Was Sie benötigen:
  • Drehmomentschlüssel
  • Wagenheber
  • Unterlegkeile
  • Böcke
  • Tabelle über Anzugsdrehmoment
  • ABE der Felgen
  • Handbuch

Wissenswertes über Drehmomentschlüssel

Folgender Überblick über Drehmomentschlüssel und Reifenwechsel soll Ihnen ein paar Grundlagen vermitteln.

  • Mit einem Drehmomentschlüssel können Sie überwachen, dass Schauben mit der richtigen Kraft angezogen werden. Das gibt Ihnen die Sicherheit, dass Schrauben nicht zu locker sitzen, weil sie mit zu wenig Kraft angezogen worden sind. In der Praxis ist es aber viel wichtiger, dass Sie die Schrauben nicht zu fest anziehen, da Sie so großen Schaden anrichten können.
  • Es gibt Drehmomentschlüssel, bei denen Sie eine vorgegebene Kraft einstellen können. Sobald Sie diese Kraft beim Anziehen einer Schraube erreicht haben, rutscht der Drehmomentschlüssel durch, denn er hat eine sogenannte Rutschkupplung integriert, die es unmöglich macht, mir einem stärkeren Drehmoment eine Schraube anzuziehen. Einfach Modelle haben eine Skale, auf der man das ausgeübte Drehmoment ablesen kann. Hier müssen Sie selber darauf achten, die richtige Kraft aufzuwenden.
  • Beim Reifenwechsel ist das Drehmoment sehr wichtig, denn Radmuttern, die sich während der Fahrt lösen, sind lebensgefährlich. Aus diesem Grund neigen Menschen dazu, diese mit aller Kraft anzuziehen, dabei sogar mit Verlängerungen zu arbeiten. Aus diese Weise können Sie die Bolzen, Muttern, Felgen und Befestigungslöcher so beschädigen, dass sich der Reifen während der Fahrt löst oder zumindest teure Reparaturen notwendig werden. Wenn Sie einen 30 cm langen Schlüssel auf 1 m verlängern, verdreifacht sich die Kraft, die Sie auf die Muttern ausüben.

Richtiger Reifenwechsel mit dosierendem Schlüssel

  1. Lösen die die Radmuttern leicht mit einem Schlüssel und bocken den entsprechenden Teil des Autos an einer ebenen Stelle auf. Achten Sie darauf, dass der Wagen sicher auf 3 Rädern steht. Gegen unbeabsichtigtes Wegrollen sichern Sie mit Unterlegkeilen. Verlassen Sie sich nicht auf den Wagenheber, sondern stützen zusätzlich mit einem Unterstellbock ab. Zur Not gehen auch Steine, aber wirklich nur im Notfall.
  2. Lösen Sie die Radmuttern nun ganz von dem Reifen, den Sie wechseln wollen. Wenn der Reifen später wieder verwendet werden soll (Winter-/Sommerreifen), schreiben Sie mit Kreide darauf, wo der Reifen hingehört (VL für vorne links, HR für hinten rechts).
  3. Holen Sie den passenden Reifen, der nun am Auto montiert werden soll. Heben Sie den anderen Reifen von den Bolzen und setzen nun den neuen Reifen an dessen Stelle.
  4. Ermitteln Sie die richtige Kraft, die Sie für den Anzug der Schrauben benötigen, und stellen diese am Drehmomentschlüssel ein. Welche Kraft Sie benötigen, steht in der ABE der Felge oder kann beim Hersteller der Felge erfragt werden. Bei Originalfelgen steht sie meist auch im Handbuch Ihres Autos. Sie können für Alufelgen auch eine Drehmomentstabelle aus dem Internet verwenden.
  5. Schrauben Sie die Muttern von Hand auf die Bolzen so fest, wie es ohne Werkzeug geht. Ziehen Sie nun mit dem Drehmomentschlüssel mit der richtigen Kraft die Muttern an. Arbeiten Sie immer so, dass Sie die jeweils gegenüberliegende Mutter als Nächstes anziehen, nicht so, dass Sie der Reihe nach nebeneinanderliegende Muttern anziehen. So verhindern Sie, dass sich die Felgen verkannten.
  6. Lassen Sie den Wagen nun wieder herunter und ziehen die Muttern nach ca. 50 km Fahrt noch mal mit dem Drehmomentschlüssel wie beschrieben nach.

Sollten Sie bei einer Reifenpanne keinen Drehmomentschlüssel zur Hand haben oder die Anzugsdrehmomente nicht kennen, ziehen Sie die Muttern so fest es geht mit dem Kreuzschlüssel an. Verwenden Sie keine Verlängerung oder treten auf den Schlüssel, um die Kraft zu verstärken. Ziehen Sie die Muttern so schnell es geht mit einem korrekt eingestellten Drehmomentschlüssel nach. Dann kann beim Reifenwechsel nichts passieren.