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Jemand ist „woke“ – was bedeutet das?

Inhaltsverzeichnis

Für woke Menschen sind Menschenrechte und Diskriminierung ein wichtiges Thema
Für woke Menschen sind Menschenrechte und Diskriminierung ein wichtiges Thema
Sie wurden in den sozialen Medien als „woke“ bezeichnet! Ist das jetzt ein Kompliment oder eine Beleidigung? Übersetzt heißt der Begriff etwa „wach sein im Kopf“, „Missstände bemerken“. Ziel ist es, mit Hashtags wie #woke oder #staywoke auf Missstände aufmerksam zu machen. Wenn Sie als Person oder Organisation Ungerechtigkeiten erkennen und aufzeigen, dann gelten Sie als „woke“. Aber der Begriff erntet auch Kritik und hat auch ein negatives Image.

Herkunft des Begriffes

Der Begriff entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts in der afroamerikanischen Bewegung, um des Bewusstsein für soziale und rassistische Diskriminierung auszudrücken.

Von Amerika aus hat er sich mithilfe der sozialen Medien schnell verbreitet. Im Juni 2017 wurde das Wort dem Oxford English Dictionary einverleibt. Im Wörterbuch wird „woke“ in seiner ursprünglichen Bedeutung als „Gut informiert“ und „auf dem neuesten Stand“ erklärt. Als weitere Bedeutung wird „Wachsam gegenüber rassistischer oder gesellschaftlicher Diskriminierung und Ungerechtigkeit“ angeführt.

Woke wurde vor allem in den sozialen Netzwerken zum Markenzeichen der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter, die sich für die Gleichberechtigung schwarzer Menschen in den USA und weltweit einsetzt.

Kritik an der Woke-Bewegung

Der Begriff „woke“ wird nicht nur positiv verwendet. Kritiker der Woke-Bewegung bemängeln, dass „Wokeness“ nur dazu verwendet werde, andere zu kritisieren. Sie befürchten die Entwicklung in eine „Cancel Culture“, in der nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern auch die Freiheit von Kunst und Wissenschaft in Gefahr sei. Es gehe nicht darum, bei öffentlichen Diskussionen provokante Behauptungen sachlich zu widerlegen, sondern es werde, laut der Kritiker, zu einem generellen Boykott dieser Personen oder Organisation aufgerufen, um das falsche Verhalten zu ächten.

Weitere Begriffe, die im Zusammenhang des Begriffes auftauchen, sind „Woke Washing“ und „Woke Capitalism“. Diese Bezeichnungen werden für Unternehmen, Marken oder Organisationen verwendet, die sich zwar nach außen über die Missstände äußern, deren Handeln und Firmenpolitik aber im Widerspruch zu den Aussagen stehen.
Der Ausdruck „Get Woke/Go Broke“ drückt auf satirische Art aus, dass Unternehmen, die politisch korrekt handeln wollen, oft genau dadurch finanzielle Einbußen erwarten müssen.

Barack Obama und Elon Musk zum Thema „Wokeness”

Barack Obama protestierte gegen die Verbreitung von „Call-out-Kultur“ und „Wokeness“ bei einem Interview mit der New York Times. Er bemängelt den fehlenden Raum für Dialog und Aufklärung.

Auch der Tesla-CEO Elon Musk äußert sich kritisch über die „Woke-Culture“ und bezeichnet „Wokeness“ als „Gedankenvirus“ und in der Folge als Bedrohung für die moderne Zivilisation. Für ihn achten aktuelle Fernsehserien zu sehr auf Gleichberechtigung und er fürchtet um die Zukunft der Comedy.

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