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Anleitung zum Zinngießen

Zinnfiguren kannten schon unsere Großeltern.
Zinnfiguren kannten schon unsere Großeltern.
Kleine Figuren aus Zinn eignen sich als Schlüsselanhänger, Glücksbringer, zum Aufstellen und Verschenken. Sie sind mit etwas Vorarbeit aus individuellen Formen einfach selber herzustellen. So gelingt das Zinngießen.

Was Sie benötigen

  • Heizquelle (Strom oder Gas)
  • feuerfeste Unterlage
  • Handschuhe
  • Schutzbrille
  • Schmelzgefäß mit Holzgriff
  • Holzstab
  • ca. 15 Gummiringe
  • Seitenschneider/Metallsäge
  • Feile
  • Drahtbürste/Stahlwolle
  • Talkumpuder
  • Pinsel
  • stabiles Messer
  • 500 g lufthärtende Modelliermasse
  • 2 Stangen Lötzinn/Zierzinn
  • Klarlack
  • ggf. Acryllack
  • kleine Figur als Vorlage

Da beim Zinngießen mit hohen Temperaturen gearbeitet wird, sollten Sie immer mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten. Für Kinder ist das Gießen von Figuren aus Zinn nicht geeignet.

So gelingt das Zinngießen von Figuren

Zum Zinngießen benötigen Sie zuerst eine Form. Diese wird an einer vorhandenen Figur modelliert und zum Gießen benutzt.

  1. Nehmen Sie die kleine Figur, die Sie nachgießen wollen, zur Hand und formen Sie an einer Seite um sie herum einen etwa zwei Zentimeter dicken Mantel aus Modelliermasse. Achten Sie darauf, alle Feinheiten der Figur mit Modelliermasse zu bedecken. Runden Sie die Außenseite der Form ab.
  2. Bedecken Sie auch die andere Seite mit der Modelliermasse. Damit Sie die beiden Teile der Form später leichter trennen können, schieben Sie ein schmales Stück Papier zwischen die Teile. Runden Sie auch diese Seite ab.
  3. Ihre Form sollte nun von außen wie ein Zylinder aussehen. Bringen Sie an der Oberseite in der Mitte eine kegelförmige Öffnung an, durch die Sie die Form später bequem gießen können.
  4. Lassen Sie die Modelliermasse an der Luft vollständig trocknen, am besten über Nacht. Trennen Sie dann die beiden Hälften und nehmen Sie die Vorlagenfigur heraus.
  5. Schauen Sie sich die Form genau an - sind alle Feinheiten vorhanden? Wenn nicht, arbeiten Sie sich von Hand nach. Passen Sie außerdem die beiden Hälften genau an, sodass Sie exakt aufeinander passen.
  6. Bestreichen Sie die Innenseiten der Form mithilfe eines Pinsels mit etwas Talkumpuder. Verbinden Sie die beiden Teile der Form anschließen mit einigen Gummibändern und stellen Sie sie kippsicher mit der Öffnung nach oben auf eine feuerfeste Unterlage.
  7. Geben Sie das Zinn in das Schmelzgefäß und erwärmen Sie es, bis es flüssig wird. Das Zinn ist für den Guss bereit, wenn es an der Oberfläche eine bläuliche Färbung bekommt.
  8. Mit dem Holzstab schöpfen Sie die Oxidhaut vom Zinn ab, bevor Sie es gießen. Geben Sie das flüssige Zinn vorsichtig, aber möglichst schnell und ohne Unterbrechung in die Form, bis es oben leicht überläuft.
  9. Lassen Sie das Zinn und die Form so lange kalt werden, bis es mit der bloßen Hand angefasst werden kann. Nehmen Sie erst dann die beiden Teile der Form auseinander und entnehmen Sie die gegossene Figur.
  10. Entfernen Sie mit einem Seitenschneider oder einer Metallsäge die oben abstehenden Zinnteile und mit einem Messer abstehendes Zinn an den Seiten. Mit einer Drahtbürste oder Stahlwolle polieren Sie die Figur, bis sie eine silberne Färbung erhält.
  11. Wenn die Figur gelungen ist, streichen Sie sie als letzten Schritt mit einer dünnen Schicht Klarlack ein, um sie lange haltbar zu machen. Sie können sie auch farbig mit etwas Acryllack gestalten.

Sie können mit der Form noch weitere Figuren herstellen. Sollte die erste Figur nicht gelungen sein, können Sie sie also direkt wieder einschmelzen und es noch einmal versuchen. Viel Spaß beim Zinngießen!

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