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Realismus - Merkmale der Kunstströmung einfach erklärt

Realismus - Merkmale der Kunstströmung einfach erklärt1:24
Video von Laura Klemke1:24

Der Realismus, zu dessen charakteristischen Merkmalen insbesondere die realistische Darstellung des zeitgenössischen Geschens sowie die Kritik der sozialen Verhältnisse gehören, entwickelte sich als Gegenrichtung zum Klassizismus sowie zur Romantik. Der Initiator dieser Kunstrichtung war der französische Maler Gustave Courbet, der die Entwicklung dieser Kunstströmung Mitte des 19. Jahrhunderts vorangetrieben hat.

Zu den hervorstechendsten Merkmalen des Realismus gehört die unverzerrte Darstellung der Wirklichkeit, ohne diese wie in der Romantik zu verschönern oder zu idealisieren. Gustave Courbet war sozusagen der Schöpfer dieser Art des künstlerischen Ausdrucks, die anfangs nicht unbedingt viel Zustimmung unter den Kunstsammlern fand.

Stilistische Merkmale des Realismus

  • Der Maler Gustave Courbet war der Auffassung, dass die Kunst der Wahrheit verpflichtet sei.
  • Sie sollte die Dinge so darstellen, wie sie sind, ohne sie zu verschönern.
  • Der Realismus schaffte somit sowohl für das Schöne als auch für das Hässliche Raum. Courbet sieht diese beiden Pole als gleichberechtigte Faktoren in der künstlerischen Darstellung an.
  • Charakteristische Merkmale des Realismus sind daher Darstellungen aus dem alltäglichen Leben, wie Menschen bei der harten Arbeit auf dem Feld, Tiere, die Natur, aber auch Frauen beim Baden.
  • Künstler des Realismus malten die Natur sowie ihre Umwelt in all ihren Erscheinungsformen und übten gleichzeitig auch Kritik am jeweiligen Zeitgeschehen und den sozialen Bedingungen des arbeitenden Volkes, denn die zeitgenössische Wirklichkeit stand bei dieser Kunstströmung an oberster Stelle. 
  • Menschen werden mit ihren charakteristischen Zügen unverschönt dargestellt, wobei harte und unkonventionelle Momente des Lebens aufgegriffen werden, wie hart arbeitende Männer (Die Steineklopfer) oder nackte Frauen in intimen Momenten (Der Schlaf).

Farbliche Merkmale des Realismus

  • Gedämpfte Braun-, Grau-, Ocker- und Rottöne dominieren in den Gemälden aus der Periode des Realismus.
  • Die Darstellungen wirken eher düster oder trist.
  • Selbst die Darstellung nackter Frauen beim Baden oder nebeneinander im Bett liegend wirkt nicht erotisch, sondern eher erdrückend.
  • Zu den weiteren farblichen Merkmalen des Realismus gehört das Spiel mit Licht und Schatten, welches sich so gut wie in allen Gemälden dieser Kunstströmung wiederfindet.

Kritik an der realistischen Kunstrichtung

  • Besonders Friedrich Schiller, Goethe und Nietzsche kritisierten diese Art der künstlerischen Darstellung.
  • Diese sahen die Aufgabe der Kunst besonders darin, die Wirklichkeit zu transformieren und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Zudem warfen sie den Künstlern vor, nur die negativen Aspekte des Lebens zu betonen. 
  • Dabei haben diese Kritiker in gewisser Weise Recht, denn die Darstellungen wirken doch teilweise recht fantasielos und erdrückend.
  • Dennoch ist die Kritik am Realismus nicht ganz gerechtfertigt, was den Vorwurf anbelangt, die Künstler würden lediglich die Wirklichkeit kopieren.
  • Im Gegensatz zum Naturalismus enthalten realistische Gemälde eine Botschaft. Sie sind nicht lediglich eine Momentaufnahme, sondern zeugen von der kritischen Auseinandersetzung der Künstler mit zeitgenössischen Gegebenheiten.

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