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Gemüse-Bilder - so gelingen Fotos von rohem Obst und Gemüse

Inhaltsverzeichnis

Es erfordert viel Vorbereitung, damit das Gemüse auf dem Bild so frisch aussieht.
Es erfordert viel Vorbereitung, damit das Gemüse auf dem Bild so frisch aussieht.
Das Fotografieren von Lebensmitteln und zubereiteten Speisen ist eine echte Kunst. Bilder von frischem Gemüse sind schwierig, weil die benötigten Lichtquellen Wärme erzeugen. Das lässt die Früchte schneller schrumpeln und damit stehen Sie als Fotograf unter Zeitdruck. Doch es gibt auch sonst so Einiges zu beachten für ein "Food-Fotoshooting".

Was Sie benötigen

  • Kamera und Stativ
  • frisches Gemüse (Paprika, Tomaten, Gurken, Brokkoli etc.)
  • gute Lampen zum Ausleuchten, z. B. eine Blitzlichtanlage
  • Diffuser/Weichzeichner
  • Reinigungsmaterial
  • Speiseöl
  • Klarlack
  • ggf. Tesafilm und Fixogum-Kleber

Vorbereitung für Bilder von Lebensmitteln - die ersten Schritte

Um Gemüse zu fotografieren und wirklich gute Bilder hinzubekommen, müssen Sie ganz exakt und akribisch arbeiten - und zügig.

  • Kaufen Sie nur ganz frisches, knackiges Gemüse, das gut aussieht. Es kommt nur auf die Optik an, denn Sie werfen es hinterher weg.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie natürlich frisch aussehende Früchte ablichten möchten oder ob Sie mit einer Blitzlichtanlage und Fotolampen mit Diffusern hoch glänzende Objekte zeigen wollen.
  • Bereiten Sie sich einen Tisch vor, der ggf. auch 2 Tage mit dem aufgebauten Set so stehen bleiben kann.
  • Reinigen Sie den Tisch akribisch gründlich. Achten Sie auf Unebenheiten in der Tischplatte und kleinste Kratzer, denn die sieht man auf jedem Foto sofort.
  • Sollten solche Stellen vorhanden sein, dann kaufen Sie sich eine weiße oder farbige Lackfolie als Untergrund oder benutzen Sie Holzbretter oder Geschirr. Ein "Used-Look" sollte nur ganz gewollt auf Ihren Bildern erscheinen.
  • Waschen Sie die Früchte gründlich und vorsichtig ab. Jeder Kratzer wird auf den Bildern zu sehen sein.
  • Platzieren Sie das Gemüse dann auf dem Tisch und stellen Sie Ihr Arrangement zusammen. Achten Sie dabei auf eine Komposition der Farben und Formen.
  • Richten Sie die Kamera ein und bauen Sie das Stativ auf. Wenn Sie mit Belichtungsmesser arbeiten, testen Sie das Licht und bauen Sie die Lichtquellen auf.
  • Als Anfänger ist es empfehlenswert, zunächst ohne zusätzliche Lichtquellen zu arbeiten, denn so lernen Sie am meisten über die Kameratechnik und den Umgang mit natürlichen Lichtquellen.
  • Sehen Sie durch den Sucher der Kamera und arbeiten Sie möglichst nicht mit dem Display. Achten Sie dabei auf die Bildkomposition.

So gelingen Ihnen gute Fotos von Gemüse und Obst - die nächsten Schritte

Wichtig ist, dass Sie ganz akribisch arbeiten und Ihre Bilder von den verschiedenen Gemüsesorten ernst nehmen.

  • Sobald Sie Fussel oder nicht erwünschte Wasserflecken entdecken, sollten Sie deshalb die Aufnahmen stoppen und diese mit einem Pinsel oder einem fusselfreien Tuch entfernen. 
  • Hat das Obst oder Gemüse unschöne Stellen, dann drehen Sie es in eine bessere Position.
  • Sie können die Früchte in ihrer Position fixieren, indem Sie sie unauffällig unten mit doppelseitigem Klebeband, Tesafilm oder Fixogum-Kleber festkleben.
  • Für die Bildkomposition sind die entstehenden Linien wichtig. Sie leiten unbewusst den Blick des Betrachters. Das ist für die Produktfotografie sehr wichtig. Hier ein sehr gelungenes Beispiel für die Komposition in Farben, Formen und im Arrangement. Ganz anders wirkt diese Komposition aufgrund der zerkleinerten Früchte. 
  • Korrigieren Sie die Position der Früchte so lange, bis das Ergebnis auf dem Bild für Sie stimmt.
  • Für die Arbeit mit natürlichem Licht ist es hilfreich, wenn Sie Ihr Set noch bewegen können. Auf diese Weise können Sie die Wirkung des Lichteinfalls von verschiedenen Seiten ausprobieren. Denn das natürliche Licht ist bekanntlich nicht beweglich.
  • Bedenken Sie bei künstlichem Licht, dass dieses zu mehr Reflexionen auf den Früchten führt. Das Gemüse wird insgesamt künstlicher wirken.
  • Beginnen Sie frühmorgens und fotografieren Sie Ihre Komposition zu verschiedenen Tageszeiten, um die verschiedenen Licht- und Schatteneinflüsse ausprobieren zu können.
  • Arbeiten Sie ohne Blitzanlage und ohne den Kamerablitz oder einen aufgesteckten Blitz. So lernen Sie am meisten.
  • Probieren Sie auch Fotos in den jeweiligen Dämmerstunden. Sie werden erstaunliche Erfahrungen machen und interessante Ergebnisse erzielen, wenn Sie auch hier allein über die Verschluss- und Belichtungszeiten sowie mithilfe der ISO-Werte arbeiten. Je höher Sie den ISO-Wert einstellen, umso dunkler kann Ihr Licht sein. Mit den extremen ISO-Einstellungen an Profikameras können Sie sogar bei Nacht ohne Blitz fotografieren - und auf dem Bild auch etwas erkennen.
  • Vergessen Sie bei einer digitalen Spiegelreflexkamera nicht, den Weißabgleich immer wieder zu korrigieren und neu einzustellen. Gerade Stillleben bekommen bei wechselnden Kamerapositionen schnell unerwünschte Farbstiche.
  • Versuchen Sie auch durch Einstellungen am Objektiv einzelne Ausschnitte Ihrer Komposition zu fotografieren.
  • Wenn Sie Ihr Gemüse mit Wassertropfen frischer und lebendiger aussehen lassen möchten, dann arbeiten Sie mit Speiseöl. Nehmen Sie zähflüssiges Öl wie Olivenöl, das allerdings klar sein muss. Die Tropfen müssen Sie gezielt mit einem kleinen Stäbchen oder Pinsel setzen. 
  • In der Food-Fotografie ist nichts zufällig, das gesamte Bild ist vom Fotografen durchdacht, komponiert und arrangiert worden - wie es ein Regisseur an einem Filmset tut. Vermutlich sind Fotografen sogar noch pingeliger.

Der Rest ist reine Übungssache und ein Lernprozess. Diese Anleitung ist sicher nicht vollständig - und erhebt auch keinen Anspruch darauf. Es soll lediglich ein erster Weg zu guten Bildern von Lebensmitteln aufgezeigt werden. Probieren Sie es selbst aus. Viel Vergnügen und viele schöne Bilder!

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