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Massentierhaltung - Vorteile und Nachteile

Kaum ein anderes Thema erregt die Gemüter so sehr wie die Massentierhaltung. Während die eine Fraktion darin die einzige Möglichkeit sieht, große Mengen von Menschen mit billigem Fleisch, Milchprodukten und Eiern zu versorgen, warnen andere Menschen vor den zum Teil verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt und prangern die Lebensumstände der Tiere an. Doch welche Vorteile und Nachteile genau hat diese Form der Landwirtschaft?

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Massentierhaltung ermöglicht hohe Produktionszahlen.
Massentierhaltung ermöglicht hohe Produktionszahlen. © PeTA_Deutschland_e.V. / Pixelio

Die Vorteile großer Zuchtbetriebe

  • Die Vorteile der Massentierhaltung liegen vor allem im ökonomischen Sektor. Große Betriebe ermöglichen ein hohes Maß an Effizienz, wenn es um die Aufzucht von Tieren, die Versorgung mit Futtermitteln und den Tiertransport geht. Der Unterhalt der Räumlichkeiten ist bei einem Großbetrieb mit 100.000 Hühnern deutlich günstiger als die anfallenden Kosten von 100 Höfen mit jeweils 1.000 Hühnern. Die gleichen Argumente greifen auch bei allen anderen Punkten des Produktionsprozesses.
  • Die hohe Effizienz der Massentierhaltung ermöglicht es, die Preise für die Produkte niedrig zu halten und ein schier unbegrenztes Angebot zu schaffen. So ist es dem Verbraucher tierischer Produkte möglich, für vergleichsweise wenig Geld jederzeit aus einer breiten Palette tierischer Erzeugnisse zu wählen, ohne Versorgungsengpässe befürchten zu müssen.
  • Für die involvierten Unternehmen ergibt sich durch die hohe Effizienz der Produktion eine Profitmaximierung. Vor allem kleinen landwirtschaftlichen Betrieben gegenüber sind sie deutlich im Vorteil.

Der Umwelt entstehen zahlreiche Nachteile durch die Intensivhaltung

  • Den Vorteilen der Massentierhaltung steht eine recht lange Liste mit Nachteilen gegenüber. Am deutlichsten werden diese aufseiten des Umweltschutzes. So ist die Massentierhaltung einer der größten Faktoren, was die Emission von Treibhausgasen angeht. Um zu verstehen, warum dem so ist, müssen Sie wissen, dass Methan, das vor allem von Rindern während des Verdauungsprozesses ausstoßen wird, ein sehr effektives Treibhausgas ist. So kommt es, dass die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch ein CO2-Äquivalent von knapp 15 kg hat. Wenn Sie nun diese Zahl auf die jährliche Rindfleischproduktion von 60 Milliarden Kilogramm umrechnen, ergibt sich ein jährlicher Ausstoß von 900 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. In dieser Rechnung ist die Milchproduktion ebenso wenig berücksichtigt wie die Haltung anderer Spezies.
  • Die intensive Haltung von Nutztieren hat außerdem einen weiteren Effekt auf die Umwelt. So ist die Versorgung der Tiere mit Futtermitteln sehr platzintensiv. Vor allem in Südamerika werden große Flächen Regenwald gerodet, um darauf Monokulturen wie Soja anzupflanzen, die dann als Viehfutter verwendet werden. Kritiker der Massentierhaltung bemängeln, dass durch diesen "Veredlungsprozess" die Ressourcen des Planeten höchst ineffizient genutzt würden, da der Mensch die Anbaufläche nicht unmittelbar zu seiner eigenen Ernährung nutzen würde.
  • Ähnliches gilt auch für den Wasserverbrauch. So erfordert die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch schätzungsweise 16.000 Liter Wasser. Das bedeutet, dass ein 300-Gramm-Steak in etwa mit so viel Wasserverbrauch zu Buche schlägt wie das Füllen von 35 Badewannen. Gleichzeitig führt die enorme Menge anfallender Fäkalien dazu, dass das Grundwasser in der Nähe von Mastanlagen oft verseucht ist, oder dass an den Stellen, an denen die Fäkalien ins Meer geleitet werden, sogenannte "Todeszonen" entstehen. Diese kommen zustande, weil die Nährstoffe der Fäkalien eine extreme Ausbreitung von Algenkulturen ermöglichen. Diese wiederum senken durch Absinken den Sauerstoffgehalt des jeweiligen Gewässers, sodass kein Leben mehr darin existieren kann. In der Ostsee beispielsweise hat die Todeszone momentan die Ausdehnung Bayerns (Stand 2013).

Die Massentierhaltung hat noch weitere Tücken

  • Dass der übermäßige Konsum tierischer Nahrungsmittel nicht unbedingt gesund ist, ist hinlänglich bekannt. Die größte gesundheitliche Gefahr für den Menschen liegt jedoch nicht auf dem Teller, sondern im Stall. Wenn zig- oder Hunderttausende von Spezies auf engem Raum gehalten werden, sind die hygienischen Zustände in aller Regel schlecht. Hierdurch und aufgrund der Tatsache, dass viele Tiere aufgrund von Kannibalismus und Wundliegen offene Wunden haben, würde es regelmäßig zu Epidemien kommen. Deswegen und als wachstumsförderndes Mittel wurden in der Vergangenheit den Futtermitteln oft prophylaktisch Antibiotika zugesetzt. Dies ist zwar inzwischen als reine Vorsorgemaßnahme verboten, wird zur akuten Seuchenbekämpfung jedoch immer noch regelmäßig praktiziert. Das Resultat hieraus sind nicht nur Medikamentenrückstände in tierischen Produkten, sondern vor allem multiresistente Keime. Diese werden von vielen Medizinern als eine der größten Gefahren für die menschliche Gesundheit überhaupt angesehen.
  • Viele Menschen, die sich gegen die Massentierhaltung aussprechen, wägen Vorteile und Nachteile gar nicht gegeneinander ab, sondern begründen ihre Ablehnung auf moralischer Ebene. Sie argumentieren damit, dass Tiere leidensfähige Wesen sind und sie vor allem in der Massentierhaltung einem großen Maß an Stress, Schmerzen und erzwungenem artfremden Verhalten ausgesetzt werden. Die Konsequenzen, die die Menschen aus dieser Erkenntnis ziehen, sind jedoch sehr unterschiedlich und reichen vom Verzicht auf konventionelle Erzeugnisse über Vegetarismus bis hin zum Veganismus, dem Verzicht auf jegliche Form tierischer Produkte.

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