Was Sie benötigen:
  • Drehmomentschlüssel oder
  • Schlüsselkreuz
  • Wagenheber
  • Grafitpaste
  • Schraubenzieher

Reifenmontage selbst machen, das Für und Wider

  • Wer die Reifenmontage selbst vornehmen möchte, muss sorgfältig arbeiten und es dauert, je nach Übung eine halbe Stunde bis Stunde.
  • Die Reifen können selber nicht ausgewuchtet werden. Man kann sich einiges an Geld und Zeit sparen, denn oft muss man beim Reifenwechsel länger warten.
  • Man hat keine Garantie, kann sich aber selber den Zeitpunkt des Wechselns aussuchen.

Die Reifen aufziehen, Schritt für Schritt

  1. Als Erstes überprüfen Sie, ob Ihr Bordwerkzeug komplett ist, d.h. Wagenheber, Schlüsselkreuz oder großer Schraubendreher und ein normaler Schraubenzieher. Legen Sie sich eine Fußmatte bereit, denn dann ist es nicht so hart während der Arbeit zu knien.
  2. Legen Sie die zu wechselnden Reifen bereit und prüfen Sie ob es eine Rollrichtung gibt, das ist oft bei Winterreifen der Fall.
  3. Prüfen Sie die Profiltiefe, indem Sie entweder eine Schublehre verwenden oder, wenn nicht vorhanden, ein Eurostück verwenden. Wenn die Jahreszahl nicht mehr zu lesen ist, dann passt die Profiltiefe noch. Winterreifen sollten mehr Profil haben als Sommerreifen und auch nicht zu alt sein. Wenn die Reifen mal älter als 8 Jahre sind, sollten sie gegen neue ausgetauscht werden
  4. Sehen Sie unter Ihr Auto, es gibt immer Aufnahmeschienen (oft mit einem kleinen Pfeil gekennzeichnet), an denen man den Wagenheber ansetzen soll. Wenn man den Wagenheber irgendwo anbringt, kann man schlimmstenfalls etwas am Unterboden beschädigen oder abrutschen.
  5. Entfernen Sie eventuell vorhandene Radkappen vorsichtig mit den Fingern und wenn das nicht geht mit dem Schraubenzieher (leicht abhebeln). Sie können ein altes Tuch um den Schraubenzieher wickeln, damit Sie nichts zerkratzen.
  6. Lösen Sie nun die Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel oder Wagenkreuz, aber nur etwas aufdrehen, noch nicht ganz entfernen. Kurbeln Sie nun mit dem Wagenheber so hoch, dass das Rad frei ist. Nun lösen Sie die Radmuttern ganz und halten den Reifen gut fest, denn er löst sich dann ganz.
  7. Tauschen Sie den Reifen mit dem neuen aus und achten Sie noch mal auf eine eventuelle Rollrichtung und nehmen Sie bei einem frontgetriebenen Fahrzeug die besseren Reifen mit mehr Profil nach vorne, bei einem heckgetriebenen umgekehrt, bei einem Allrader ist es egal.
  8. Sie können bei Bedarf die Radmuttern mit etwas Grafitpaste pflegen, damit sie nicht so schnell rosten und festsitzen.
  9. Setzen Sie nun den Reifen auf die vorgesehenen Löcher und schrauben Sie die Muttern locker ein. Am besten fixieren Sie den Reifen leicht mit einem Fuß oder Knie, bis er nicht mehr weg kann.
  10. Ziehen Sie die Schrauben über Kreuz nach und nach an. Rütteln Sie etwas, so dass die Muttern in den Konus rutschen und ziehen Sie noch mal an.
  11. Lassen Sie das Auto mit dem Wagenheber wieder ganz herunter und ziehen die Schrauben ganz fest. Wenn Sie einen Drehmomentschlüssel haben, können Sie die Nu nach Betriebsanleitung des Fahrzeuges genau einstellen und brauchen keine Angst haben zu fest zu drehen.
  12. Wenn alle Reifen gewechselt sind, sollten Sie eine kleine Runde fahren und ruhig etwas mehr lenken und bremsen, um danach noch mal die Festigkeit der Muttern zu überprüfen.
  13. Sollten Sie an der Felge eine helle Stelle entdecken, bedeutet das wahrscheinlich, dass Sie ein Gewicht vom Auswuchten verloren haben, dann müssen Sie zur Werkstatt fahren, denn ein unausgewuchteter Reifen ist gefährlich, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten.
  14. Befestigen Sie gegebenenfalls die Radzierblenden wieder und prüfen Sie den Reifendruck, der bei Winterreifen 0,2 bar höher liegen sollte als bei Sommerreifen.

Nach etwa 50 bis 100km sollten Sie nochmals den festen Sitz der Schrauben kontrollieren.