Als letztes können Sie das Netzteil tauschen, sofern Sie einen Ersatz zur Verfügung haben. Sofern Sie auch hierdurch kein Bild erhalten, sollten Sie den PC dem Fachhändler Ihres Vertrauens übergeben.

Arbeitsspeicher und Festplatte prüfen

Um versteckte Defekte auszuschließen, sollten Sie grundsätzlich den Arbeitsspeicher und die Systemplatte überprüfen. Hierfür benötigen Sie eine Ultimate Boot CD, die Sie kostenlos im Internet herunterladen können. Legen Sie die CD ein und starten Sie den PC von der CD. Hierfür drücken Sie während des Startens meist eine der folgenden Tasten wiederholt: Esc, F1, F2, F8, F11, F12.

  • Um den Arbeitsspeicher zu prüfen, navigieren Sie mit den Pfeil- und der Entertaste in folgendes Menü: Memory -> Memtest86+. In dem Programm finden Sie nun die Angaben: Pass 0 und Errors 0. Sobald unter Pass 1 zu finden ist und keine Fehler gefunden wurden, ist Ihr Arbeitsspeicher in Ordnung.
  • Um die Festplatte zu prüfen, navigieren Sie in das Menü: HDD -> Diagnosis und wählen Sie dort das neuste Programm des Herstellers Ihrer Festplatte aus. Die Bedienung unterscheidet sich zwar von Hersteller zu Hersteller, wird aber immer ausreichend erklärt. Benutzen Sie immer einen vollen Test. Sofern keine Fehler gefunden werden, ist Ihre Festplatte in Ordnung und Sie können sich den Softwareproblemen zuwenden. Bitte beachten Sie: Der Test einer 1 TB großen Festplatte kann bis zu ca. 8 Stunden dauern!

Softwarefehler beheben - Startoption: Im abgesicherten Modus hochfahren

Der erste Schritt sollte darin bestehen, im abgesicherten Modus hochzufahren. Drücken Sie hierfür die Taste F8 während des Startens mehrmalig. Sollte ein Menü erscheinen, um einen Startdatenträger auszuwählen, drücken Sie die Taste Esc und abermals mehrfach die Taste F8. In den Startoptionen können Sie nun verschiedene Punkte wählen, unter anderem den Punkt: Im abgesicherten Modus hochfahren. Wählen Sie diesen aus und bestätigen Sie mit Enter.

  • Sofern der PC nun anstandslos in den abgesicherten Modus hochfährt, klicken Sie auf das Windowssymbol und wählen Sie die Option Herunterfahren -> Neu starten. Teilweise reicht dieses Vorgehen aus, um einen Softwarefehler zu beheben.
  • Sollte dieses Vorgehen ebenfalls nicht funktionieren, starten Sie erneut den abgesicherten Modus. Öffnen Sie den Arbeitsplatz und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Festplatte C. Wählen Sie Eigenschaften, klicken Sie auf die Registerkarte Tools, Fehlerüberprüfung und Jetzt prüfen. Markieren Sie die Optionen: Dateisystemfehler automatisch korrigieren, als auch Fehlerhafte Sektoren suchen/wiederherstellen. Starten Sie daraufhin neu.

Softwarefehler beheben - Startoption: Letzte bekannte funktionierende Konfiguration

Sollte der abgesicherte Modus nicht weiter helfen, versuchen Sie es mit der Startoption: Letzte bekannte funktionierende Konfiguration. Das Vorgehen, um an diese Option zu gelangen, ist entsprechend des Vorgehens für den Abgesicherten Modus. Funktioniert auch dies nicht, benötigen Sie ein Windows-7-Installationsdatenträger.

Die Windows DVD nutzen: Systemdateien auf Integrität prüfen

Starten Sie von der Windows DVD. Gehen Sie hierfür genauso vor, wie beim Start von der Ultimate Boot CD. Drücken Sie, sobald die Meldung angezeigt wird, dass Sie eine Taste drücken sollen, einfach die Leer- oder Entertaste. Wählen Sie nun eine Sprache aus und bestätigen Sie. Wählen Sie hiernach: Computerreparaturoptionen.

  • Wählen Sie nun die Systemreparatur aus und folgen Sie den Anweisungen. Hiernach müssen Sie den Computer neu Starten. Oftmals reicht dies bereits, um einen Softwarefehler zu beheben.
  • Sofern dies nicht ausgereicht hat, wechseln Sie wieder in das Menü für die Computerreparaturoptionen. Wählen Sie jedoch diesmal die Eingabeaufforderung. Nun wird es etwas schwieriger. Sie sollten zuerst überprüfen, ob nun D Ihre Systemplatte ist, da sich diese hier verschiebt.
  • Geben Sie dafür "D:" (jeweils ohne Anführungszeichen) in die Eingabeaufforderung ein und drücken Sie Enter. Danach geben Sie folgenden Befehl ein: "dir". Sehen Sie nun ein Verzeichnis mit dem Namen Windows. Sind Sie richtig.
  • Wenn nicht, probieren Sie die Buchstaben durch. Sobald Sie die Systemplatte gefunden haben, geben Sie diesen Befehl ein: "sfc /SCANNOW /OFFBOOTDIR=D:\", wobei Sie "D:\" durch den Buchstaben Ihrer Systemplatte ersetzen. Starten Sie nach Abschluss der Prüfung neu.

Die Windows DVD nutzen: Systemwiederherstellung

Sollte alles Vorangegangene nicht funktioniert haben, können Sie noch versuchen das System wiederherzustellen. Auch hierfür müssen Sie wieder in die Computerreparaturoptionen wechseln.

  • Wählen Sie nun die Systemwiederherstellung aus und folgen Sie den Anweisungen. Wählen Sie zunächst einen aktuelleren Systemwiederherstellungspunkt aus. Eine gute Wahl ist meist einer, der einige Wochen zurückliegt. Hiernach wird der PC neu gestartet. Führt dies nicht zum Erfolg, probieren Sie den ältesten Wiederherstellungspunkt aus, den Sie besitzen. Aber Achtung: Sie verlieren hierdurch keine Daten, aber Sie müssen Programme erneut installieren, die nach dem Systemwiederherstellungspunkt von Ihnen installiert wurden. Auch Updates des Betriebssystems können wieder nötig sein!

Im Notfall: Die Neuinstallation

Sollte alles nicht geholfen haben, hilft nur noch eine Neuinstallation. Dabei droht ihnen kein Datenverlust, sofern Sie die Festplatte nicht formatieren! Sicherheitshalber sollten Sie dennoch zuvor eine Sicherung Ihrer Daten durchführen. Hierzu benötigen Sie einen externen Datenträger und ein System von dem Sie starten können (beispielsweise eine Ubuntu DVD).

  • Für die Sicherung: Starten Sie von dem Datenträger mit dem Live System. Stecken Sie hiernach den USB-Stick oder die USB-Festplatte an, und navigieren Sie zu Ihren Daten, die Sie dann einfach auf den externen Datenträger kopieren können. Mit großer Wahrscheinlichkeit finden Sie alle wichtigen Daten im Benutzer bzw. User Verzeichnis auf Ihrer Windows Festplatte.
  • Für die Installation: Starten Sie von der Windows-7-DVD und wählen Sie die Sprache aus. Folgen Sie den Anweisungen, achten Sie jedoch darauf Benutzerdefiniert zu wählen und die vorhandene Festplatte zur Installation auszuwählen, ohne eine neue Partition zu erstellen. Die Installation wird Sie dann darauf hinweisen, dass das bisherige Windowsverzeichnis nach der Installation als Windows.old zur Verfügung stehen wird.

Abschließende Hinweise

Einen PC reparieren zu lassen ist meist recht teuer. Dabei unterscheiden sich die hier beschriebenen Methoden kaum von denen, die Fachhändler bzw. entsprechende PC-Werkstätten anwenden. Daher ist es für den interessierten Nutzer meist kein großes Problem, die entsprechenden Schritte selbst durchzuführen. Leider können Sie manche Defekte, beispielsweise ein kaputtes Mainboard, ohne Ersatzhardware nicht diagnostizieren. Alles andere dürfte Sie nun jedoch nicht mehr schrecken.

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