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Spanische Malerei - ein Überblick über Künstler und Werke

Die spanische Malerei ist vielseitig und lässt sich ebensowenig in ein paar Merkmale eingrenzen, wie die Kunstrichtung eines anderen Landes. Spanien brachte mit Pablo Picasso, Salvador Dali und Goya und anderen ein paar der bedeutendsten Künstler überhaupt hervor, deren Werke die Kunstwelt zum Teil revolutionierten.

Museum des spanischen Malers Dali
Museum des spanischen Malers Dali

Der Künstler José Manuel Merello sagte einmal, es gäbe keine gewaltsamen Darstellungen in der spanischen Malerei. Weder Goya noch Picasso hätten jemals die Beherrschung verloren und Gewalt auf die Leinwand gebracht, und das ist eines der besonderen Merkmale der iberischen Kunst.

Aber die Werke der Spanier sind oft melancholisch, manchmal auch tragisch oder sehr hart. Vor allem in den Kunstwerken früherer Jahrhunderte kommt dies sehr deutlich zum Ausdruck. Es fehlt die Leichtigkeit, das Verspielte, das z.B. die italienische Kunst auszeichnet.

Die spanische Malerei - ein Spiegel der Lebenumstände?

  • Um besser zu verstehen, warum man bei den Spaniern - bis auf wenige Ausnahmen - eher schwermütige - manchmal auch erdrückende - Gemälde findet, sollten Sie kurz einen Blick in die Geschichte dieses Landes werfen. 
  • Die Iberer gehörten zu den großen Eroberern: Die Conquistadores überfielen alte Völker wie die Maya und Azteken, metzelten sie nieder und unterwarfen die Überlebenden. Dann gab es die berüchtigte spanische Inquisition, unter der viele unschuldige Menschen grausamst gefoltert und schließlich getötet wurden.
  • All diese Dinge spiegeln sich selbstverständlich in der Kunst wieder - wenn auch auf blutrünstige Darstellungen verzichtet wurde. Künstler bringen immer Emotionen, Lebensart und die allgemeine Stimmung in ihren Gemälden zum Ausdruck. Es lässt sich aber nicht behaupten, alle Spanier würden auf die gleiche Weise malen - man kann nur einen groben Anhaltspunkt über die auffälligsten Merkmale geben.
  • Um die Malerei der Spanier am ehesten zu begreifen, ist es am besten, Sie betrachten die Gemälde und lassen sie auf sich wirken: Welches Gefühl löst das jeweilige Bild in Ihnen aus?
  • Vergleichen Sie die Werke auch mit den Gemälden und künstlerischen Darstellungen aus anderen Ländern. Auch dabei lässt sich eine gewisse Stilrichtung erkennen, wobei sich die Künstler neue Anregungen in fremden Länder holten und diese in ihre eigene Kunst einfließen ließen.

Spanische Maler - bis zum 19. Jahrhundert 

  • Der erste bekannte Maler aus Spanien war El Greco, "Der Grieche". Obwohl er 1541 in Griechenland geboren wurde, einige Jahre in Italien verbrachte und erst  nach Spanien übersiedelte, zählt er als spanischer Künstler des Manierismus. Seine Werke waren überwiegend Porträts und Heiligendarstellungen, wobei er seinen eigenen Stil pflegte.
  • Bedeutung in Europa erlangte die spanische Malerei erstmals im 17. Jahrhundert durch die beiden Künstler Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599-1660) und Bartolomé Esteban Murillo (1618-1682).
  • Ein künstlerischer Revolutionär war Francisco de Goya y Lucientes, der von 1746-1828 lebte und arbeitete. In seiner Anfangszeit schuf auch er viele religiöse Bilder, Fresken und portraitierte den Adel. Er wandte sich dabei einer sehr realistischen Darstellung zu und erregte besonderes Aufsehen durch seine "nackte Maja".
  • Seine Werke "Los Caprichos" und "Desastres de la guerra" fanden ebenfalls nicht bei jedem Anklang. Es handelt sich dabei um Radierungen, in denen er die Kirchenvertreter und ihre Verfehlungen anprangerte.
  • Seine Werke wurden immer düsterer, was Sie am besten in den "Pinturas Negras" erkennen können. Diese "schwarzen Bilder" zeigen am stärksten die damalige Gesamtstimmung und vermischen sich mit den eigenen Empfindungen des Künstlers.

Künstler der Moderne

Zu den berühmtesten Malern der Neuzeit gehören eindeutig Pablo Picasso und Salvador Dali.

  • Pablo Picasso schuf während seines Lebens circa 50.000 Werke, darunter auch Skulpturen und Keramiken. Doch am bekanntesten dürften seine Gemälde sein. Er entwickelte seine Kunst ständig weiter, experimentierte und begründete zusammen mit Georges Braque den Kubismus.
  • Diese Kunstrichtung lässt sich nur schwer mit Worten erklären, grob gesagt ging es Picasso dabei um das „Öffnen der geschlossenen Form der dargestellten Körper zugunsten eines Formenrhythmus".
  • Sein künstlerisches Wirken war derart umfangreich, dass es sich nicht in wenigen Sätzen erläutern lässt. Wer sich intensiver mit Pablo Picasso beschäftigen möchte, sollte sich über das gesamte Leben des Künstlers informieren.
  • Sein berühmtestes Bild ist die "Les Demoiselles d’Avignon" aus dem Jahr 1907.
  • Der Künstler "Dali" hieß mit vollem Namen Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, Marqués de Púbol und lebte von 1904 bis 1989. Er verschrieb sich der surrealistischen Kunst und ist einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts.
  • Die Werke Dalis erkennen Sie sofort an den verfremdeten Darstellungen, die in etwa so aussehen, wie die unwirklichen Bilder aus Träumen.
  • Sehr deutlich sehen Sie das in seinem Werk „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel eine Sekunde vor dem Aufwachen“, das er 1944 im amerikanischen Exil malte.
  • Dieses Werk fällt noch in die erste Schaffensperiode, später verfremdete er die Darstellungen immer mehr. Ein weiteres sehr bekanntes Bild des Künstlers ist die "Sphärische Galatea", das Sie vermutlich schon öfter als Poster oder Kunstdruck gesehen haben.
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