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Rauchen mit 12 - so reagieren Sie als Eltern

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Der blaue Dunst ist gesundheitsschädlich
Der blaue Dunst ist gesundheitsschädlich
Wenn Pubertierende mit 12 Jahren zu rauchen beginnen, ist das schon erschreckend, vor allem für Sie als Eltern, denn die gesundheitlichen Folgen können verheerend sein. Hilfreich steht da vielen Eltern das inzwischen bekannte Nichtraucherschutzgesetz zur Seite, dass in vielen öffentlichen Bereichen nicht nur das Rauchen untersagt, sondern auch Nichtrauchern eine große Lobby einräumt. Ebenso unterstützen öffentliche "Nichtraucherkampagnen" Jugendliche zu einem bewussteren Umgang mit Zigaretten. Doch was hilft das alles, wenn Ihr Kind mit 12 Jahren zu rauchen beginnt?

Gegen das Rauchen mit 12 sprechen viele Fakten

  • Viele Nichtraucher-Kampangnen veröffentlichen, wie schnell das Rauchen zur Todesursache werden kann. Von Raucherbeinen, über die Raucherlunge, bis hin zur Lungenkrebs- und Hauterkrankung wird propagiert, wie schädlich das Rauchen ist, erst recht, wenn man im Alter von 12 Jahren bereits damit beginnt und dann über Jahrzehnte raucht.
  • Warum aber gewinnt das Rauchen in der Pubertätszeit immer noch an Bedeutung? Früher propagierten Filme und Werbungen Klischees, wie z.B. man wäre ein "harter" Mann, wenn man raucht oder ein eleganter "Salontiger". Die Damenwelt verband mit dem Rauchen Gefühle von Freiheit oder Emanzipation.
  • Kein Wunder also, dass gerade in den 50er Jahren der Zigarettenkonsum selbst unter 12 jährigen anstieg. Noch heute rauchen etwa 26 % aller Erwachsenen in Deutschland regelmäßig. Dank des Nichtraucherschutzgesetzes haben inzwischen viele Raucher beschlossen und z. T. auch umgesetzt, mit dem Rauchen aufzuhören. Dennoch bleibt ein harter Kern bei dem gesundheitsschädlichen Genuss, der auch 12 - jährige ansteckt.
  • Kinder mit 12, lernen erst einmal durch Nachahmen, dann durch Bestätigung und dann durch Erfahrung. D.h. wer als Vater oder Mutter vor seinen Kindern raucht, bietet diesen natürlich ein Beispiel und so wird auch der 12 - jährige das Rauchen ausprobieren, um es im Freundeskreis zu präsentieren, in dem sich der eine oder andere ebenfalls anstecken lässt.
  • Hat dann das Rauchen im Freundeskreis Einzug gehalten, ist die Bestätigung eines bestimmten Gefühlsempfinden erfolgt, nämlich: dazugehören, erwachsen sein, selbst entscheiden zu können usw. Auch die Erfahrung, dass Zigaretten Lust auf mehr machen, schleicht sich schnell ein und bald ist es zu spät, um sich von dem Kostenfaktor, der finanziell und gesundheitlich zu betrachten ist, wieder lösen zu können.
  • Noch immer rauchen in Deutschland etwa 38 % Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren etwa 10 bis 11 Zigaretten pro Tag. Ob Jugendliche und junge Erwachsene mit 12 bis 25 Jahren rauchen, hängt von dem jeweiligen Freundeskreis ab und entsprechenden Vereinen und gesellschaftlichen Tätigkeiten ab.

Welche Chancen haben Sie, wenn Kinder rauchen?

  • Grundsätzlich haben Sie nur eine Chance, wenn Sie in der zurückliegenden Erziehungszeit eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Kind aufgebaut haben. Zwar sind Sie dann auch nicht vor der Erfahrung geschützt, dass Ihr Kind mit 12 bereits zur ersten Zigarette greift, aber Sie haben deutlich bessere Ausgangspositionen.
  • Wenn man Jugendliche fragt, warum sie rauchen, bekommt man nicht selten die Antwort: "Es steckt an, es beruhigt, es sorgt für Wohlbefinden und alle rauchen." Das bedeutet, es hat erst einmal nichts mit Stressbewältigung zu tun, wenn Pubertierende mit 12 zu rauchen beginnen. Und seien Sie sich bewusst, dass die Pubertät eine Zeit ist, in der die Heranwachsenden eine "Befreiung" erleben möchten.
  • Das bedeutet, Sie können Ihren Kindern viel verbieten, doch die Frage ist, ob sich Ihre 12- jährigen daran halten, denn Sie dürfen nicht vergessen, dass Ihre Kinder durch ihren Freundeskreis Unterstützung, bzw. auch "Anfeuerung" erhalten. Verbote, die machtlos bleiben, in Verbindung mit gut gemeinten Wissensvermittlungen und Hinweisen werden Ihnen oft nicht weiter helfen.

Wie können Sie reagieren, wenn Kinder rauchen?

  • Natürlich sollen Sie nicht nur einfach zusehen, wenn Ihre 12 - jährigen rauchen, aber versuchen Sie auch während der Pubertät einen Einfluss und gewisse "Machtbereiche" zu behalten. Gestehen Sie Ihrem Pubertierenden allerdings zu, dass er, bzw. sie eigene Entscheidungskompetenzen hat und nutzen kann, ohne dass Sie darauf Einfluss nehmen können. Und natürlich: Informieren Sie.
  • Wenn Sie  entdeckt haben, dass Ihr 12 - Jähriger raucht. Sprechen Sie ihn darauf an und treten Sie in Kommunikation über seine Beweggründe, seine Empfindungen beim Rauchen, die gesundheitlichen Folgen und die gesetzliche Grundlage in Deutschland. Nutzen Sie das erste Gespräch, um mit Ihrem Kind in Kontakt zu bleiben und zwar zunächst ohne "drohende Strenge". Sprechen Sie dann über Ihre Sorgen um seine Gesundheit und erklären Sie deutlich, dass Sie das Rauchen verbieten, mit einem Hinweis:
  • Ein Verbot zum Rauchen ist mit 12 Jahren sicher notwendig, doch beachten Sie Ihren "Machteinfluss", den Sie tunlichst nicht untergraben sollten. D. h. beginnen Sie nun nicht mit Drohungen, wie z. B. "Wenn ich Dich dabei erwische....", sondern stellen Sie klar, dass Ihr Verbot zwar grundsätzlich gilt, Sie aber zu unbeobachteten Zeiten keinen Einfluss auf die Entscheidung Ihres Kindes haben und sie ihm deshalb überlassen müssen.
  • Versuchen Sie in dem Moment eine gegenseitige, auf Vertrauen beruhende Absprache zu finden, indem Ihr Kind verspricht, nicht mehr zu rauchen. Gelingt das nicht ganz, beschränken Sie Ihren "Machteinfluss" auf den Wohnungsbereich, indem Sie das Verbot zum Rauchen innerhalb der Wohnung deutlich kontrollieren werden. Das bedeutet natürlich auch für Sie, dass Sie innerhalb der Wohnung nicht rauchen. Bleiben Sie mit Ihrem Kind immer wieder in Kontakt.



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