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Motten im Teppich bekämpfen

Motten im Teppich bekämpfen - mit diesen Hausmitteln klappt's2:04
Video von Laura Klemke2:04

Die kleinen Raupen der Kleidermotte können einen Teppich völlig zerstören. Das lässt sich durch Vorbeugen und rechtzeitiges Bekämpfen verhindern.

Ursachen für Motten 

Motten gelangen meist durch das Fenster in den Raum. Die Ursache für den Befall sind die weiblichen Nachtfalter, die einen Platz für ihre Eier suchen.

Von Mai bis September fliegen die befruchteten Weibchen und suchen einen ruhigen Platz, an dem es Tierhaare gibt. Die Raupen, die wie kleine weiße Würmer aussehen, leben von Keratin, das in den Haaren enthalten ist.

Um einen geeigneten Platz zu finden, orientiert sich die Motte am Geruch. Verschmutzte Wolle riecht stärker als saubere. Ein angestaubter leicht feuchter Woll- oder Seidenteppich ist besonders verlockend. Die meisten Motten gelangen bei Dunkelheit durch ein geöffnetes Fenster ins Haus, da Licht die Motten anlockt.

Im Raum suchen die Tiere nach Wolle oder Seide und legen die Eier ab. Liegen die winzigen Eier an einer geschützten Stelle, wie unter einem Möbelstück, entwickeln sich daraus innerhalb von zwei Wochen kleine Raupen. Sie fressen sich in den nächsten zwei bis vier Monaten durch den Teppich, bis daraus Schmetterlinge werden.

Diese nächste Generation legt Eier und setzt die Zerstörung bald fort. Sie haben es in der Regel immer mit Raupen unterschiedlichen Alters und zahlreichen Motteneiern zu tun.

Anzeichen für den Befall

Da die Raupen ausschließlich von tierischen Haaren leben, sind Woll- und Seidenteppiche sowie Produkte aus Mischungen, die dieses Material enthalten, gefährdet.

Mottenraupen fressen auch an einem Bodenbelag aus Synthetik oder Baumwolle, sie können diese Fasern jedoch nicht verdauen. Sofern keine Wolle vorhanden ist, sterben die Mottenraupen an Nahrungsmangel, ohne großen Schaden anzurichten.

Wollteppiche, die ab Werk mit Mottenschutz versehen sind, enthalten Permethrin. Dieses Insektengift ist in das Material eingearbeitet und schützt auf Dauer. Hier brauchen Sie keinen Befall zu befürchten.

Schon eine einzige fliegende Motte ist ein Alarmsignal. Sie legt bis zu 200 Eier. Wenn Sie regelmäßig Kleidermotten in der Wohnung fliegen sehen, haben Sie mit Sicherheit irgendwo ein Nest der Tiere.

Untersuchen Sie zur Sicherheit alle Teppiche, die für einen Befall infrage kommen, im Sommer  sollten Sie dies alle zwei Monate wiederholen. Achten Sie auf dünne Stellen, kleine Löcher und auf winzige Röhren aus weißen Gespinsten. Weitere Anzeichen sind schwarze Kotkrümmel auf dem Teppich. Wiegen Sie sich nicht in Sicherheit, wenn Sie keine Motten fliegen sehen.

Diese Hausmittel helfen

Mit Lavendel oder Zedernholz vertreiben Sie keine Mottenraupen aus dem Teppich. Auch gründliches Saugen oder eine nasse Reinigung reicht nicht aus. Sie haben lediglich mit Kälte, Wärme und Schlupfwespen eine Chance, die Raupen zu töten.

Handelt es sich um einen kleineren Teppich, saugen ihn von beiden Seiten ab und rollen ihn auf. Verpacken Sie ihn in Folie und lagern Sie den Teppich für ein paar Tage bei einer Minustemperatur von mindestens 20 Grad. Diese Methode tötet Eier und Larven.

Mit großer Hitze lassen sich Tiere ebenfalls töten. Bestens geeignet hierzu ist ein Umluftherd. Legen Sie den Teppich auf das Gitter Ihres Herdes und lassen Sie die Hitze bei einer Temperatur von 50 bis 55 Grad circa eine Stunde einwirken. Für einen größeren Teppich eignet sich ein Aufenthalt in der Sauna.

Natürliche Feinde wie Schlupfwespen sind wenig geeignet, einen großen Teppich von Motteneiern und Raupen zu befreien. Sie müssten eine sehr große Menge an verschiedenen Stellen einsetzen. Die Tierchen fliegen nicht, sie krabbeln. Diese Methode bietet sich an, wenn Sie den Teppich für Monate in eine Truhe oder einen Schrank legen und Kärtchen mit Schlupfwespeneiern dazugeben.

Chemische Mittel zum Bekämpfen

Einen Teppichboden oder einen großen Teppich können Sie in der Regel nie wie beschrieben behandeln. Hier helfen ausschließlich chemische Produkte zum Sprühen. Mottenpapier reicht nicht aus, es wirkt nur in einem kleinen Bereich.

Im Handel sind Insektizide, die Permethrin beziehungsweise Pyrethrum enthalten. Diese Nervengifte sind für Menschen nicht unbedenklich, aber im Vergleich zu anderen Insektiziden wenig gefährlich. Ein gegen Motten imprägnierter Teppich enthält diese Stoffe. In geringen Mengen ist das Mittel auch für Produkte, die das GUT-Schadstoffsiegel tragen, zugelassen. Das Siegel steht für umweltverträgliche Bodenbeläge. Dieses Gift ist im ökologischen Landbau zugelassen, ebenso in Mitteln, die Kopfläuse bekämpfen.

Besorgen Sie sich ein Spray, das ausschließlich diese Wirkstoffe enthält, und sprühen Sie den Boden sowie die Polstermöbel damit ein. Obwohl die Hersteller keine Sicherheitsmaßnahmen empfehlen, sollten Sie Haustiere und Kinder zuvor aus dem Raum schicken. Lassen Sie diese erst wieder ein, wenn der Boden trocken ist.

Es handelt sich um ein Kontaktgift. Versprühen Sie es nicht im Raum wie ein Raumspray, sondern gezielt auf das Material, in welchem vermutlich Mottenraupen leben.

Die Mittel wirken drei Monate. Wiederholen Sie die Behandlung nach drei, sechs und neun Monaten, da die Eier von dem Gift nicht sterben. Nach einem Jahr sind in der Regel die Raupen aus allen Eiern geschlüpft.

Dem Befall vorbeugen

Sichern Sie die Fenster mit Fliegengittern. So verhindern Sie, dass Motten in das Haus gelangen. Das Gitter bietet keinen absoluten Schutz, auf der Suche nach einen Nistplatz kriechen die Tiere auch durch kleine Ritzen. Zum Teil gelangen die Eier mit dem Schuhwerk oder mit Haustieren in die Wohnung.

Verwenden Sie Zedernholz oder Lavendel. Der Duft überdeckt den Geruch der Wolle. Die Motten finden keinen geeigneten Platz zur Eiablage. Auch diese Methode ist nicht absolut sicher.

Reinigen Sie Teppiche regelmäßig mit einem Staubsauger. Ein sauberer Teppich ist für Motten weniger attraktiv. Außerdem nehmen Sie beim Saugen abgelegte Eier auf. Wichtig: Halten Sie nach dem Saugen den Staubbehälter verschlossen und entsorgen Sie den Staub sofort draußen in der Mülltonne.

Motteneier entwickeln sich nur an ungestörten Plätzen. Saugen Sie unter Polstergarnituren und Schränken in regelmäßigen Abständen. Gewöhnen Sie sich an, dies alle vier Wochen zu machen.

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