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Amerikaner heiraten - was Sie wissen sollten

Inhaltsverzeichnis

In den USA wird in der Regel früher geheiratet als hierzulande.
In den USA wird in der Regel früher geheiratet als hierzulande.
Es kann während eines Urlaubs passieren, an der Uni oder wenn Sie in der Nähe einer US-Militärbasis leben: Sie treffen einen Amerikaner und verlieben sich. Möchten Sie das Leben gemeinsam verbringen, ist Heiraten meist ein Thema. Doch was müssen Sie dabei beachten?

Amerikaner heiraten früh

  • In Deutschland wird die erste Ehe heutzutage oft um die 30 geschlossen. Vorher möchte man Spaß haben, sich ausprobieren und sich nicht festlegen. In den USA ist das anders: Viele Eltern sind dort sehr konservativ und erwarten eine frühe Heirat.
  • So hat sich ein Traditionssystem entwickelt, bei dem es ungewöhnlich ist, wenn man mit 30 noch unverheiratet ist. Viele Amerikaner heiraten daher mit Anfang oder Mitte 20, oft noch in der Studienzeit. Dies hat auch zur Folge, dass Beziehungen vor der Hochzeit oft frisch sind.
  • Von daher sollten Sie sich nicht wundern, wenn der Amerikaner, mit dem Sie zusammen sind, schon nach wenigen Monaten das erste Mal vom Heiraten spricht. Wenn Ihnen das komisch vorkommt, sollten Sie auch bedenken, dass Scheidungen in den USA als weniger dramatisch betrachtet werden als hierzulande.
  • Lassen Sie sich nicht zu einer frühen Hochzeit drängen. Wenn Sie noch warten möchten, muss Ihr Partner Verständnis dafür haben. Seiner Familie werden Sie dies mit "kulturellen Unterschieden" erklären können. Dafür haben die meisten Amerikaner Verständnis.

Heiraten in Deutschland oder den USA

  • Wenn Ihr Partner aus Amerika stammt und Sie aus Deutschland, müssen Sie sich für den Ort der Hochzeit entscheiden. Entscheidend dafür ist beispielsweise, wer von Ihnen welche und wie viele Gäste dabei haben möchte. Auch die Art und Weise der Feier ist länderspezifisch: Kleine, sehr private Hochzeiten sind in den USA äußerst unüblich. Auch sind dort Traditionen wie der Junggesell(inn)en-Abschied oder die Brautparty unverzichtbar.
  • Prinzipiell ist wichtig, dass Sie sich, wenn Sie in den USA heiraten, rechtzeitig um sämtliche benötigten Dokumente kümmern. Kompliziert hierbei ist, dass die Bundesstaaten kein einheitliches System für den Fall der Heirat einer Ausländerin mit einem US-Bürger haben.
  • Das bedeutet, dass Sie sich speziell für den Bundesstaat, in dem Ihr Partner lebt, informieren müssen, was Sie brauchen. In New York beispielsweise benötigen Sie eine Marriage License, die Sie unter Vorlage des Reisepasses beim Marriage License Bureau erhalten. Außerdem müssen Sie nach der Trauung eine Heiratsurkunde beantragen, die als "extended version for foreign use" gekennzeichnet ist.
  • Entscheiden Sie sich für eine Heirat in Deutschland, brauchen Sie ebenfalls eine international gültige Heiratsurkunde. Ihr Standesamt hilft Ihnen bei diesbezüglichen Fragen weiter.

Nach der Hochzeit in den USA bleiben

  • Es herrscht der verbreitete Irrglaube, dass, wer einen Amerikaner heiratet, automatisch zum US-Staatsbürger wird und in den USA bleiben sowie arbeiten darf. Dies ist nicht der Fall. Vielmehr haben Sie nach der Trauung als Ausländerin noch einen Spießrutenlauf durch die Behörden vor sich. Es gilt zwei Dinge zu beweisen:
  • Zum einen muss Ihre Partnerschaft echt sein, zum anderen müssen Sie ohne Heiratsabsicht in die USA gekommen sein. Die Idee zur Trauung muss spontan gewesen sein. Wie beweist man nun aber die Echtheit einer Beziehung?
  • Zunächst sollten Sie zusammen wohnen. Dann sollte es möglichst Dokumente geben, die auf Ihrer beiden Namen ausgestellt sind: Rechnungen, Mietverträge, Versicherungen - alles hilft, um Ihr gemeinsames Leben zu beweisen. Dazu kommen Fotos, die bezeugen, dass Sie schon eine Weile zusammen sind. Auch E-Mails und Briefe helfen hier. Wenn Sie bereits ein gemeinsames Kind haben, ist dies ein äußerst starkes Argument - lassen Sie sich davon aber bloß nicht in der Familienplanung beeinflussen.
  • Dass Sie ohne Hochzeitsabsicht in die USA gekommen sind, lässt sich schwerer belegen. Gut ist es aber prinzipiell, wenn Sie vor der Heirat einen Rückflug gebucht haben und eine Bestätigung darüber vorzeigen können. Auch ist es von Vorteil, wenn Sie in Deutschland noch einen Job haben oder studieren.
  • Kopien sämtlicher Beweise schicken Sie an die United States Citizenship and Immigration Services, kurz USCIS. Auch wenn Sie dieses Prozedere als Eingriff in Ihr Privatleben empfinden, machen Sie sich nicht zu viele Gedanken. In den meisten Fällen gibt es mit der USCIS keine Probleme und Sie können ins gemeinsame Leben mit "Ihrem" Amerikaner starten.
helpster.de Autor:in
Sarah Müller
Sarah MüllerSarah hat Sozialwissenschaft studiert und sich dadurch mit Kultur auseinandergesetzt. Dabei lernte sie auch technische Themen kennen. Sie hat zu Ernährung und Sport geforscht.
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