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Fritz!Box als webserver einrichten - so geht's

Inhaltsverzeichnis

Eine Fritz!Box kann nicht nur als Router, sondern auch als Webserver verwendet werden.
Eine Fritz!Box kann nicht nur als Router, sondern auch als Webserver verwendet werden.
Um eine Website zu verwalten, ist neben einem Internetanschluss auch ein Webserver nötig, auf dem die Inhalte der Website gespeichert werden. Ein Webserver kostet in der Regel Geld und wird von einem Anbieter verwaltet. Wem das zu teuer oder zu unsicher ist, der kann auch seine Fritz!Box als Webserver einrichten.

Was Sie benötigen

  • Fritz!Box
  • USB-Stick

Backup der Fritz!Box speichern

Falls während der Konfiguration zum Webserver Probleme auftreten sollten, ist es wichtig, seine Fritz!Box in den Ausgangszustand zurückversetzen zu können. Andernfalls kann es passieren, dass diese nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

  1. Zunächst geben Sie in Ihren Browser die URL "http://fritz.box" ein. Danach erscheint die Konfigurationsoberfläche Ihrer Fritz!Box.
  2. Wählen Sie "System -> Sicherung" und klicken Sie auf den Button "Sichern". Sie werden nun gefragt, wohin die Datei gespeichert werden soll. Idealerweise sollten Sie die Datei noch mit einem Passwort versehen, damit diese nicht von Unbefugten geöffnet und verändert werden kann.
  3. Falls Sie den Ausgangszustand Ihrer Fritz!Box zu einem späteren Zeitpunkt wiederherstellen möchten, wählen Sie im gleichen Menü "Wiederherstellen" und wählen Sie über "Durchsuchen" die Backup-Datei aus.

Auf der Fritz!Box einen Telnet-Zugang einrichten

  1. Verfügen Sie über ein Telefon, welches mit Ihrer Fritz!Box verbunden ist, ist es nicht schwer, Telnet zu starten. Es handelt sich dabei um eine Art Protokoll, das es erlaubt, Ihre Fritz!Box über eine Eingabeaufforderung zu steuern. Wählen Sie auf Ihrem Telefon "#96*7*", um Telnet zu starten. Mit #96*8* beenden Sie Telnet.
  2. Haben Sie kein Telefon mit Ihrer Fritz!Box verbunden, können Sie auch ein virtuelles Telefon einrichten. Wählen Sie "Telefonie -> Telefoniegeräte -> Neues Gerät einrichten".
  3. Bei der erscheinenden Maske wählen Sie "Telefon (mit und ohne Anrufbeantworter". Wählen Sie außerdem die Optionen "FON1", vergeben Sie einen Wunschnamen für das Telefon und tragen Sie die Telefonnummer für das Telefon ein. Außerdem müssen die Optionen aktiviert sein, dass das Telefon alle ankommenden Anrufe annimmt und auch klingelt. Mit einem Klick auf "Übernehmen" werden alle Einstellungen gespeichert.
  4. Im Telefonbuch des neu erstellten Telefons erstellen Sie nun jeweils einen Eintrag für das Anschalten und Ausschalten von Telnet und fügen die oben genannten Nummern ein.
  5. Im Menüpunkt "Wählhilfe" aktivieren Sie die Option "Wählhilfe verwenden" und können Telnet nun durch Anklicken der Telefonbucheinträge an- und ausschalten.

Telnet unter Windows verwenden

  1. Mit Windows ist es nicht so einfach, Telnet zu verwenden, wie unter Linux. Mit einer Terminalsoftware können Sie dies allerdings überbrücken. Downloaden Sie zunächst ein Programm Ihrer Wahl und speichern Sie die IP-Adresse Ihrer Fritz!Box als Host-Name. Die IP-Adresse der Fritz!Box ist 192.168.178.1.
  2. Als Verbindungstyp wählen Sie nun "Telnet" und "Saved Session". Mit einem Klick auf "Open" können Sie nun Ihr Passwort eingeben, das Sie auch für die Konfigurationsoberfläche Ihrer Fritz!Box eingestellt haben. Nachdem Sie Ihre Eingaben bestätigt haben, sehen Sie eine Eingabeaufforderung.

Die Firmware der Fritz!Box modifizieren

  1. Damit Sie Ihre Fritz!Box als Webserver verwenden können, müssen Sie ihre Firmware verändern. Das erledigen Sie am besten mit der Entwicklungsumgebung, die speziell für die Fritz!Box erhältlich ist. Sie nennt sich Freetz und kann über eine virtuelle Maschine (ein Programm, das ein anderes Betriebssystem simuliert, in diesem Falle Linux) verwendet werden. Downloaden Sie sich zunächst eine virtuelle Maschine, wie etwa Virtualbox.
  2. Nachdem Sie Virtualbox installiert haben, können Sie die Freetz-Datei starten. Dabei öffnet sich ein Virtual-Box-Fenster, bei dem Sie auf "Importieren" klicken. Anschließend wählen Sie "Starten".
  3. Mit "ifconfig" finden Sie die IP-Adresse Ihres virtuellen Computers heraus, wonach Sie Ihre Terminalsoftware wie oben bereits beschrieben einrichten. Unter Verbindungstyp wählen Sie nun "SSH" aus. Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit "Open" und geben Sie in das Terminal "Login as" ein. Nutzername und Passwort lauten jeweils "freetz".
  4. Geben Sie nun die Zeile "sudo apt-get update" ein. Es kommt eine Abfrage über ein Passwort, welches wieder "freetz" lautet. Mit Enter startet der Download. Geben Sie anschließend die Zeilen "sudo apt-get upgrade" und "sudo apt-get install libacl1-dev libcap-dev" ein. Letztere installiert das Update und das Betriebssystem des virtuellen Computers wird auf den neuesten Stand gebracht.
  5. Rufen Sie nun folgenden Link auf und suchen Sie, nachdem Sie "freetzstable- 2.0 -> Firmwares" gewählt haben, Ihre Firmware der Fritz!Box heraus. Mit der Zeile "svn checkout http://svn.freetz.org/trunk freetz-devel" laden Sie die Dateien herunter.
  6. Wenn der Download beendet ist, geben Sie die beiden Zeilen "cd freetz-devel" und "make menuconfig" ein. Es erscheint ein Menü, das Sie mit Pfeiltasten bedienen. Unter "Hardware-type" stellen Sie Ihr Fritz!Box-Modell und die verwendete Firmware ein. Die Sprache stellen Sie auf Deutsch ein und unter "Level of User Competence" wählen Sie "Expert". Nun können Sie unter "Packages -> Packages" die Zusatzfunktionen auswählen, die nun auf Ihrer Fritz!Box installiert werden sollen und die Sie für Ihren Webserver benötigen.
  7. Wählen Sie eine Funktion aus und wählen Sie bei "Configuration" alle Modelle und unter "External Processing" die Bezeichnung des Pakets und unter "Libraries" alle Module. Auch die Option "Replace Kernel" muss aktiviert werden.
  8. In der Terminalsoftware geben Sie nun "make" ein und es werden zwei neue Dateien erstellt.
  9. In Ihrem Webbrowser geben Sie nun die IP-Adresse der Fritz!Box ein und drücken Enter. Anschließend Geben Sie die IP-Adresse Ihres virtuellen Rechners ein und drücken erneut Enter. Passwort und Nutzername sind wieder jeweils "freetz". Damit stellen Sie eine Verbindung zur virtuellen Maschine her.
  10. Die Dateien im Ordner „freetz-devel\images“ kopieren Sie auf Ihren Computer. Im Menü Ihrer Fritz!Box wählen Sie "System -> Update". Unter "Fritz!OS-Datei" klicken Sie auf "Neues Fritz!OS suchen" und wählen Sie die zuvor erstellte Datei mit der Endung .image an. Mit "Update starten" und anschließend "Update fortsetzen" beginnt der Vorgang.
  11. Melden Sie sich nun wieder im Menü Ihrer Fritz!Box an. Verbinden Sie einen USB-Stick mit der Fritz!Box und klicken Sie nun auf "Freetz" und geben Sie wieder für Nutzername und Passwort "freetz" ein.
  12. Wählen Sie "System à Firmware-Update" und dann "external-Datei hochladen". Mit "Durchsuchen können Sie nun die der beiden erstellten Dateien auswählen, die die Endung .external trägt. Nachdem Sie "hochladen" geklickt haben, loggen Sie sich noch einmal über Ihre Terminalsoftware auf der Fritz!Box ein und geben wieder für Benutzernamen und Passwort "freetz" ein. Mit dem Befehl für die ausgewählte Funktion, der bei der Auswahl am Anfang angezeigt wird, können Sie diese starten. Fügen Sie anschließend nach dem gleichen Schema alle weiteren benötigten Funktionen hinzu.
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