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Pop-Art selber machen

Pop-Art selber machen4:50
Video von Justus Vollweiler4:50

Es ist erstaunlich, wie sehr ein Kunstwerk, sei es ein Gemälde, sei es eine Skulptur, den Charakter eines Raums verändern kann. Je dominanter das Kunstwerk, desto größer die Wirkung. Kunstwerke etablierter Künstler sind für die meisten unerschwinglich. Warum nicht ein Kunstwerk selber machen? Während es viel Begabung und Zeit kostet, etwa eine Lempicka oder einen Leonardo da Vinci in Öl abzumalen, was bei Ungeübten leicht schief gehen kann, hat man beim Fertigen von Pop-Art leichter Erfolg.

  1. Machen Sie sich ein Bild davon, was Pop-Art ist. Sehen Sie sich die Werke der Pop-Art-Künstler an: Andy Warhol, Jasper Johns, Roy Lichtenstein und Robert Rauschenberg sind prominente Pop-Art-Künstler. Lassen Sie sich anregen.
  2. Machen Sie sich klar, was Pop-Art ausmacht: Bei der Pop Art ist das Kunstobjekt selbst weniger wichtig als die Haltung ihm gegenüber. Sie brauchen also, wenn sie ein Werk im Geiste der Pop-Art selber machen wollen, kein Original möglichst genau kopieren wollen.
  3. „Pop-Art liebt die Dinge“, sagte Andy Warhol. Sammeln Sie Gegenstände aller Art, die Sie (für Ihre Collage) verwenden könnten. Lesen Sie ruhig auch alles Mögliche auf, was Sie auf der Straße finden. Lassen Sie sich überraschen, was es nicht alles zu finden gibt und welche überraschenden Bezüge sich zu oder mit einem gefundenen Objekt herstellen lassen. „Ein Paar Socken sind nicht weniger geeignet, ein Bild herzustellen, als Holz, Nägel, Terpentin, Öl und Stoff“, sagte Rauschenberg.
  4. Entscheidend ist, dass Sie ein Motiv/Objekt aus der Alltagswelt, der Konsum- oder Massenkultur oder der Medienwirklichkeit wählen. Ein allen vertrautes, ein „populäres“ Motiv/Objekt. Pop-Art verstand und versteht sich als populäre Kunst, wie der Name schon sagt. Ihr Motiv/Gegenstand kann ruhig kitschig, banal, ein Klischee und alles andere als erhaben, metaphysisch oder wie auch immer elitär sein. Im Gegenteil, es sollte nicht einer wenigen Auserlesenen vorbehaltenen Hochkultur zuzurechnen sein.
  5. Isolieren Sie das Motiv/den Gegenstand. Allein schon durch die Isolierung erreichen Sie Verfremdung. Die Verfremdung ist ein wesentliches Element bei der Pop-Art. Sie erzielen sie allein schon durch die Herausnahme aus dem gewöhnlichen Kontext, auch dadurch, dass Sie den Gegenstand auf den Kopf stellen oder ihn (extrem) vergrößern. Sie können die Verfremdung dann noch weitertreiben. Beachten Sie: Es geht um Verfremdung, nicht um Abstraktion, denn Pop-Art verstand sich als Antikunst, Gegenbewegung zum abstrakten Expressionismus. Ein ironischer oder parodistischer Umgang entspricht dem Geist der Pop-Art.
  6. Verwenden (zur weiteren Verfremdung/Bearbeitung Ihres Motivs/Gegenstands) klare, unbunte Farben, das heißt Farben ohne Nuancierungen, Abstufungen, Schattierungen. Bevorzugen Sie die Primärfarben Rot, Grün und Blau, wenn Sie bei der Farbwahl sichergehen wollen. Einen besonders augenscheinlichen Pop-Art-Effekt erreichen Sie, wenn Sie ein und dasselbe Motiv jeweils mit anderen Farben hinterlegen.
  7. Stellen Sie die Gegenstände wie auf einem Plakat dar, ohne Tiefe, um ein Gestaltungsprinzip anzuwenden, dass in der Pop-Art beliebt war/ist.
  8. Umrahmen Sie ggf. mit sog. Outlines (wie in Comics), mit schwarzen Konturlinien, einzelne Bereiche/Gegenstände

Varianten selbst gemachter Pop-Art

  1. Nehmen Sie ein einzelnes Comicbild, vergrößern Sie es. Sie können ein Motiv auch wie Roy Lichtenstein auf eine (Papier-,Leinwandflächer auf der) Wand projizieren und dann dort nachzeichnen.
  2. Sie können (Ihr Pop-Art-Werk in der Mache, ein Foto oder anderes flaches Element) auch einscannen und dann mit Photoshop oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen weiterexperimentieren. Nicht nur, was die Farbgestaltung angeht, haben Sie mit solchen Programmen ungeahnte Möglichkeiten. Haben Sie Ihr Werk fertiggestellt, schicken Sie es an per Internet erreichbare Druckshops (oder gehen mit Ihrem USB-Stick, auf den Sie es geladen haben, in einen Druckladen), der es Ihnen in gewünschter Größe und Ausstattung dann zustellt. Sie finden im Internet auch Seiten, die Ihnen diese Arbeit (ein Motiv zu einem Pop-Art-Werk verarbeiten) abnehmen. Sie stellen dann etwa lediglich Ihr Foto zur Verfügung und bezahlen dann den Dienst.
  3. Machen Sie es wie Andy Warhol mit seinen Serienarbeiten, wenn sie eine leichte und wirksame Methode suchen, einen Pop-Art-Effekt zu erzielen. Arbeiten Sie beispielsweise mit Etiketten von Produkten des alltäglichen Gebrauchs und Konsums - wie Andy Warhol mit den Etiketten der Campbell’s Tomatensuppe arbeitete. Lösen Sie die Etiketten von den Dosen oder schneiden Sie Verpackungsteile aus, sammelte sie und stellen Sie sie dann in Serie dar, etwa aufgereiht. Die Reihung und Seriendarstellung ist ein charakteristisches Element für Pop-Art. Sie können zum Beispiel Schokoladenriegelpapier auf verschiedenfarbige Filze nähen und das zehn-, zwanzigmal und dann die Filzquadrate auf Papier/einem Plakat befestigen oder direkt an die Wand nageln. 
  4. Pop-Art aus drei Elementen, Fundstücken, Siebdrucken und Malerei, sind aufwändiger. Auch Siebdrucke können Sie selber machen. Das ist aber recht umständlich.

Was halten Sie davon, Ihre (schönsten) High Heels oder Ihr (Aluminium-)Fahrrad in einen Rahmen zu hängen, in dem zur Hälfte ein knallgelber Untergrund leuchtet und die andere Hälfte die Wand zeigt, als handle es sich um ein Gemälde? Das ist dann eine Pop-Art-Reminiszenz gepaart mit einer originellen Art der Aufbewahrung.

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