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Dadaismus - Merkmale der Kunstrichtung einfach erklärt

Dadaismus - Merkmale der Kunstrichtung einfach erklärt2:41
Video von I. Wentz2:41

Der Dadaismus entwickelte sich zwischen 1915 und 1925 als Reaktion auf die zerstörerischen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und wollte Kritik an bürgerlichen Werten, Traditionen und Denkweisen sowie an bisherigen Kunstrichtungen und Kunstformen zum Ausdruck bringen. Es handelte sich dabei weniger um eine Kunstrichtung, sondern vielmehr um eine "Anti-Kunst". Zu den Merkmalen dieser internationalen Bewegung gehörte insbesondere die Propagierung einer absurden Wirklichkeit, um das konservative, unkritische Bürgertum zum Denken anzuregen.

Um Hugo Ball und seine Freundin Emmy Hennings und deren Café Voltaire, welches sie im Februar 1916 in Zürich eröffneten, versammelten sich mit der Zeit immer mehr internationale Künstler, wie Tristan Tzara, Hans Arp, Marcel Duchamp usw., um auf künstlerische Weise gegen das Bürgertum und dessen Werte zu protestieren. Später wurden auch in anderen Großstädten Dada-Clubs gegründet, wie beispielsweise in New York, Berlin, Paris, Hannover und Köln.

Herkunft des Begriffs "Dada"

  • Im Zusammenhang mit der Namensgebung dieser Antikunst-Richtung existieren verschiedene Theorien.
  • Eine davon besagt, dass Hugo Ball und dessen Freund Hans Arp beim zufälligen Blättern in einem deutsch-französischen Wörterbuch auf diesen Begriff stießen, der so viel bedeutet wie "Holzpferdchen".
  • Dieser Name gefiel ihnen, da er an das Ursprüngliche erinnert, an die Anfänge des menschlichen Daseins, denn da wollten sie mit ihrer Kunst ansetzen und praktisch alles neu erfinden.
  • Eine andere, weniger poetische Geschichte spricht davon, dass die Dadaisten sich schlichtweg von einem Haarwasser namens Dada inspirieren ließen.
  • Eigentlich wehrten sich die damaligen Künstler dagegen, dass ihre Bewegung Dadaismus genannt wird, denn die Endung "ismus" impliziert wiederum eine Kunstrichtung, wie beispielsweise Kubismus, und das wollte Dada nicht sein.

Merkmale des Dadaismus in der Kunst

  • Der Dadaismus definierte praktisch alles zur Kunst und experimentierte fernab jeder Logik und Vernunft mit allerlei Techniken und Ausdrucksformen.
  • Alltägliche Gegenstände wurden auf kindliche Art und Weise und mit kindlicher Naivität in Kunstobjekte integriert bzw. selbst zu Kunstgegenständen.
  • Zu den Hauptmerkmalen der Dada-Bewegung gehört die Darstellung sinnloser Formen, daher wurde auch viel mit Zufallstechniken gearbeitet. 
  • Es ging dabei nicht um Schönheit und Ästhetik, sondern um ein Durcheinander verschiedener Stilmittel, um satirische Elemente und Überspitzungen sowie um die unsinnige Gestaltung bzw. Entartung bisheriger Kunstrichtungen. 
  • Zu den technischen Merkmalen gehört die Verwendung von Collagen, Holz- und Linoleumschnitten, Assemblages usw. 
  • Auch wenn die Phase des Dadaismus relativ kurz war, so trug diese Anti-Kunst dennoch zur Entwicklung anderer Kunstrichtungen, wie beispielsweise des Surrealismus, bei und inspiriert Künstler bis in die heutige Zeit. 

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