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Tipps für TGA für Schüler

Tipps für TGA für Schüler2:33
Video von Liane Spindler2:33

Der textgebundene Aufsatz - kurz TGA - ist für viele Schüler eine Horrorvorstellung. Wenn man einige Grundregeln und Tipps beachtet, verliert das TGA-Gespenst jedoch bald seinen Schrecken.

Das Schöne vorweg: Ein TGA ist eine Textart, deren Erstellung man durch wenige Tipps erlernen kann, ungeachtet der eigenen literarischen Begabung. Es geht weder um subjektive Inhalte noch gibt es großen Interpretationsspielraum. Diese Textart folgt einer festen Struktur hat und bestimmte Regeln - diese Struktur ist das Handwerkszeug und das kann man lernen.

Die Einleitung zu einem textgebundenen Aufsatz

Man bekommt einen Text, zu dem man drei Bausteine Einleitung, Hauptteil und Schluss verfassen soll. Wer den Text zuerst mehrmals gründlich liest, sich dabei Notizen macht und schon wichtige Dinge markiert, hat schon die halbe Miete. 

  • Die Einleitung ist der erste der drei Bausteine eines TGA.
  • Hier stehen die wichtigsten Informationen über den Text.
  • Verfasser und Titel des Werkes müssen genannt werden. Auch die Quellenangabe muss vorkommen, also wo und wann der Text erschienen ist. Außerdem darf die Angabe nicht fehlen, um welche Art von Text es sich handelt (Zeitungsbericht, Reportage, Glosse, o.ä.). Diese Angaben findet man entweder im Text oder sie stehen darüber bzw. darunter.
  • Fehlen die Angaben, so muss im TGA auch darauf hingewiesen werden.
  • In der Einleitung ist kurz darauf einzugehen, worum es in dem Text geht.
  • Dabei sollte man sich aber nur auf die Kernaussage konzentrieren, den Inhalt also nur in wenigen Sätzen skizzieren. 
  • Beispiel: "In dem Bericht 'Der Wald' von Erika Mustermann, der am 10. Januar 2010 im Hintertupfinger Wochenblatt erschienen ist, geht es um den Umweltschutz. Die Verfasserin beschreibt darin die verschiedenen Schädlingsbekämpfungsmittel und zeigt Alternativen zur chemischen Keule auf."
  • Mit dem kurzen Abriss über den Inhalt wird gleich zum eigentlichen Thema hingeführt.

Hauptteil als Herzstück des TGA - Inhalt, Form und Sprache

  • Der erste Baustein im Hauptteil eines TGA ist eine Inhaltsangabe. Diese soll ausführlicher als der kurze Abriss aus der Einleitung sein, aber dennoch nicht ausufern. Sie wird immer in Präsens geschrieben.
  • Es gehören nur wichtige Informationen in die Inhaltsangabe, man muss zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem trennen.
  • Wer den Text beim vorherigen Durchlesen bereits in Sinnabschnitte unterteilt hat, hat es hier leichter.
  • Als Nächstes folgt die Beschreibung, was an der äußeren Form des Textes auffällt.
  • Hier gehören fette, kursiv gedruckte, hochgestellte oder in irgendeiner anderen Art und Weise markierte Textpassagen hinein.
  • Die Anordnung des gesamten Textes muss beschrieben werden, zum Beispiel in wieviel Spalten oder Blöcken der Text gedruckt ist, ob er durch Grafiken aufgelockert ist, ob er rechts- oder linksbündig ist, usw.
  • Man sollte sich bewusst machen, dass jede Art der Textgestaltung eine Funktion hat. Beispielsweise kann man das so ausdrücken: "der Übersichtlichkeit halber wurde der Text in 5 gleich große Absätze geteilt" oder "mit der Verwendung einer besonders großen Überschrift soll das Interesse des Lesers geweckt werden" oder "mithilfe der eingefügten Grafik soll der Sachverhalt verdeutlicht werden".
  • Die Textsorte wurde bereits in der Einleitung genannt. Im Hauptteil muss sie anhand von Beispielen belegt werden. Das geschieht mit Hilfe von Zitaten, die man wörtlich aus dem Text herausschreibt (mit Anführungszeichen auch als Zitat kennzeichnen!) und mit deren Hilfe man die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Textsorte beweist.
  • Die Sprachanalyse befasst sich mit dem Satzbau, der Wortwahl und allen anderen Aspekten der Formulierung.
  • Satzbau: Gibt es viele Fragesätze? Viele Ellipsen? Sind die Sätze kurz und einfach oder lang und verschachtelt?
  • Stilmittel: Mit welchen rhetorischen Mitteln arbeitet der Verfasser? Verwendet er viele Stabreime, Fremdwörter, Steigerungen oder andere Mittel häufig? Dann muss das auf jeden Fall im TGA genannt werden.
  • Sprache: Ist der Text in der Standardsprache oder in einem Dialekt oder gar einem Jargon gehalten? Sprachanalyse ist kontextabhängig, erfordert also ein gewisses Fingerspitzengefühl und wird daher manchmal als der schwierigste Teil eines TGA empfunden.
  • Alle Besonderheiten, die man im Aufsatz nennt, müssen anhand von Textstellen belegt werden (als Zitat kenntlich machen!).
  • In den letzten Abschnitt des Hauptteils gehören Informationen über die Zielgruppe des Textes (für Kinder, Frauen, Ärzte,...?). 
  • Auch wie der Text geschrieben ist (z.B. unterhaltsam oder belehrend) gibt Hinweise auf die Intention des Autors.

Zum Schluss etwas Subjektivität

  • Eine Rückführung zur Einleitung macht den Text rund.
  • Im Schluss darf eine subjektive Meinung stehen.
  • Wenn man die wichtigste Aussage des TGA im Schluss noch einmal aufgreift, bleibt dieser Aspekt beim Leser besonders nachhaltig im Gedächtnis.

Manch einer fragt sich vielleicht nun, wofür man so etwas lernt und worin der Nutzen für das spätere Berufsleben besteht. Selbst wenn man nicht mehr in die Verlegenheit kommen sollte, einen TGA schreiben zu müssen, so hat man doch gelernt, Texte richtig zu lesen, zu verstehen und auch zu analysieren.

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