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Nahtzugabe: wieviel ist notwendig - so werden Ihre Nähte unauffällig und haltbar

Nahtzugabe: wieviel ist notwendig - so werden Ihre Nähte unauffällig und haltbar2:54
Video von Brigitte Aehnelt2:54

Sie haben Lust aufs Selbernähen? Ganz wichtig ist das Thema "Nahtzugabe". Um wieviel müssen Ihre Schnitte größer sein als das geplante Endprodukt?

Was unter Nahtzugabe zu verstehen ist

Die Definition einer Naht ist weitgefasst: Ziehen Sie mithilfe einer Nadel einen Faden durch einen Stoff, ist das bereits eine Naht. Diese nennt sich Ziernaht oder Hilfsnaht. Der wichtigste Zweck einer Naht ist, mehrere Lagen Stoff miteinander zu verbinden, indem Sie den Faden eben durch diese Lagen ziehen.

Wollen Sie also Vorder-und Rückenteil eines Kleidungsstücks miteinander verbinden, brauchen Sie Nähte. Damit diese halten, dürfen die Nähte nicht zu dicht an den Stoff-/Schnittkanten verlaufen. Der schmale Stoffstreifen zwischen den Schnittkanten und der Naht wird Nahtzugabe genannt. Beim fertigen Stück liegt diese Nahtzugabe später innen.

Wie viel Nahtzugabe Sie jeweils einplanen müssen, variiert je nach Stoffart und ist auch in den Nähvorgaben oft unterschiedlich angegeben.

Wie viel mehr Stoff Sie brauchen

Arbeiten Sie mit einem Schnittmuster, achten Sie darauf, ob die Angaben mit oder ohne Nahtzugabe sind. Oft entsprechen die Maße den Linien der späteren Nähte, sodass Sie selbst entscheiden müssen, wie viel Nahtzugabe Sie beim Zuschnitt zugeben wollen.

In der professionellen Schneiderei gibt es Anhaltspunkte, wie viel Nahtzugabe für welche Teile optimal sind: In der Damenmaßschneiderei wird meist zirka ein Zentimeter bei Hals-und Armausschnitten sowie bei den Ärmelkugeln zugegeben, bei allen anderen Nähten zwei bis drei Zentimeter.

Bei einem Herren-Sakko hingegen sind oft bei den hinteren Mittel- und den Seitennähten bis zu 7,5 Zentimeter Nahtzugabe zugegeben, damit man es später noch auslassen kann.

Besondere Beachtung benötigen auch Säume (untere Rocksäume, Hosensaum). Hierfür brauchen Sie etwa sechs bis sieben Zentimeter Nahtzugabe, damit Sie den Saum in der richtigen Länge umschlagen und gut versäubern können.

Bei innenliegenden Nähten ist das Versäubern einfacher, hier können Sie beispielsweise mit einem dichten Zickzackstich einfach ketteln, wodurch die Nähte nach kräftigem Anbügeln dann flach und unauffällig werden.

Als Anfänger empfiehlt es sich, lieber erst einmal ein wenig mehr Nahtzugabe zu lassen, dann lässt sich im Notfall noch gut korrigieren, sollte das Teil beim Zusammennähen zu groß oder zu klein geraten sein. oder Ihre Nähte eventuell krumm geworden sein.

Wenn Sie mit Schneiderkreide Ihre Naht möglichst gleichmäßig anzeichnen und dann auch die Zugabe gleichmäßig breit hinbekommen, können Sie aber leicht eine absolut gerade Naht nähen, indem Sie beim Aufeinanderlegen der Schnittkanten Ihrer angezeichneten Linie folgen.

Bei sehr lose gewebten Stoffen wählen Sie mehr Nahtzugabe, damit die Nähte später auch halten und sich wegen des lockeren Fadenverlaufs des Stoffes nicht auflösen.

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