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"Wie hoch darf ein Sichtschutz sein?" - Das sollten Sie beachten

"Wie hoch darf ein Sichtschutz sein?" - Das sollten Sie beachten1:12
Video von Laura Klemke1:12

Für Sie mag der neue Zaun ein Sichtschutz sein, für Ihren Nachbarn ist er vielleicht eher eine Sichtbehinderung. Für die Frage, wie hoch darf ein Sichtschutz denn sein, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Um den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden, sollten Sie einige Grundsätze beherzigen.

Gartenmauern und Gartenzäune sind bauliche Anlagen, die im Allgemeinen baugenehmigungspflichtig sind, es sei denn, die Bauordnung Ihres Bundeslandes verlangt für bestimmte Einfriedungen keine Baugenehmigung.

Sichtschutz ist meist baugenehmigungsfrei

  • Erkundigen Sie sich beim Bauamt Ihrer Gemeinde oder Ihrer Stadt, bevor Sie einen Zaun als Sichtschutz errichten. Teils können Sie auch im Internet auf der Webseite Ihrer Stadt nachlesen, wie hoch ein Sichtschutz sein darf. Regelungen finden Sie teils in der Landesbauordnung, teils in den Nachbarrechtsgesetzen Ihres Bundeslandes.
  • In Innerortslagen in Bayern, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen dürfen Sie Gartenmauern und Gartenzäune als Sichtschutz bis 1,80 m Höhe sowie in Hessen bis 1,50 m Höhe ohne Baugenehmigung errichten.

Sitzen Nachbarn im Schatten, ist der Zaun zu hoch

  • Als Grundsatz dienen die Ortsüblichkeit und das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme. Was Ihnen vielleicht gefällt, mag durchaus das Missfallen Ihrer Nachbarn erregen. Das OVG Münster hatte beispielsweise eine über 4 m hohe und 16 m lange Gartenmauer in einer Villengegend als für die Nachbarn unzumutbar und damit als baurechtlich unzulässig erklärt (Az.10 A 773/03).
  • Beachten Sie als Maßstab für die Ortsüblichkeit, dass sich Ihr Sichtschutz den örtlichen Verhältnissen Ihrer Umgebung anpassen muss und in der Materialauswahl und der Höhe nicht aus dem Rahmen fallen darf. Allgemein üblich sind Maschendraht- oder Jägerzäune in einer Höhe bis zu 1,50 m.
  • Nehmen Sie insoweit Rücksicht auf Ihren Nachbarn, als Sie ihm mit Ihrem Sichtschutz nicht den Zutritt von Licht und Luft auf sein Grundstück verwehren dürfen. Verhindert Ihr Sichtschutz die Sonneneinstrahlung, sodass der Nachbar im Schatten sitzt, beeinträchtigen Sie nicht nur sein Wohlbefinden. Auch sollte Ihr Nachbar nicht das Gefühl haben, von Ihrer Seite her eingemauert zu sein.

Ihr Nachbar darf die Beseitigung verlangen

  • Vorteilhaft kann es sein, wenn Sie den Sichtschutz so gestalten, dass er nicht als eine durchgehende, in sich abgeschlossene Wand erscheint, sondern eine gewisse Auflockerung zulässt. Wenn Sie einen Sichtschutzzaun kaufen, achten Sie darauf, dass er lichtdurchlässige Elemente enthält. Sie können diesen Teil des Zauns dann immer noch gärtnerisch gestalten.
  • Ist der Sichtschutz zu hoch, kann dies auch die Optik Ihres Grundstücks nachteilig beeinträchtigen. Sie riskieren auch, dass sich Ihr Nachbar bei nächster Gelegenheit revanchiert, wenn er Ihnen seine Zustimmung für Ihren neuen Anbau verweigert.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Nachbarn gegebenenfalls einen Beseitigungsanspruch geltend machen kann, wenn er in unzumutbarer Weise durch Ihren Sichtschutz beeinträchtigt wird.

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