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Ursachen von Depressionen - Wissenswertes

Inhaltsverzeichnis

Depressionen schränken ein und hindern am Weiterkommen.
Depressionen schränken ein und hindern am Weiterkommen.
Psychische Erkrankungen wie Depressionen scheinen immer mehr aufzutreten. Mittlerweile sind sie relativ gut behandelbar, wenn man sich in helfende Hände begibt. Doch warum erkranken Menschen daran, warum sind es nicht nur Verstimmungen, sondern ernstzunehmende Warnsignale? Die Ursachen dafür sind vielseitig.

In Deutschland sind aktuell etwa 2-5% der Menschen an Depressionen erkrankt. Dabei fällt auf, dass die Zahl der Frauen höher ist. Doch das heißt nicht, dass Frauen ein höheres Risiko haben daran zu erkranken, sondern lässt sich darauf zurückführen, dass Frauen eher dazu bereit sind, sich Hilfe zu suchen. Die Dunkelziffer ist bei den Männern wahrscheinlich höher als die tatsächlichen Diagnosezahlen belegen. Mittlerweile findet man auch immer öfter Kinder mit Depressionen. Um die Ursachen zu erklären, haben sich verschiedene Theorien entwickelt, bei denen es zwei Haupttheorien gibt.

Verhalten muss verstärkt werden

Das verhaltenstheoretische Modell von Lewihnsohn geht von einer zu geringen Verhaltensverstärkung aus.

  • Hierbei wird angenommen, dass ein bestimmtes Verhalten oder auch das Verhalten einer Person allgemein zu wenig verstärkt wird.
  • Dadurch wird die Aktivität reduziert, da es quasi keinen Anreiz gibt.
  • Je weniger Verhalten gezeigt wird, desto geringer wird natürlich auch die Möglichkeit, Verstärkung dafür zu erhalten.

Und so befindet man sich umgangssprachlich in einem "Teufelskreis" bzw. eher in einer Abwärtsspirale, da immer weniger Verhalten gezeigt wird, weil Anreize fehlen und auch kaum Möglichkeiten dafür gegeben werden. Die Menge der erreichbaren Verstärkung hängt von den Eigenschaften der Person selbst, der Umgebung in der sie sich befindet, und dem Repertoire an Verhaltensweisen (Fertigkeiten) ab. Hat die Person also viele Verhaltensweisen, die man verstärken kann, ist sie also gut in dem was sie macht, so ist die Wahrscheinlichkeit für Verstärkung groß. Jedoch kann es auch sein, dass das Umfeld dies als selbstverständlich ansieht, und kaum verstärkt. Das Zusammenspiel dieser drei Faktoren wird als Ursache dafür angesehen wie viel Verstärkung eine Person erhalten kann. Und sind diese gering, so gibt es wenig Anreize für Verhalten und Aktivität, was dann in einer Depression enden kann.

Falsche und automatische Denkmuster

Die Grundidee der kognitiven Theorien sieht kognitive Störungen als Ursache für Depressionen. Das bedeutet, dass das Denken festgefahren ist, also einseitig und willkürlich.

  • Auslöser dafür sind bestimmte negative Erfahrungen, auch Verluste oder Situationen mit Nichtkontrolle.
  • In Situationen, die diesen ähnlich sind, werden also sehr stark automatisierte Verhaltensmuster gezeigt.
  • Die Situation wird als bekannt erkannt und das gespeicherte Verhaltensmuster wird aktiviert, ohne darüber nachzudenken, ob das gerade angemessen oder sinnvoll ist.

Diese automatisierten Abläufe sind dann die Ursache. So verlieren sich Depressive oft in Gedankenspiralen, zum Beispiel mit Selbstvorwürfen oder im Katastrophendenken, weil vielleicht ein Tortenheber bei einer Geburtstagsfeier nicht sofort auf dem Tisch liegt und das dann die ganze Feier ruiniert, sich alle von der Person abwenden und sie allein und verlassen ist. Für Nicht-Erkrankte klingen diese Gedankenketten abstrus, sind für einen depressiven Menschen aber eine gefährliche Falle.

Psychosoziale Risikofaktoren

Diese Faktoren sind keine Theorien zu den Ursachen von Depressionen. Sie spielen aber für die Genannten dennoch meist eine Rolle. Es ist eine Auswahl an Umwelteinflüssen oder Ähnlichem, die zu einer Depression beitragen können:

  • Ständige chronische Belastungen sind schädlich. Hierbei geht es nicht nur um Lärm oder dergleichen, sondern alle möglichen Dinge, die im Alltag oder Berufsleben belasten. Man nennt sie chronische Umweltreize. Gibt es keine Erholungsphasen dazwischen, so greifen sie den Menschen auf vielfältige Weise an.
  • Ebenso ist ein belastendes Elternhaus auf Dauer nicht gut. Wenn es dort ständig Probleme gibt oder Druck oder Ähnliches, dann hat sich der eigentliche Schonraum und Anker, den Familie darstellen sollte, verschoben bzw. aufgelöst und bietet keinen Rückzugsort mehr. Dies ist vor allem beim familiären Zerfall so.
  • Durch die zunehmende Lebenserwartung werden immer mehr Menschen immer älter, stehen aber am Ende vielleicht doch einsam und isoliert da. Diese Vereinsamung und fehlende Einflüsse von außen können auch eine Ursache für Depressionen sein.
  • Es gibt außerdem verschiedene kritische Ereignisse im Leben, die uns ebenfalls sehr belasten können. Auf der einen Seite sind das berufsbezogene Dinge, wie Arbeitsplatzverlust, Beförderung und der mit beiden verbundene Existenzkampf. Es gibt aber auch andere Ereignisse im Privatbereich, zum Beispiel der Verlust von Menschen, Konflikte, oder auch ein Umzug.
  • Neben all den Einflüssen von außen, die auf Körper und Seele einwirken, können auch somatische Ursachen schuld sein, wie zum Beispiel eine Abmagerungskur oder Verletzungen.
  • Auch sexuelle Probleme können den Selbstwert einer Person stark angreifen und senken, und sie dadurch allgemein angreifbarer machen.
  • Die Risikofaktoren können auch in der Persönlichkeitsstruktur liegen (Introversion, mangelnde Selbstsicherheit, Abhängigkeit).
  • Belastende Ereignisfaktoren ohne Erholung sind auch besonders gefährlich (Kette von negativen Ereignissen, ohne positive Ereignisse als Erholung zwischendurch).
  • Durch negative Umwelteinflüsse wird die Person angegriffen und muss sich dem entgegenstellen. Mangelt es jedoch an Bewältigungsstrategien, so scheint die Gegenwehr gering.

Die Depression ist eine multifaktorielle Störung, das heißt, es kommen verschiedene Elemente zusammen, die in ihrem Zusammenspiel zu einer Depression führen können. Die Ursache ist also selten ein einziger Faktor. Ist ein Mensch in seinem Selbstbild schwach und kann schlecht mit schwierigen Situationen umgehen, so kann er sich schnell in bestimmten Mustern verlieren. Einige Theoretiker sprechen auch von einer "erlernten Hilflosigkeit", die mit Sätzen wie "da kann ich eh nichts machen" einher geht. Sich dem Schicksal ergeben ist also die falsche Variante. Depressionen können jeden treffen, doch mit einer gestärkten Persönlichkeit und einer Balance zwischen Belastung und Entspannung ist ein guter Schritt in die entgegengesetzte Richtung getan. Es ist wichtig, sich mit sich selbst zu beschäftigen und sich zu beobachten. Und sollte es doch in einer Depression enden, so kann man sich Hilfe holen, denn ohne diese wird man es kaum herausschaffen. Doch mit einer Therapie besiegen über 60% der Betroffenen die Depression vollständig.

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