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Henri Matisse - Überblick

Henri Matisse - bedeutender Künstler der klassischen Moderne
Henri Matisse - bedeutender Künstler der klassischen Moderne
Der Franzose Henri Matisse war einer der wichtigsten Künstler der klassischen Moderne. Er war Maler, Bildhauer, Grafiker und Zeichner. Sein umfangreiches Werk ist in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.

Der Künstler Henri Matisse

Matisse hieß mit vollständigem Namen Henri Émile Benoit Matisse und wurde am Silvestertag des Jahres 1869 in der kleinen Gemeinde Le Cateau Cambrésis geboren. Er starb am 3. November 1954 in Cimiez, in der Nähe von Nizza.

  • Matisse wurde nicht in eine künstlerisch veranlagte Familie hineingeboren, die Eltern besaßen eine Samenhandlung und eine Drogerie und der Vater hätte es gerne gesehen, wenn er diese übernommen hätte, doch er studierte zunächst Jura in Paris, jedoch nur zwei Jahre lang. Danach arbeitete er als Gehilfe bei einem Anwalt in Saint Quentin, nahm nebenher Zeichenunterricht und begann mit der Malerei, als er ohnehin krankheitsbedingt länger bettlägerig war. 1891 ging er wieder nach Paris, um sich der Malerei zu widmen und besuchte zunächst die Académie Julian, später die Ecole des Beaux-Arts. Weitere künstlerische Studien folgten.  
  • Von der Malerei leben konnte Matisse zunächst längere Zeit nicht, so arbeitete der als Dekorationsmaler, im Februar 1902 konnte er schließlich an einer Ausstellung in einer neu gegründeten Galerie teilnehmen und auch Bilder verkaufen, zwei Jahre später folgte die erste Einzelausstellung.
  • Wichtig für Matisse‘ Schaffen war das Jahr 1905. Er hatte sich mit den Künstlern André Derain und Maurice de Vlaminck in ein Fischerdorf zurückgezogen. Hier entwickelten die drei einen neuen Stil. Die daraus hervorgegangenen Bilder zeigten sie im Herbst des Jahres in Paris, wo sie für ärgerliche Erregung sorgten. Vor allem Matisse‘ Gemälde „Frau mit Hut“, das seine Frau Amélie zeigt und in sehr kräftigen Farben gemalt ist, sorgte für Empörung wurde aber von dem Kunstsammler Leo Stein gekauft, was den Marktwert des Künstlers anhob.   

Der Künstler und der Fauvismus  

Die von vielen Kritikern und Besuchern als skandalös empfundene Pariser Ausstellung brachte die Bezeichnung Fauvismus hervor.

  • Ein anwesender Kritiker betitelte die Künstler in seinem Artikel als „Fauves“, auf Deutsch wilde Tiere. Dieser Begriff wurde von anderen aufgenommen und so entstand die Bezeichnung Fauvismus für eine Stilrichtung, die mit dem Impressionismus und dem Realismus brach und zur ersten künstlerischen Bewegung der klassischen Moderne und des neuen Jahrhunderts wurde. Der Fauvismus zeichnet sich durch leuchtende Farben und eine flächenhafte Raumgestaltung aus. Schon zwei Jahre später wurde er durch den Kubismus abgelöst. Die Künstler selbst hatten sich die Bezeichnung Fauvismus nicht zu Eigen gemacht.
  • Henri Matisse hatte für den „naturgetreuen Abklatsch“, wie er es nannte, den die Lehrer an der Ecole des Beaux-Arts predigten, nichts übrig und suchte stets nach anderen Ausdrucksmöglichkeiten, so hat die Farbe in seiner Malerei einen eigenständigen Charakter. Die Gegenstände genießen in seinen Bildern keine übergeordnete Bedeutung gegenüber den Zwischenräumen. Völlige Abstraktion lehnte der Künstler jedoch stets ab.
  • Matisse‘ Schaffenszeit gliedert sich in verschiedene Perioden. So folgte dem Fauvismus beispielsweise eine Zeit, in der er sehr viel experimentierte und sich unter anderem mit dem Kubismus auseinandersetzte. Die letzten circa zehn Jahre bis zu seinem Tod schuf er Scherenschnitte, die zu einem Höhepunkt seines Schaffens wurden. Teil des künstlerischen Schaffens von Matisse sind auch grafische und plastische Werke, er verfasste außerdem kunsttheoretische Texte.

Zu den bekanntesten Werken des Künstlers zählen neben „Frau mit Hut“ unter anderem „Blauer Akt“ und „Der Tanz“.  

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