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  • Zeichenstift
  • Papier

Wenn die Zeichnung eines Menschen schief, sonderbar und falsch aussieht, liegt das meist daran, dass die Proportionen nicht stimmen. Daher ist es sehr nützlich, mit einigen Hilfslinien und Vereinfachungen zu arbeiten, die diesen Fehler von vornherein verhindern. Zum Einstieg ist es am einfachsten, einen stehenden Menschen mit hängenden Armen von vorn zu zeichnen, da die Perspektive dabei leicht zu handhaben ist.

So zeichnet man mit Hilfslinien und Proportionen

Natürlich ist jeder Mensch einzigartig und individuell, dennoch gibt es bestimmte Proportionen, die der menschliche Körper im Durchschnitt hat. Wenn man diese kennt und zur Einteilung seiner Zeichnung benutzt, kann der Individualität später in der Ausarbeitung Rechnung getragen werden. So zeichnet man Menschen vom allgemeinen Standardumriss hin zur individuellen Person.

  1. Lassen Sie auf Ihrem Blatt oben und unten einen kleinen Rand und teilen Sie die Fläche durch waagerechte Linien in acht gleiche Teile. Ziehen Sie in dem gleichen Abstand drei senkrechte Linien, so dass Sie nun ein Raster von Quadraten haben.
  2. Zeichnen Sie in das erste Achtel in die Mitte ein Ei, das für den Kopf steht.
  3. Die nächsten drei Achtel sind für den Oberkörper von den Schultern bis zur Taille. Zeichnen Sie ihn als Trapez über zwei Quadrate in der Breite - bei Männern mit der breiteren Seite oben, bei Frauen umgekehrt.
  4. Das vierte Achtel geht von der Taille bis zum Schritt. Zeichnen Sie hier ein weiteres Trapez ein, das nach unten breiter wird.
  5. Das fünfte und sechste Achtel gehen vom Beinansatz bis unter die Kniescheibe. Zeichnen Sie hier zwei Röhren, die nach unten zulaufen.
  6. Die letzten beiden Achtel sind für den Unterschenkel und den Fuß gedacht. Verlängern Sie die Röhren und lassen Sie sie nach unten schmaler werden. Skizzieren Sie die Füße als Rechtecke.
  7. Die Arme setzen unter der Schulter im dritten Achtel an. Oberarm, Unterarm und Hand sind jeweils circa ein Achtel lang. Zeichnen Sie dafür wieder zwei Röhren und ein Rechteck ein.

Menschen zeichnen  - Anpassung der individuellen Proportionen

Nun können Sie beginnen, in Ihr Hilfsgerüst und die geometrischen Umrisse die tatsächlichen Proportionen Ihres Modells einzuzeichnen.

  1. Überprüfen Sie zuerst die Taille. Bei einem langen Oberkörper wird sie nach unten, bei einem kurzen nach oben rutschen.
  2. Korrigieren Sie eventuell die Höhe des Schritts, der bei langen Beinen weiter oben sitzen wird.
  3. Stellen Sie das Verhältnis von Ober- und Unterschenkel fest und ändern Sie bei Bedarf die Position des Knies.

So zeichnet man Menschen - die weitere Ausgestaltung

  1. Jetzt geht es darum, die tatsächlichen Umrisse des Modells auszuarbeiten. Skizzieren Sie die Rundungen der Schultern, zeichnen Sie Taille und Hüftschwung des Modells, formen Sie die Beine nach den tatsächlichen Gegebenheiten.
  2. Wenn die Umrisse passen, können Sie anfangen, der Figur durch Schraffuren Plastizität zu verleihen. Dunkeln Sie beschattete Stellen ab, bis hin zu den ganz tiefen Schatten. Beachten Sie dabei, von welcher Seite das Licht einfällt.

So malt man das Gesicht

Auch das Gesicht kann in Standardproportionen eingeteilt werden, die es leicht machen, das Modell zu erfassen und nicht verzerrt wieder zu geben. Die meisten Menschen unterschätzen Abstand und Größe der Augen, was den gezeichneten Gesichtern dann einen sehr verkniffenen Ausdruck verleiht. Hier sind wieder die Hilfslinien nützlich, die die Wahrung der Proportionen sicherstellen.

  1. Teilen Sie Ihr Ei waagerecht vom Haaransatz bis zum Kinn in drei gleiche Teile. Zusätzlich ziehen Sie noch eine waagerechte Linie durch die Augen und eine senkrechte Mittellinie.
  2. Teilen Sie die Augenlinie von einer Seite Ihres Eis zur anderen in fünf gleiche Teile auf. Jedes Teilstück entspricht der Länge eines Auges. Also: Ohr bis zum Auge, Auge, Abstand zwischen den Augen, zweites Auge und Auge bis Ohr.
  3. Zeichnen Sie ein Dreieck für die Nase ein, die an der Nasenspitze ungefähr so breit ist wie der Augenabstand und an der Hilfslinie endet.
  4. Skizzieren Sie dann die Umrisse des Mundes, der circa zwei Augenlängen breit ist.

Nachdem Sie das Grundgerüst der Proportionen festgelegt haben, können Sie nun auch beim Gesicht beginnen, in die Hilfsumrisse die Kurven Ihres Modells einzuzeichnen und dem Ganzen durch Schraffuren und Abtönen Plastizität zu verleihen. Dabei ist es oft hilfreich, die Augen etwas zusammen zu kneifen und nicht mehr ganz scharf zu sehen, da man so besser nur auf die Umrisse und Formen achten kann und nicht durch Details abgelenkt wird. So zeichnet man Menschen, wie sie wirklich aussehen.