Was Sie benötigen:
  • Papier
  • spitze Bleistifte in H, HB und B
  • Radiergummi

Der Blickwinkel ist entscheidend - Tipps fürs perspektivische Zeichnen

Wie bei allen Bildern, egal ob Sie sie malen, zeichnen oder fotografieren, ist der Blickwinkel des Malers, Zeichners oder Fotografen entscheidend dafür, wie Treppen gezeichnet werden.

  • Die Draufsicht hat einen ganz geraden Winkel von oben nach unten. Beinahe so, als würden Sie beim Zeichnen jeweils direkt im 90°-Winkel über dem Objekt unter der Decke schweben.
  • Draufsicht kann auch die Perspektive sein, die Sie im Stehen haben, wenn Sie beispielsweise auf eine Treppe blicken. Sie sehen dann die Seitenansicht, aber in der Draufsicht.
  • Die Froschperspektive zeigt einen Gegenstand so, wie Sie ihn sehen, wenn Sie auf dem Bauch liegen oder auf dem Boden sitzen, also von unten schräg nach oben. Dabei wird bei der optischen Darstellung meist mit Fluchtpunkten gearbeitet, die aber über dem Kopf des Betrachters liegen. 
  • Die Vogelperspektive erklärt sich von selbst, sie entspricht der Froschperspektive, jedoch von oben. 
  • Jedoch kann die Vogelperspektive auch eine Draufsicht von oben sein.
  • Es gibt gerade in der darstellenden Geometrie der Architekten und Bauzeichner und technischen Zeichner auch Darstellungen ohne Fluchtpunkte. Dabei werden die Gegenstände maßstabsgerecht aber nicht optisch korrekt, sondern mathematisch korrekt gezeichnet.

Treppen darstellen - es kommt auf die Perspektive an

Generell werden Zeichnungen von Häusern, Interieur und technischen Gegenständen mithilfe von Zirkeln, Geodreiecken, Zeichenschienen und Linealen und Bleistiften in verschiedenen Härtegraden angefertigt. Für Sie als Laien reichen aber erst einmal Bleistifte in HB (mittlere Härte) für die Linien und B (etwas weicher) für die Grauflächen/Schattierungen.

  • In Grundrissen werden Sie Treppen immer von oben zeichnen. Dabei wird stets das Stück dargestellt, das in dieser Etage zu sehen ist, also der Ausschnitt der Treppe. Bei einer Wendeltreppe ist das z. B. ein Kreis, bei um die Ecke verlaufenden Treppen zeichnet man ein Rechteck oder einen Winkel - je nachdem wie viel Platz die Treppe in welcher Form einnimmt.
  • Für die Stufen reichen im Grundriss einfache Striche. 
  • Der Verlauf der Treppe wird meistens zusätzlich mit einem Pfeil dargestellt, sodass der Betrachter weiß, wie der Weg von unten nach oben verläuft. Daran erkennt man beispielsweise auch sofort, ob man sich im Obergeschoss (Pfeilspitze) oder im Erdgeschoss (Pfeilbeginn) befindet.
  • Die Zeichnung für eine maßstabskorrekte Darstellung von Wendeltreppen hier zu beschreiben, ist viel zu aufwendig. Außerdem fällt diese Zeichnung selbst Architekten immer wieder erst einmal schwer. Das liegt an den sich um eine Achse drehenden Stufen, die sich perspektivisch verkürzen und verlängern. Entsprechend arbeitsaufwendig ist solch eine Zeichnung.

Eine gerade Treppe zeichnen - so geht's

  • Wenn Sie für eine normale Zeichnung, keine technische Ausarbeitung, direkt vor einer gerade nach oben führenden Treppe stehen und diese aus dieser Perspektive zeichnen möchten, dann skizzieren Sie einfach erst einmal die äußere Form, die Sie sehen.
  • Es ist ein Rechteck, das nach oben führt und deshalb längs auf Ihrem Blatt verläuft. Zeichnen Sie es einfach locker Freihand ein. Vielleicht wird es nach oben hin schon etwas schmaler, weil die Treppe sehr hoch und lang ist, vielleicht aber auch nicht.
  • Nun sehen Sie sich die Stufen genau an. Was sehen Sie wirklich? Vermutlich bei den unteren Stufen die Vorderseite und ein Stück von der Oberfläche der Stufe, richtig?
  • Zeichnen Sie deshalb eine Querlinie für den Fußboden, auf dem Sie stehen oder sitzen, und dann die erste Linie für die Höhe der ersten Stufe. Die Stufen sind alle gleich hoch. Sie können also alle weiteren Linien für die anderen Stufen in gleichem Abstand eintragen. 
  • Wenn Ihre Treppe sehr hoch ist, dann werden die Stufen in der Höhe niedriger aussehen. Zeichnen Sie sich das gestrichelt ein und entscheiden Sie dann, wie Ihnen Ihre Zeichnung besser gefällt. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern Sie als Zeichner entscheiden, ob die Treppe optisch oder mathematisch/realistisch korrekt dargestellt wird.
  • Können Sie auch einen Teil der Oberfläche der Stufe erkennen, dann überprüfen Sie, bis zu welcher Stufe das der Fall ist.
  • Für die Oberfläche tragen Sie eine weitere Linie über die Höhe der Stufe ein. 
  • Schließlich müssen Sie genau auf den Lichteinfall und die Schattenbildung achten. Kommt das Licht von oben, dann sind die Oberflächen hell zu lassen und die Fronten der Stufen dunkel. Kommt es von unten, dann sind die Oberflächen dunkel, aber die Fronten bleiben hell. 
  • Für eine Treppe, die oben um die Ecke geht, zeichnen Sie zunächst einfach das Rechteck entsprechend. 
  • Dann tragen Sie die Stufen so ein, wie Sie sie sehen. Mit etwas Übung werden Sie nach einer Weile auch Fantasietreppen aus dem Gedächtnis zeichnen können. Der Aufbau der Treppen ist nämlich sehr logisch und eigentlich ganz einfach.

Gutes Gelingen!