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Der Backstein und seine Verwendung

Inhaltsverzeichnis

Typisches Backsteinmauerwerk ist rot und besteht aus Steinen gleicher Größe.
Typisches Backsteinmauerwerk ist rot und besteht aus Steinen gleicher Größe.
Der klassische Backstein ist einer der ältesten Baustoffe der Welt. In der heutigen Form kommt er beim Bau häufig zum Einsatz. Die ursprünglichen Steine sind lediglich für Baudenkmäler von Bedeutung. Das Material, gebrannter Ton, zählt dagegen zu den modernen Baustoffen.

Geschichte der Backsteine

Der Begriff Backstein ist nicht eindeutig definiert. Er ist in Süddeutschland und der Schweiz gebräuchlich und bezeichnet aus Ton oder Lehm geformte und gebrannte Steine.

  • Bereits in der Jungsteinzeit haben die Menschen aus Lehm Häuser gebaut. Sie formten aus dem Material handliche Steine, die sie an der Luft trockneten. In dieser Form lässt sich Lehm gut transportieren und verbauen. Es handelte sich um luftgetrocknete Ziegel.
  • Archäologen stießen bei Ausgrabungen in Mesopotamien auf gebrannte Ziegel, die aus der Zeit um das Jahr 3.000 vor Christus stammen. Die gefundenen Steine haben eine gleichmäßige Form mit glatten Außenseiten. Es handelt sich um die ersten Backsteine.
  • Zwischen 2.800 und 2.200 vor Christus verfügten in Indien einige Kulturen über typische Einhandziegel mit einem Kantenverhältnis von 1:2:4, das Sie auch bei heutigen Mauersteinen finden.
  • Die Merkmale, glatt gestrichene Außenflächen und das Kantenverhältnis, sind von Bedeutung. Ziegel in dieser Form fügen sich zu perfekten Mauern zusammen. Auf eine Ziegellänge passen zwei Ziegelbreiten beziehungsweise vier Höhen. Das ermöglicht einen modularen Aufbau von Mauern. Sie können daraus Würfel mit einheitlichen Kantenlängen bauen.
  • Die Technik, Backsteine herzustellen, war den Römern in der Antike bekannt. Ab 100 vor Christus bis in die Neuzeit sind Bauwerke aus Backsteinen in Italien üblich. In Deutschland geriet der Backstein nach der Römerzeit in Vergessenheit. Erst ab dem zwölften Jahrhundert setzten sich die Steine wieder durch. Im Mittelalter entstanden Städte und Kirchen aus dem Material.

Eigenschaften verschiedener Backsteinarten

Technisch gesehen ist jeder quaderförmige aus Lehm oder Ton gebrannte Stein ein Backstein. Üblicherweise verwendet die Bauindustrie für verschiedene Formen und Materialzusammensetzungen unterschiedliche Namen.

  • Ein einfacher Stein aus Lehm, der bei 900 Grad Celsius gebacken wurde, wird als Backstein bezeichnet. Er ist porös und zerbrechlich. Diese Steine sind für Mauern geeignet, die Sie verputzen oder für Innenwände. Heute tragen nur noch nach historischen Maßen handgeformte Steine die Bezeichnung Backstein.
  • Tonziegel enthalten einen höheren Tonanteil. Die Brenntemperatur ist höher. Diese Steine sind härter. Obwohl sie weniger Wasser aufnehmen als die Lehmsteine, benötigen Mauern aus den Steinen Schutz durch einen Putz.
  • Die Größe der Steine war von Region zu Region unterschiedlich. Sie orientierte sich am Gewicht und Format, das ein Mann mit einer Hand bewegen kann. Daher der Name Einhandziegel. Heute ist das Normalformat 24 x 11,5 x 7,1 Zentimeter. Die Länge von 24 Zentimetern entspricht zweimal der Breite von 11,5 Zentimetern plus einer Fuge von einem Zentimeter. Dies entspricht dreimal der Höhe von 7,1 Zentimeter, plus zweimal der Fugenstärke von einem Zentimeter.
  • Klinker enthalten Silikat. Die Brenntemperatur liegt bei über 1.200 Grad Celsius. Der Stein versintert, das heißt, es entsteht Glas. Klinker sind hart und fast wasserundurchlässig.
  • Dünne Ziegel sind sogenannte Verblender, die meist aus Klinker bestehen. Diese Steine eignen sich zum Verkleiden von Fassaden. Sie sind ein sogenanntes Vormauerwerk, um das Hintermauerwerk vor der Witterung zu schützen.

Herstellung von Ziegeln

Viele moderne Mauersteine basieren technisch auf historischen Backsteinen. Ähnliche Steine entstehen in den modernen Ziegeleien zu tausenden.

  • Für historische Backsteine mischen die Ziegelbäcker Lehm mit Wasser zu einem glatten schweren Teig, den sie in Ziegelmodeln, wie die Formen genannt werden, drücken. Um eine glatte Form zu bekommen, streichen die Handwerker die Oberfläche ab. Sie stürzen die Steine aus der Form und lassen sie trocknen. Diese Steine schichten sie abwechselnd mit Kohle zu großen Hügeln auf die Meiler. Diese bedecken sie mit Lehn und minderwertigen Ziegeln. Das darin entfachte Feuer glimmt 14 Tage, es entstehen Temperaturen von 800 bis 900 Grad Celsius. Diese Steine sind für das Restaurieren alter Backsteinhäuser wichtig. Als modernen Baustoff sind Sie ungeeignet.
  • Moderne Ziegeleien pressen die Lehmmasse durch Formen, es entstehen lange Stränge, aus denen die Maschinen Ziegel schneiden. Nach dieser Methode lassen sich sowohl Backsteine, mit historischen Maßen, als auch Hohllochziegel herstellen. Wenn in den Strängen innen Hohlräume sind, lassen sich größere Ziegel bei gleichem Gewicht herstellen. Der getrocknete Stein wird in Dauerbrandöfen, die immer eine konstante Temperatur von über 1.000 Grad Celsius haben, gebrannt. Durch Zusätze in der Lehmmasse, wie Styropor, entstehen Ziegel mit einem guten Wärmedämmwert.
  • Die Herstellung von Verblendern ist auf zwei Arten möglich: Maschinen schneiden entweder von den Strängen dünne Scheiben oder sie trennen die Steine aus Leimplatten aus. Die Lehmmischungen enthalten meist Zusätze, um bunte Steine zu erhalten.

Verwendung der gebrannten Steine

Obwohl der herkömmliche Backstein bei Neubauten keinerlei Bedeutung mehr hat, sind Ziegel aus Ton ein moderner Baustoff, der viele Vorteile bietet.

  • Das Material ist stabil, beständig gegen Feuer und bietet eine gute natürliche Wärmedämmung.
  • Es ist ein natürliches Material, das keine chemischen Bestandteile enthält und ausdünstet.
  • Da Hohllochziegel leichter sind als Backsteine, lassen sich größere Steine gut von einer Person verarbeiten. Je größer der Stein, umso schneller ist eine Mauer fertig.
  • Großformatige Ziegel eignen sich zum Bau von Massivwänden, mit Backsteinen lassen sich im Innenbereich Akzente setzen. Verblender sind natürliche Außenverkleidungen, die Bauherren wegen der Optik teils im Innenraum nutzen. Mit ihnen lassen sich Wände rustikal gestalten.

Den klassischen Backstein finden Sie nur noch an historischen Gebäuden. Die modernen Weitereinwicklungen sind ein aktueller Baustoff, der sich für Wohn- und Geschäftsgebäude eignet.

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