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Finger eingeklemmt - was tun?

Finger eingeklemmt - was tun?1:36
Video von Galina Schlundt1:36

Fingerverletzungen kommen häufig vor, sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit, bei der insbesondere Heimwerker betroffen sind: Der Hammer hat sein Ziel knapp verfehlt oder der Finger ist in einer Maschine eingeklemmt. Gerne geraten Finger auch zwischen die Autotür. Die Folgen sind Schnitt-, Riss- und Quetschverletzungen, von denen überwiegend die Fingerendglieder samt Nagel betroffen sind. Wie Sie sich nach einer Quetschverletzung eines Fingers richtig verhalten, erfahren Sie hier.

Fingerglied eingeklemmt - Erste-Hilfe-Maßnahmen

Quetschverletzungen der Finger verursachen in der Regel intensive Schmerzen, die jeder kennt, der sich einmal den Finger eingeklemmt hat. Die richtigen Erstmaßnahmen helfen, die Schmerzen zu bekämpfen und gleichzeitig etwas gegen die Schwellung zu unternehmen, die sich meistens schnell entwickelt.

  • Die wichtigste Maßnahme nach dem Malheur ist ein konsequentes Kühlen des Fingers. Ideal ist die Kühlung mit Eiswasser, das Sie einfach herstellen können, indem Sie einige Eiswürfel in Leitungswasser geben. Sind keine Eiswürfel greifbar, dann halten Sie den verletzten Finger einfach unter kaltes Leitungswasser.
  • Kühlen Sie Ihren Finger nicht, indem Sie ihn unmittelbar mit Eis oder Cool Packs in Berührung kommen lassen. Sie ziehen sich dadurch Hautschäden zu und es kann durch die zu intensive Kälte zu einer Gegenregulation kommen, die einen vermehrten Bluteinstrom in den Finger zur Folge hat, wodurch Schmerzen und Schwellung zunehmen werden. Ebenso wenig geeignet sind Eissprays.
  • Mit dem richtigen Kühlen verringern Sie zudem die Blutergussbildung innerhalb des gequetschten Gewebes.
  • Bei einer offenen Wunde sollten Sie eventuell vorhandene Verunreinigungen entweder manuell oder ebenfalls durch Spülen mit Leitungswasser entfernen. Sie sollten jedoch nicht unnötig mit irgendwelchen Gegenständen in der Wunde nach Schmutzpartikeln herumfischen, das sollten Sie lieber einem Arzt überlassen.
  • Günstig ist natürlich auch die Desinfektion der Wunde mit einem geeigneten Mittel, das in jede Hausapotheke gehört (und gelegentlich auf das Verfallsdatum hin überprüft werden sollte). Legen Sie nach Möglichkeit einen sterilen Verband an.

Ein verletzter Finger kann üble Folgen haben

Ist ein Finger eingeklemmt, handelt es sich zwar nur um ein kleines Verletzungsareal, es muss sich aber nicht zwangsläufig auch um eine Bagatellverletzung handeln.

  • Wie bei jeder offenen Verletzung besteht auch bei einer Wunde am Finger prinzipiell ein Infektionsrisiko, insbesondere dann, wenn Sie beim Heimwerken oder der Gartenarbeit verschmutzte Hände haben.
  • Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass bei offenen Wunden, die durch Quetschverletzungen entstanden sind, wie das bei einem eingeklemmten Finger der Fall ist, die Infektionsgefahr wesentlich höher ist als bei einer reinen Schnittwunde. Es ist daher ratsam bei dieser Verletzungskombination - offene Wunde und Quetschung - zumindest den Hausarzt zu konsultieren, damit die Wunde sachgerecht versorgt werden kann.
  • Wundinfektionen am Finger können bei verschleppter ärztlicher Behandlung sehr schwer zu behandeln sein und operative Eingriffe zur Folge haben, durch die Eiteransammlungen und abgestorbenes Gewebe entfernt werden müssen. Durch die komplizierte Anatomie der Hand kann es bei eitrigen Wunden entlang der Beugesehnen innerhalb weniger Stunden zu einer Ausbreitung der Infektion über die ganze Hand kommen.
  • Vergessen Sie nicht, Ihren Impfausweis mitzunehmen, damit Ihr Tetanusschutz überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden kann.
  • Quetschverletzungen der Fingerendglieder können auch zu einer Verletzung des Nagelbettes führen. Die Folge ist, dass Sie unter dem Nagel einen Bluterguss entwickeln, der sich  durch eine Blauverfärbung unter dem Nagel bemerkbar macht. Medizinisch bezeichnet man diesen Bluterguss als subunguales Hämatom, das sich in den meisten Fällen nicht spontan entleeren kann.
  • Ein subunguales Hämatom wird Ihnen je nach Ausdehnung intensive klopfende oder pulsierende Beschwerden verursachen. In diesen Fällen ist es sinnvoll, wenn der Arzt mit einer sterilen Kanüle schmerzfrei ein kleines Loch in den Nagel bohrt, worüber sich das Hämatom entleeren kann.
  • Das Ziel der ärztlichen Behandlung ist auch, Ihren Fingernagel zu erhalten, da er das darunter liegende Nagelbett schützt und als glatte Fläche erhält. Es ist daher auch sinnvoll, einen abgelösten Fingernagel wieder aufzusetzen und mit einigen Nähten zu fixieren. Bei dieser Gelegenheit können Verletzungen, die das Nagelbett betreffen, ebenfalls versorgt werden.
  • Sollten Sie bei dem Unfall den Nagel verloren haben, dann packen Sie ihn in ein sauberes Tuch und nehmen ihn mit zur Krankenhaus-Ambulanz.
  • Werden derartige Verletzungen nicht vernünftig behandelt, müssen Sie damit rechnen, dass es später zu einem Fehlwachstum des Nagels kommt, was dann oft Folgeeingriffe nach sich zieht.
  • Bei schweren Quetschungswunden wird man Ihren Finger auch röntgen, um einen Knochenbruch auszuschließen bzw. entsprechend zu behandeln.
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