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Apfelbaum-Krankheiten - Tipps zur Vorbeugung

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Bei guter Pflege brauchen Sie kaum Krankheiten des Apfelbaums fürchten.
Bei guter Pflege brauchen Sie kaum Krankheiten des Apfelbaums fürchten. © Peter_Smola / Pixelio
Der Apfelbaum ist recht robust, trotzdem kann es zu Krankheiten kommen. Nutzen Sie Tipps von erfahrenen Gärtnern, um Ihre Bäume gesund zu halten.

Krankheiten des Apfelbaums

Apfelbäume sind nicht übermäßig anfällig für Krankheiten, trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ein Apfelbaum erkrankt. Es gibt die "üblichen" Probleme mit Blattläusen und Mehltau, die bei jeder Pflanze auftreten können. Zudem sind Krankheiten bekannt, die typisch für das Kernobst sind.

Einige Schädlinge sind auf Äpfel spezialisiert. Dazu gehören der Apfelwickler und der Apfelblütenstecher. Zwei Blattlausarten treffen Sie ebenfalls nur auf Kernobst an, die grüne und die mehlige Apfelblattlaus.

Außerdem machen einige Pilze, Bakterien und Viren den Bäumen zu schaffen. Am bekanntesten sind der Apfelschorf und die Kragenfäule.

Tipps zur Bekämpfung 

In der Regel helfen einfache Methoden. Oft reicht es, befallene Triebe abzuschneiden oder die Bäume mit einem scharfen Wasserstrahl von Ungeziefer zu befreien.

In der Tabelle finden Sie eine genaue Beschreibung der verschiedenen Symptome und Tipps, wie Sie die Krankheiten gezielt bekämpfen können.

Krankheiten von Apfelbäumen erkennen und behandeln

Krankheiten

Symptome

Behandlung

Apfelblattlaus und andere Blattläuse

eingerollte, deformierte Blätter und Triebe 

klebriger Belag auf den Blättern

Ameisen auf den Bäumen

mit Seifenlösung einsprühen

Apfelblütenstecher

angefressene Blütenknospen

kleiner brauner Käfer (5-6 mm)

erkrankte Knospen entfernen

lose Rinde abheben und entsorgen

Apfelwickler

Früchte mit Löchern, die von brauner Masse, dem Kot der Larven, verstopft sind

Larven sind die Nachkommen eines Nachtfalters

Nistmöglichkeiten für Fledermäuse, Ohrwürmer und Meisen schaffen

Blattflöhe

Larven stechen Blüten und Blätter an

klebriger Belag an Knospen und Blättern, 

Tiere sind meist nicht zu sehen

im Winter mit ölhaltigen Mitteln spritzen

Stämme im Herbst anstreichen

nur Vorbeugung möglich

Blutlaus

dicker flockiger Belag auf Ästen und Zweigen

kleine Läuse im Belag sind rot, wenn Sie diese zerdrücken

Bäume bekommen an den Einstichstellen Wucherungen

erkranktes Holz ausschneiden und Wunde mit Wachs verschließen

Feuerbrand

welke und trockene Triebspitzen, die sich schwarz verfärben

Früchte werden schwarz

Triebe und Früchte fallen nicht ab

meldepflichtige nicht heilbare Krankheit

sobald der Verdacht besteht, das Landesamt oder die Landesanstalt für Landwirtschaft der Region benachrichtigen

Gallmücken

eingerollte Blätter, die schwarz werden und abfallen

Gallen (Geschwüre) an den Trieben

erkrankte Teile abschneiden und entsorgen

Gespinstmotten

Gespinste, die zum Teil ganze Äste überziehen

darunter fressen Raupen die Blätter und Knospen

mit Bacillus thuringiensis-Präparaten sprühen, wenn die Gespinste nicht zu dicht sind

Schlupfwespen einsetzen

Kragenfäule

rötliche Blattverfärbung und Abfallen der Blätter

am Stamm, nahe am Boden, sind violettbraune Stellen

später entsteht ein Ring um den Stamm aus den Stellen

Baum fault durch einen Pilz ab

befällt meist Bäume, die zwischen 8 und 10 Jahre alt sind

keine Behandlung möglich

Baum fällen

Echter Mehltau

mehliger Belag auf Blättern und Knospen

Blätter rollen sich ein und fallen ab

befallene Triebe abschneiden und entsorgen

mit Pflanzenstärkungsmitteln sprühen

Schwefelpräparate einsetzen

Miniermotten

unregelmäßige Schlangenlinien in den Blättern

Behandlung nicht nötig

es entstehen nur geringe Schäden

Monilia Fruchtfäule

braune faulige Flecken mit gelben schimmeligen Rändern auf den Äpfeln

diese fallen ab oder bleiben mumifiziert am Baum

kranke Früchte sofort entsorgen

Stärkungsmittel spritzen

Sägewespe

Kelchblätter werden braun

Loch in befallenen Früchten

befallene Äpfel vernichten

Schlupfwespen oder Raubwanzen einsetzen

Schorf

kleine runde Flecken an Blättern und Äpfeln 

raue und rissige Schale

Blattfall

erkranktes Laub und befallene Früchte sofort entfernen

mit Kupferkalk spritzen

Spinnmilben

auf der Blattoberseite weißlich gelbe Flecken, die sich kupferfarben verfärben

Blätter welken und fallen ab

auf der Unterseite sehr feine Gespinste

befallene Teile abschneiden und entsorgen

Raubmilben einsetzen

 

Apfelbaum pflegen

Sie können den meisten Krankheiten vorbeugen, wenn Sie Ihren Apfelbaum richtig pflegen. Ein Anstrich des Stamms mit weißer Farbe im Herbst verhindert, dass der Wechsel von Wintersonne und Frost zu Rissen führt. Diese Maßnahme ist beim jungen Apfelbaum wichtig. Sie beugen damit der Blutlaus und Blattflöhen vor.

Bei älteren Bäumen ist die Borke dick. Hier sind lose Stücke ein Problem, da sich dahinter der Apfelblütenstecher über den Winter einnistet. Entfernen Sie aus diesem Grund lose Rindenstücke von den Bäumen.

Düngen Sie die Bäume nicht zu stark. Verzichten Sie vor allen Dingen auf Stickstoff. Er sorgt für ein lockeres Blattgewebe, das anfällig für Krankheiten ist.

Ein ausgezeichnetes Mittel ist Schachtelhalmtee. Spritzen Sie den Baum damit wöchentlich, vom Austrieb, bis sich kräftige Äpfel bilden. Das Mittel stärkt den Baum. Er kann sich gegen Schädlinge und Pilze wehren.

Checkliste für die Pflege:

  • Lichten Sie die Krone im Winter aus, damit die Blätter im Sommer nach Regen rasch abtrocknen.
  • Spritzen Sie, sobald der Baum austreibt, wöchentlich mit Schachtelhalmtee.
  • Achten Sie auf Ameisen, diese zeigen Schädlinge an.
  • Spritzen Sie mit Seifenlösung, um Schadinsekten zu bekämpfen.
  • Schneiden Sie Triebe ab, an denen sich Blätter einrollen, welken oder deformieren und entsorgen Sie diese.
  • Brechen Sie im Juni verformte, kranke und sehr kleine Äpfel aus.
  • Entsorgen Sie Fallobst sofort.
  • Untersuchen Sie den Stamm im Herbst auf lose Rinde und entfernen Sie diese.
  • Streichen Sie im Herbst den Stamm mit weißer Farbe.

Halten Sie sich an die Tipps für die Pflege. Ein gepflegter Apfelbaum, den sie nicht überdüngen, wird nur selten eine Krankheit bekommen. 

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