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Kratzen beim Cavalier King Charles Spaniel - CM/SM

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Cavalier King Charles Spaniel sind schlau, ihr Gehirn aber anders.
Cavalier King Charles Spaniel sind schlau, ihr Gehirn aber anders.
Ihr Cavalier King Charles Spaniel kratzt sich und Sie haben schon eine Odyssee an Hautuntersuchungen und Behandlungen hinter sich, die erfolglos geblieben sind? Suchen Sie die Ursache für die Symptome bei dieser Hunderasse im Kopf. Dabei handelt es sich nicht um ein Hirngespinst, sondern um eine Strukturveränderung im Gehirn der Tiere.

Chiari-ähnliche Malformation (CM)

Seit Ende der 90er Jahre ist beim Cavalier King Charles Spaniel eine Erkrankung beschrieben, die sich "Chiari - ähnliche Malformation (CM)" nennt. Diese ähnelt der Chiari Malformation des Menschen. Das Kleinhirn liegt dabei nicht, wie normal, komplett in der hinteren Schädelgrube, sondern ein Teil davon tritt durch das große Hinterhauptsloch. Diese Veränderungen weisen fast alle Cavalier King Charles Spaniel auf. Nach aktuellen Kenntnissen handelt es sich um eine Erbkrankheit. Der Genpool ist bei dieser Rasse begrenzt, weshalb die Inzuchtrate hoch ist. Jedoch zeigen nicht alle Tiere Symptome. In bestimmten Zuchtlinien kommt es häufiger dazu

Syringomyelie (SM)

Diese Veränderung ist eine Folge des vorgelagerten Kleinhirns. Dieses drückt auf den Zentralkanal im Rückenmark, in dem die Rückenmarksflüssigkeit verläuft. Ähnlich wie bei einem Wasserschlauch, den Sie zuhalten, staut sich das Rückenmarkswasser an der Einengung. Es entstehen flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Rückenmark. Die Flüssigkeitsanstauung im Rückenmark reizt die Nervenfasern. Dadurch entstehen Schmerzen und Missempfindungen bei Ihrem Hund. Betroffen sind Hunde im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Diese Symptome gibt es

  • Als Ausdruck der Missempfindungen zeigen die Cavalier King Charles Spaniel anfallsartige Kratzattacken im Hals- und Schulterbereich. Dabei handelt es sich um ein "Scheinkratzen", bei dem die Haut nicht berührt wird. 
  • Die Tiere zeigen plötzliches Aufschreien, als Folge von Schmerzen oder bei Berührung im Sinne von Überempfindlichkeitsreaktionen (Hyperästhesien).
  • Es kann zu Kopfnervenausfällen kommen. Hinweise darauf sind Schielen und verminderte Reflexe. 
  • Bewegungsstörungen äußern sich in einer unkoordinierten Bewegung (Ataxie) bis hin zu Lähmungserscheinungen.
  • Manche Hunde zeigen Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen).

Therapiemöglichkeiten von CM/SM

  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund an einer Chiari - ähnlichen Malformation leidet, bestätigt sich die Diagnose mittels Magnetresonanztomographie. Diese kann in einer Tierklinik durch einen Kleintierneurologen vorgenommen werden. Nicht viele Tierärzte haben Erfahrung mit diesen Erkrankungen, da diese bei Cavalier King Charles Spaniel häufig, bei anderen Rassen aber selten vorkommen. Ein relevantes Forschungszentrum in Deutschland ist die Uniklinik Gießen.  
  • Wird der Verdacht bestätigt, hängt die Therapie vom Schweregrad der Symptome ab. Bei leichtem Kratzen können Sie abwarten. Ist das Kratzen stärker und treten Schmerzen auf, verschreibt der Tierarzt Ihrem Hund ein Medikament gegen neuropathische Schmerzen. Zeigt Ihr Hund starke Schmerzen oder Lähmungserscheinungen, kann eine Operation helfen. Dabei entfernt der Operateur das Stück des Schädelknochens, das das Kleinhirn einengt. 

Eine Chiari - ähnliche Malformation kommt auch bei anderen kleinen Rassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua oder Zwergpudel vor. Dies ist jedoch selten, während fast jeder Cavalier King Charles Spaniel diese Kleinhirnveränderungen aufweist. Züchterisch muss sich bei dieser Rasse noch vieles verbessern. Seriöse Züchter sind auf einem guten Weg, indem Sie Ihre Zuchttiere auf eine Chiari - ähnliche Malformation untersuchen lassen. 

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