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Servus oder Baba - so verständigen Sie sich in Bayern und Österreich

Servus oder Baba - so verständigen Sie sich in Bayern und Österreich2:02
Video von Jule Jansson 2:02

Die gleiche Sprache zu sprechen, bedeutet noch lange nicht, dass diese einheitlich und überall zu verstehen ist. Mit "Servus" oder "Baba" kann nicht jeder etwas anfangen. Es werden unterschiedliche Worte benutzt und viele Dialekte machen es oft schwer, dem Gesagten zu folgen und es zu verstehen. Wenn Bayern oder Österreicher in den Norden kommen, werden Sie umgehend erkannt, enttarnt und damit konfrontiert, dass Ihre Art zu sprechen immer an "Urlaub" erinnert. Na "Do legst di nida", würde der Bayer sagen.

Servus und andere Begrüßungen

  • "Servus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet in der Übersetzung "Sklave". Vor allem in Österreich ist diese Grußform sehr üblich und hat sich offenbar, seit die Römer da waren, eingebürgert. "Servus" wird beim Kommen und beim Gehen gesagt. Sie liegen also auch dann nicht falsch, wenn Sie sich so verabschieden. "Serwas" ist umgangssprachlich, wobei das Wort kurz und knapp ausgesprochen werden kann oder bewusst in die Länge gezogen wird.
  • "Griaß di" als Gruß ist vor allem in ländlicheren Gegenden üblich. Es ist die Kurzform von "Ich grüße dich". Früher wurde auch noch Gott mit ins Spiel gebracht "Griaß di Gott". Das erstaunt aber nicht, denn gerade in Österreich und Bayern gilt immer noch die Vorherrschaft des katholischen Glaubens und in den Begrüßungen wird dies auch deutlich gemacht. Wenn Sie "Servus" und "Griaß di" als Begrüßungsform nutzen, dann sprechen Sie mit Freunden oder Verwandten, mit denen Sie "per Du" sind. "Griaß ihna" müsste es heißen, wenn Sie per Sie sind.
  • Vor allem ältere Generationen legen immer noch Wert auf die Höflichkeitsform und gerade in Österreich wandelt sich das langsamer als in Deutschland. Was Sie nun sagen müssen, wenn Sie in der Höflichkeitsform mit jemanden verkehren, liegt auf der Hand. Mit "Grüß Gott" liegen Sie da richtig. Einem "Guten Tag" werden Sie in Bayern und Österreich nur selten begegnen und wenn, dann handelt es sich meist um "Zuagraste".

Baba und andere Verabschiedungen

  • Vor allem in Wien und Umgebung werden Sie die seltsame und nur schwer zuzuordnende Verabschiedung "Baba" öfter hören. Was wie Babysprache klingt, kommt allerdings laut Überlieferung aus der Biedermeierzeit. Damals war der Papa des Hauses die wichtigste Figur und ihr zollte man Respekt, wenn man sich verabschiedete. Mit einem "Liebe Grüße an den Herrn Papa" wurde man dem gerecht. Langsam aber sicher wandelte und verkürzte sich diese Formel in ein "Baba", das der Wiener Art, Worte auszusprechen, sehr entspricht.
  • "Pfiat di" oder "Pfiat di Gott" ist wieder weniger ein städtischer Gruß, sondern eher ländlich. Er ergänzt sich mit der Begrüßung "Griaß di". Von der Bedeutung entspricht die Aussage in etwa einem "Es behüte dich Gott". Während in Städten durch viele unterschiedliche Beeinflussungen der katholische Glaube nicht mehr ganz so deutlich erkennbar ist, wird er in vielen Dörfern noch traditionell gelebt. Auch die genannten Grußworte zeugen davon. Nicht zu vergessen ist auch das "Pfiat ihna" als Höflichkeitsform.
  • Wenigstens eine Verabschiedung ist überall üblich und auch einfach zu verstehen. "Auf Wiedersehen" ist von Nord nach Süd der Klassiker und kann nicht missverstanden werden. "Auf Wiedersehen" verbindet uns im deutschsprachigen Raum, während oben genannte Grußformeln regional gebraucht werden. Allerdings macht die Unterschiedlichkeit auch den Reiz aus und die Geschichte hinter den Worten sagt viel über die Region aus.

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