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Alte Fliesen streichen - so geht's

Inhaltsverzeichnis

Fliesen müssen nicht abgeschlagen werden: Fliesenlack kann über alten Belag aufgetragen werden.
Fliesen müssen nicht abgeschlagen werden: Fliesenlack kann über alten Belag aufgetragen werden.
Erschleicht Sie jeden Morgen das Grauen, wenn Sie Ihr Bad betreten? Statt schönen modernen Wohlfühlfliesen sehen Sie alte, typische 70er oder 80er Jahre Fliesen? Die Lösung: Streichen statt neu zu verfliesen. Ohne Schmutz und Staub entsteht ein (fast) neues Bad im individuellen Design. Herkömmliche Kacheln können da nicht mithalten.

Was Sie benötigen

  • 2-Komponenten-Lack oder Fliesenlack,
  • Pinsel,
  • Drei bis vier Schaumstoffrollen,
  • Streichwanne,
  • Reiniger,
  • 4 Bogen Schleifpapier in 2 Körnungen

Alte Fliesen übermalen - Vor-und Nachteile

Alte Fliesen zu streichen ist keine große Herausforderung. Verwenden Sie eine Schaumstoffrolle, geht das auch ungeübten Heimwerkern leicht von der Hand. Und wenn das Bad fertig ist, werden Sie ein strahlendes Ergebnis vor sich sehen. Doch sollten Sie sich diesen Schritt gut überlegen. Denn neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile, auf die Sie sich einstellen müssen. Wer diese scheut, kann auf Alternativen zurückgreifen, die ohne viel Aufwand und Kosten, frischen Wind in den Raum bringen.

  • Fliesenfarben halten nicht ewig, sondern blättern nach ein paar Jahren ab. Außerdem schrecken viele Heimwerker vor der langen Trocknungszeit zurück und entscheiden sich lieber für Alternativen. Auch mit speziellen Fliesenaufklebern können Sie dem Retrochic im Badezimmer zu Leibe rücken. Diese Kachelfolien gibt es zum einfachen Aufkleben in unzähligen Mustern, Farben und unterschiedliche Größen.
  • Auch eine schicke Fototapete mit Palmen oder Ähnlichem hinter Plexiglas, lassen hässliche Fliesenspiegel elegant verschwinden. Ebenso eignet sich bedrucktes Sicherheitsglas als Spritzschutz, um das Bad aufzupeppen. Zudem lassen sich Glaswände ohne Fugen besser reinigen.

Vor dem Farbauftrag die Fugen prüfen 

  1. Überprüfen Sie zuerst die Fugen. Finden Sie kleine Risse und Löcher, bessern Sie diese mit Fugenmasse aus.
  2. Sind alte Silikonfugen arg mitgenommen, entfernen Sie sie mit einem scharfen Messer oder verwenden Sie Silikonentferner.
  3. Lassen sich die Armaturen schwer abschrauben, erspart Ihnen ein sorgfältiges Abkleben die Mühe.
  4. Testen Sie vor dem Grundierungsauftrag an einer unauffälligen Stelle, durch eine kleinen Farbauftrag, die Dichtungsmasse der Fugen. Denn die Fugen sind nicht überstreichbar, wenn der Lack abperlt. In diesem Fall sind die Fliesenfugen mit einem überstreichbaren Material zu ersetzen oder sorgfältig abzukleben. 

Den Wandbelag gründlich reinigen 

Im nächsten Arbeitsschritt reinigen Sie Fliesen. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für ein makelloses Endergebnis. Denn der Untergrund muss zum Lackieren trocken, sauber, fett-und staubfrei sein.

  1. Dies erreichen Sie mit einer Seifenlauge oder einem Essigreiniger. Daneben erzielen Sie mit einem Fliesenreiniger ein sauberes Ergebnis.
  2. Prüfen Sie nach der Reinigung noch ein mal genau nach, ob keine Klebereste von Handtuchhaken mehr vorhanden sind.
  3. Auch verlangen einige Fliesenlacke vor dem Streichen eine gleichmäßig aufgeraute Fliesenfläche. Klassisches Schmirgelpapier mit 240 Körnung - besser noch - Schleifvlies aus dem Fachhandel, eignen sich bestens dafür.

Das Bad durch Streichen verschönern

Die Farbe tragen Sie in zwei Schichten auf. Für beides - Grundierung und Farbbeschichtung - können Sie Epoxidharzlacke verwenden. Sie sind widerstandsfähig und lassen sich beim Fachhändler auf Ihre gewünschte Farbnuance anmischen. Epoxidharzlacke sind Zweikomponentensysteme und bestehen aus Lack und Härter. Oder Sie entscheiden sich für einen speziellen Fliesenlack, in dem alles enthalten ist, was Sie benötigen.

  1. Nun beginnt für Sie die eigentliche Arbeit. Rühren Sie den Grundierungsanstrich gründlich durch und tragen Sie ihn zügig auf. 
  2. Nach einer Trocknungszeit von 16 bis 24 Stunden ist die Fliesengrundierung bereit für den Erstanstrich. 
  3. Dafür rühren Sie den Lack ebenfalls gründlich durch und tragen ihn sofort mit einer harten dichtporigen Schaumstoffrolle auf. Nach dem Durchrühren ist der Lack nur sechs Stunden gut zu verarbeiten. Danach beginnt er bereits auszuhärten
  4. Anschließend müssen Sie eine erneute Trocknungsphase von wenigstens 12 Stunden abwarten.
  5. Ist die erste Lackschicht ausgehärtet, rühren Sie erneut eine angemessene Menge Lack durch. Am besten verwenden Sie für die zweite Lackierung eine neue Rolle.
  6. Allerdings brauchen dunkle Fliesen einen dritten Lackanstrich, ansonsten schimmert die alte Farbe durch. Leider verlängert sich dadurch auch die Trocknungszeit.
  7. Fahren Sie auf keinen Fall voreilig mit den Abschlussarbeiten fort. Manchmal kann es bis zu drei oder fünf Tagen dauern, bis Fliesenfarben vollkommen ausgehärtet sind.
  8.  In dieser Zeit ist das schicke neue Bad gar nicht oder nur sehr vorsichtig zu benutzen. Denn der Lack darf auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen.
  9. Erst dann bringen Sie eventuell abgebaute Armaturen wieder an. Verfugen Sie die Fugen mit Farben wie Weiß oder einem anderen passenden Farbton. Anschließend erneuern Sie gegebenenfalls die Silikonfugen am Waschbecken, der Badewanne oder der Dusche.

Statt unversehrte alte Fliesen abzuschlagen, können Sie mit wenig Geld und ohne Schmutz, hässliche Wandfliesen streichen. Doch zuvor gilt es Rechtliches zu beachten. Wohnen Sie in einer Mietwohnung, sprechen Sie vorher mit Ihrem Vermieter. Denn oft lässt sich das Verschönern mit Fliesenfarbe nicht wieder rückgängig machen. Am besten lassen Sie sich die Genehmigung zum Renovieren schriftlich geben.

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