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Zinkblech reinigen - so geht's ohne Kratzer

Zinkblech reinigen - so geht's ohne Kratzer2:25
Video von Günther Burbach2:25

Natürlich kann man ein Zinkblech reinigen, ohne dass gleich Kratzer entstehen. Um welches Zinkblech handelt es sich denn in Ihrem Fall? Zink kann durchaus als Reinzink z. B. an Dächern verarbeitet sein, doch in der Regel wird dafür Titanzink verwendet. Am besten ist, dass Sie sich zunächst über Zink und den Einsatz von Zinkblech informieren und anschließend über die Reinigungsmöglichkeiten.

Was Sie benötigen:

  • Wasser
  • (in Alkohol getränktes) Baumwolltuch
  • Edelstahlwolle
  • Reinigungsöl für Zinkblech

Zinkblech gibt es schon sehr lange

Zink wurde im Altertum genutzt, um Messing zu legieren. Erst im 17. Jahrhundert entdeckte man in Indien, dass es auch als eigenständiges Metall zu Zinkblech verarbeitet werden konnte. Die erste Zinkhütte entstand jedoch erst 1743 in Bristol, im Südwesten Englands. Viel später, im 19. Jahrhundert eröffnete Georg von Giesche eine erste Zinkhütte in Oberschlesien. Die Nachfolger Giesche breiteten den Handel aus, sodass 1845 die ersten Hütten im Ruhrgebiet entstanden.

  • Zink ist ein chemisches Element, das in Erzen in gebundener Form vorkommt. Den Zinksulfiderzen kommt dabei besondere Bedeutung zu. Das bläulich weiß-schimmernde Metall ist spröde und wird als Übergangsmetall bezeichnet. Da Zink sehr witterungsbeständig ist, wird es oft genutzt, um Stahl oder Eisen zu "verzinken". Sogar für den menschlichen und tierischen Körper ist Zinn essenziell, denn es ist ein wichtiger Enzymbestandteil. Zink lässt sich bereits bei Temperaturen von 100 bis 200 Grad formen.
  • Zink wird in hohem Maße verarbeitet. Oft entstehen Legierungen mit Aluminium oder Kupfer, zum Beispiel zu Messing. Auch Magnesiumlegierungen enthalten Zink. Zinklegierungen werden für Druck-, Sand- oder Kokillengießverfahren genauso genutzt, wie als Walzmaterial zur Herstellung von Zinkblech. Im Gießverfahren werden verschiedene Formen erstellt und als Walzmaterial nutzt man Zinkblech für Dächer, Regenrinnen, Fensterbänke u.v.m.
  • Ein Zinkblech bildet an der Luft eine Patina, eine Schutzschicht, die aus Zinkkarbonat und Zinkoxid besteht. Dieser Korrosionsschutz wird, wie bereits angeführt gerne genutzt, um Eisen und Stahl zu  verzinken. Für das Reinigen von Zink ist es wichtig zu wissen, dass es sich durch Säuren auflöst, denn Säuren sorgen für die Bildung bestimmter Zinksalze. Auch Laugen lösen Zink auf, denn es bildet sich dabei sogenannte Zinkaten. Nur Zink mit 99,999999 % Reinheit würde sich nicht auflösen.

So reinigen Sie Zinkblech

Wie bereits erwähnt, bildet die Zinkblech-Oberfläche eine Patina. Das geschieht durch die Verbindung des Zinks mit Sauerstoff zu Zinkoxid. Wenn dann Regen auf dieses Oxid fällt, entsteht Zinkhydroxid, das dann durch den Kohlendioxidgehalt der Luft zu der festen, wasserunlöslichen Masse/Deckschicht wird, der Patina. Diese Patina dient nicht nur dem Schutz des Zinkblechs, sondern sie reinigt sich im Laufe der Zeit durch den weiteren Regen immer wieder selbst. Anfängliche Helligkeitsunterschiede gleichen sich, je älter das Zinkblech wird, aus.

  • Reinigen Sie das Zinkblech nur mit klarem Wasser, ohne jegliche Reinigungszusätze. Ein Baumwolltuch oder Schwamm ist ausreichend, um leicht sitzenden Schmutz, wie z.B. Vogelkot zu beseitigen.
  • Kräftigere Verschmutzungen können Sie vorsichtig mit einem, in Alkohol getränkten, ausgewrungenen Baumwolltuch ausreiben. Waschen Sie die Stelle mit klarem Wasser nach und trocken Sie sie anschließend.
  • Sollten dann noch Verschmutzungen zu sehen sein, versuchen Sie es vorsichtig mit hochwertiger Edelstahlwolle oder einem nicht zu groben Scheuervlies. Achten Sie aber darauf, dass es keine rostende Stahlwolle oder scheuermitteldurchsetzten Vliese, wie z. B. Ako-Pads sind.
  • Im Handel erhalten Sie spezielle Reinigungsöle für Zinkblech. Diese Öle reinigen und schützen das Blech. Allerdings kann die gereinigte Stelle dann völlig von der Patina befreit sein, sodass sie wieder walzblank, im Gegensatz zu den übrigen Stellen aussieht.
  • Um Kleberückstände zu entfernen, können Sie sehr vorsichtig und sparsam das handelsübliche Lösemittel Sika Remover-208 partiell benutzen. Wischen Sie aber die Rückstände schnell mit Wasser ab und trocknen Sie die Stelle gut nach.

Bedenken Sie, wenn Sie das Zinkblech abrasiv mit Bürsten oder Schwämmen behandeln, dass Sie dadurch die Patina entfernen und das Zinkblech partiell wieder blank aussehen kann. Diese frei gelegten Stellen werden jedoch mit der Zeit wieder von einer neuen Patina überdeckt und sich mit der übrigen angleichen. Es dauert jedoch eine gewisse Zeit.

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