Was Sie benötigen:
  • 1 Block, DIN A 3 oder 4
  • 1 Bleistift, HB bis B
  • Radiergummi, Spitzer
  • Vorlagen, z. B. Modekatalog
  • Buntstifte

Modezeichnen soll Mode präsentieren

Beim Modezeichnen werden keinen Menschen portraitieren, sondern die Kleidung wird hervorgehoben, die Garderobe. Gesichtszüge werden nur angedeutet, Hände nur schemenhaft skizziert, Füße stecken in Schuhen. Das erleichtert sehr. Auch Anfänger können das lernen und in relativ kurzer Zeit gute Ergebnisse erzielen.

Die Proportionen lernen

Die Proportionen der Modelle sind überzogen, sie werden idealisiert. Die Figuren sind schlanker und die die Beine länger als in Wirklichkeit. Trotzdem sollten Sie ein paar Proportionsverhältnisse beachten:

  • Der Bauchnabel ist ungefähr die Mitte vom Menschen, der untere Teil eher etwas länger, wegen der langen Beine.
  • Die Taille sitzt kurz über dem Bauchnabel.
  • Unterschenkel und Oberschenkel sind ungefähr gleichlang, die Unterschenkel etwas länger.
  • Die Fingerspitzen reichen bis zur Mitte der Oberschenkel.
  • Die Unterarme sind etwas kürzer als die Oberarme, mit Händen aber länger.
  • Der Hals ist gerade wie ein Rohr, fast so breit wie der Kopf.
  • Die Augen sitzen ca. in der Mitte vom Kopf (der Oberkopf wird oft zu niedrig gezeichnet).
  • Die Augenbrauen nicht zu dicht an den Augen zeichnen.
  • Die Ohren beginnen ca. auf Augenhöhe.
  • Die Gesichtsfläche unter den Augen wird in der Mitte vom Mund geteilt (die Wangenpartie wird oft zu lang gezeichnet).
  • Die Nase wird zum Schluss im Gesichtes nur angedeutet.

Anleitung zum Figurenzeichnen

Nehmen Sie sich eine Vorlage, z. B. einen Modekatalog und zeichnen Sie einige Figuren ab, vorzugsweise in Badekleidung, dass Sie ein Gefühl für den Körper und seine Proportionen lernen.

  • Anfänger fangen oft mit Details an, z.B. dem Kopf, bekommen aber dann die restliche Figur nicht mehr in den gewünschten Proportionen aufs Papier. Füllen sie das Blatt ruhig aus.
  • Wenn Sie jetzt eine Figur zeichnen wollen, zeichnen Sie erst ein Strichmännchen, nur ganz leicht ein paar Hauptlinien. Die eigentliche Zeichnung wird darüber gezeichnet. Sind die späteren Linien etwas anders plaziert, werden die Gerüstlinien trotzdem nicht wegradiert, sondern bleiben darunter stehen.
  • Radieren Sie so wenig wie möglich, eigentlich überhaupt nicht. Der Radiergummi soll Ihnen nur die Sicherheit geben, im Notfall einen zu haben.
  • Zeichnen Sie zuerst das Strichmännchen mit kleine dünne Striche die Proportionen angeben, z. B. die Höhe des Buchnabels, die Schultern, den Hals, die Knie, die Augenhöhe… Punkte für Schultern, Kniegelenke, Ellebogen… Dann arbeiten Sie sich immer mehr ins Detail vor, also dann erst den Rumpf, die Arme und Beine, den Kopf, die Haare andeuten. Auf der nächsten Ebene erst werden sie genauer, Hände und Schuhe nur mit wenigen Strichen, das Schlüsselbein, Mund und Nase (erst den Mund, die Nase nur angedeutet), Ohren, Haare…
  • Hände dürfen für den Anfang auch hinter dem Körper oder in Hosentaschen verschwinden.
  • Die Kleidung wird dann einfach über den Körper gezeichnet! Wenn ein Körper nicht in Ihre gezeichnete Kleidung passen kann, sieht es komisch und falsch aus. Also für den Anfang immer erst eine Figur zeichnen (andeuten) und diese dann anziehen.
  • Ganz zum Schluss erst werden ein paar Falten in der Kleidung andeuten, ein paar Schatten, etwas Farbe.
  • Oder lassen Sie (für den Anfang) ruhig die Schattierungen weg.

Das Besondere der Modezeichnung

  • Modezeichnen bedeutet aber auch, Moderichtungen hervorzuheben. So dürfen Sie die Beine länger zeichnen, die Modelle schlanker. Oft werden sie in Bewegung gezeichnet, als ob sie ein Bein vor das andere Stellen. Suchen Sie sich ein passendes Foto in Ihrem Katalog, jetzt ruhig auch in Garderobe.
  • Die Mode hat verschiedenen Stilrichtungen und die oft ein Thema, z. B. breite Schultern betonend = T-Stil. Oder eher schmale Schultern und die Hüften breiter betonend = A-Stil, schmale Hüften = H-Stil usw.
  • Zeichnen Sie die Umrisse der Modelle in Ihrem Katalog nach und versuchen Sie, das Thema zu erkennen.
  • Jetzt üben Sie den Schwung, denn das Modezeichnen soll ja dynamisch wirken. Versuchen Sie die Hauptlinien, die die Richtung vorgeben (z. B. den weit schwingenden Rock der A-Line, oder die breiten Schultern der T-Linie) locker mit Schwung aufs Papier zu bringen.

Ihre 1. Modezeichnung - vom Anfänger zum Künstler

  1. Deuten sie die Figur leicht an.
  2. Setzen Sie locker die Hauptlinien mit Schwung
  3. Arbeiten sie Ebene für Ebene die Figur aus, die Kleidung mehr als das Gesicht.
  4. Betonen Sie Schwerpunkte mit dunkleren Linien, etwas Schatten oder Farbe.

Jetzt können sie den Katalog zuklappen und Ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen.

Viel Spaß beim Zeichnen.