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Glückwunschkarten zur Jugendweihe selber gestalten - so geht's

Glückwunschkarten zur Jugendweihe selber gestalten - so geht's 3:07
Video von Brigitte Aehnelt3:07

Das mit den Glückwunschkarten, um angemessen gratulieren zu können, ist gar nicht immer so einfach, denn Gratulieren oder ein Glückwunsch ist die positive Geste bzw. Anteilnahme eines Menschen, an dem persönlichen und erfreulichen Ereignis eines anderen. Wenn es nun, wie in diesem Fall, um Glückwunschkarten zu einer Jugendweihe gehen soll, fallen so einige Überlegungen ins Gewicht.

Glückwunschkarten wollen überlegt sein

  • Wenn man Glückwünsche übermitteln möchte, sollte man sich ein paar Gedanken machen, was man, wem, zu welcher Gelegenheit eigentlich wünscht. Das ist ziemlich umfangreich. Im Fall einer Jugendweihe zum Beispiel kann es darum gehen, dem jungen Menschen zu wünschen, dass er seinen weiteren Weg mit viel Glück, mit Selbstbewusstsein, mit Erfolg, mit Freunden und vieles mehr gehen möge.
  • Ein Glückwunsch umfasst zwei Komponenten: Glück und Wunsch. Glück kann sich dabei auf die Vergangenheit und Zukunft beziehen, da jemand glücklicherweise diesen Punkt im Leben erreicht hat und ihn mit viel Glück weiter gehen sollte. Der Wunsch spricht die Hoffnung zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft desjenigen aus, der den Glückwunsch übermittelt. Es wird also sehr persönlich und es sollte daher durch die Glückwunschkarten ein persönlicher Bezug zwischen Ihnen beiden hergestellt werden.
  • Was verbindet Sie mit dem Menschen, den Sie beglückwünschen möchten? Sind Sie beide kreativ, mehr ernsthaft, eher lustig, sportlich oder stilvollelegant? Verbindet Sie ein Hobby, z. B. Skaten, Schwimmen, Laufen, Musik oder Reiten? Machen Sie sich Gedanken, welche Gemeinsamkeiten in die Glückwunschkarten mit einfließen sollten, egal, ob durch Bild oder Text. Stellen Sie neben dem situationsangemessenen Glückwunsch eine Verbindung zwischen sich und dem zu Beglückwünschenden her.
  • Z. B. könnten Ihre Glückwunschkarten zur Jugendweihe kreativ-lustig oder stilvollelegant gestaltet werden, mit einem Text, der ausdrückt, was genau Sie wünschen, wie z. B. "Gratuliere, Du hast es geschafft und ich wünsche Dir viel Erfolg (Freude, Leichtigkeit, Mut, gutes Gelingen usw.) für Deinen Plan (eine Band aufzubauen, im Reitturnier zu gewinnen, Skaten zu lernen...) und dass wir gemeinsam noch oft (schwimmen, tanzen, Fußballspiele usw.) erleben können." Um Glückwunschkarten zur Jugendweihe zu kreieren, finden Sie im Internet - neben Poesiesprüchen - viele Anregungen zur Gestaltung der Karten.

Die Jugendweihe ist eine Initiation

  • Initiation bedeutet, einen Außenstehenden, also einen Anwärter, in eine Gemeinschaft aufzunehmen, wie z. B. ein Kind in die Erwachsenengemeinschaft oder eine Novizin in die Gemeinschaft der Nonnen. Die Initiation entspringt daher einer archaischen (ursprünglichen, frühgeschichtlichen) Kulturgeschichte.
  • Die Jugendweihe kennzeichnet den Wechsel vom Jugend- ins Erwachsenenalter und ist Glaubensteil der freireligiösen Gemeinden, die sich in Opposition zur Kirche organisiert haben. Die freireligiöse Tradition entspringt der Arbeiterbewegung, die für ihre Kinder einen eigenen, kulturgeschichtlich fundierten Moralunterricht organisierten.
  • Seit 1890 hielten sogenannte Jugendlehrer vor Eltern und vierzehnjährigen Schulentlässlern Vorträge über freigeistige Weltanschauungen, die mit dem einem Gelöbnis der Jugendlichen bekräftigt wurden. Noch am 09. April 1846 berichtete die Breslauer Tageszeitung über die damals abgehaltenen "Konfirmationsersatzfeiern".
  • 1852 forderte Eduart Baltzer eine deutlichere Abwendung von den Kirchen, indem der die christlich-traditionellen Ausdrücke ablehnte und die Bezeichnung "Jugendfeier" einführte. Das Zentralkomitee der SED, die Gewerkschaften und auch der FDJ hatte eine Beteiligung an den Jugendweihen zunächst abgelehnt. Im Mai 1953 wurde in Moskau beschlossen, die Jugendweihe als staatssozialistisches Fest zu feiern, an dem auch konfessionell verbundene Jugendliche teilzunehmen hatten.
  • Ein Jahr vor der Jugendweihe besuchten die vierzehnjährigen Jugendlichen Unterrichtsstunden, die so genannten "Jugendstunden", in Form von Betriebsbesichtigungen, gesellschaftlichen Events und Politik- und Sexualkundevorträgen. Für den Festakt selber wurde der größte Saal des jeweiligen Ortes ausgesucht. Die offiziellen Reden bezogen sich hauptsächlich auf den sozialistischen Staat, mit entsprechendem Bekenntnis der Jugendlichen.
  • Bis 1974 erhielten die Jugendlichen zur Jugendweihe als offizielles Geschenk den Sammelband "Weltall, Erde, Mensch", ein Buch über Allgemeinwissen sowie die ideologische Zusammenfassung zur Staatsform. Nach 1974 änderte sich das Geschenk in das Propagandawerk "Sozialismus - Deine Welt" und erst in den letzten Jahren der ehemaligen DDR erhielten sie das Buch: "Vom Sinn unseres Lebens".
  • Nach Zusammenführung der damaligen DDR und BRD untersagte ein Kultusministerdekret 1993 allen Lehrern staatlicher Schulen die Vorbereitungen von Informationsveranstaltungen zur Jugendweihe. Um die Jahrtausendwende nahmen noch etwa 40 % der jungen Menschen in den neuen Bundesländern an der Jugendweihe teil.

Heute werden Jugendweihen von freireligiösen Gemeinden und humanistischen Organisationen durchgeführt. Vereine, wie z. B. "Verein der Jugendweihe Deutschland" oder "Humanistischer Verband Deutschland" organisieren jährlich Jugendfeiern, an denen viele Tausend junge Menschen teilnehmen. Inzwischen sind die Großveranstaltungen in Berlin, die im Friedrichstadtpalast stattfinden, zu einem Kulturprogramm geworden.

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